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FOMC-Protokoll und FED-Reden: Anleger blicken gespannt auf Mittwoch
18.08.25 09:00
Nord LB
Hannover (www.anleihencheck.de) - Enttäuschende Konjunkturdaten aus China erhöhen den Druck auf die Regierung in Peking, die Wirtschaft weiter anzukurbeln, so die Analysten der NORD/LB in ihrer aktuellen Ausgabe von "NORD/LB am Morgen".
Sowohl in der Industrie als auch im Einzelhandel sei es im Juli nicht so gut wie erwartet gelaufen. Dies schüre Sorgen um die Stärke der Binnennachfrage der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Die Industrieproduktion sei im vergangenen Monat im Jahresvergleich um 5,7% gestiegen, wie das Nationale Statistikbüro (NBS) mitgeteilt habe. Dies sei der schwächste Wert seit November 2024 und liege unter dem Wachstum von 6,8% im Juni. Fachleute hätten mit +5,9% gerechnet.
Die Einzelhandelsumsätze, ein wichtiger Indikator für den Konsum, hätten um 3,7% zugelegt. Dies sei der geringste Anstieg seit Dezember 2024 gewesen, auch hier sei die Experten-Prognose (+4,6%) verfehlt worden. Die Anlage-Investitionen seien in den ersten sieben Monaten des Jahres nur um 1,6% gestiegen und damit ebenfalls schwächer als erwartet.
Eine besondere Belastung für die Konjunktur bleibe die Krise am Immobilienmarkt, der für viele Haushalte die wichtigste Form der Vermögensanlage sei. Die Preise für neue Eigenheime seien im Juli binnen Jahresfrist um 2,8% gesunken.
Der Beschäftigungsabbau in der krisengeplagten deutschen Industrie habe sich im Frühjahr fortgesetzt. Im Produzierenden Gewerbe (ohne Bau) sei die Zahl der Erwerbstätigen in Q2 um 141.000 oder 1,7% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken, wie das Statistische Bundesamt mitgeteilt habe. Die exportabhängige deutsche Industrie stehe unter wachsendem Druck. "Mit dem Abschwung der Exporte könnte sich der Trend zur Deindustrialisierung nun auch in Deutschland verschärfen", habe ein Volkswirt geäußert.
Agrar: Die Preise für pflanzliche Erzeugnisse seien im Juni um 20,0% im Vergleich zum Juni 2024 eingebrochen, während die für Tiere und tierische Erzeugnisse um 12,7% gestiegen seien. Besonders für Speisekartoffeln sei weniger verlangt worden (-64,2%). Auch Blumenkohl (-30,2%) und Gurken (-24,9%) seien deutlich günstiger zu haben gewesen. Die Erzeugerpreise für Obst seien im Juni um 14,2% höher als ein Jahr zuvor gewesen. Deutliche Anstiege habe es u.a. bei Tafeläpfeln mit 23,8% gegeben. Der Milchpreis habe um 17,0% höher als im Vorjahresmonat gelegen. Bei Eiern sei es zu einer Preissteigerung von 8,0% gekommen, bei Rindern von 43,5%. Bei Schlachtschweinen seien die Preise hingegen um 5,1% gesunken.
Wochenausblick: Mit dem NAHB-Index und den Zahlen zu Baubeginnen und Baugenehmigungen starte die Woche im Zeichen des US-Immobilienmarkts. Spannend werde es zur Wochenmitte auch mit der Veröffentlichung des FOMC-Protokolls und mehreren FED-Reden. In Europa stünden am Donnerstag die vorläufigen PMI-Daten im Fokus und damit insbesondere Hinweise darauf, ob die jüngsten handelspolitischen Entwicklungen in den Etagen europäischer Einkaufsabteilungen ähnlich eingewertet würden, wie zuvor bereits in den stimmungsbasierten Umfragen an den Finanzmärkten. Im geldpolitischen Kontext nicht zu vergessen sei zudem das jährliche Symposium in Jackson Hole. Mit Sicherheit werde Jerome Powells Rede am Freitag dabei die meiste Aufmerksamkeit unter Beobachtern binden. (18.08.2025/alc/a/a)
Sowohl in der Industrie als auch im Einzelhandel sei es im Juli nicht so gut wie erwartet gelaufen. Dies schüre Sorgen um die Stärke der Binnennachfrage der nach den USA zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt. Die Industrieproduktion sei im vergangenen Monat im Jahresvergleich um 5,7% gestiegen, wie das Nationale Statistikbüro (NBS) mitgeteilt habe. Dies sei der schwächste Wert seit November 2024 und liege unter dem Wachstum von 6,8% im Juni. Fachleute hätten mit +5,9% gerechnet.
Die Einzelhandelsumsätze, ein wichtiger Indikator für den Konsum, hätten um 3,7% zugelegt. Dies sei der geringste Anstieg seit Dezember 2024 gewesen, auch hier sei die Experten-Prognose (+4,6%) verfehlt worden. Die Anlage-Investitionen seien in den ersten sieben Monaten des Jahres nur um 1,6% gestiegen und damit ebenfalls schwächer als erwartet.
Der Beschäftigungsabbau in der krisengeplagten deutschen Industrie habe sich im Frühjahr fortgesetzt. Im Produzierenden Gewerbe (ohne Bau) sei die Zahl der Erwerbstätigen in Q2 um 141.000 oder 1,7% im Vergleich zum Vorjahreszeitraum gesunken, wie das Statistische Bundesamt mitgeteilt habe. Die exportabhängige deutsche Industrie stehe unter wachsendem Druck. "Mit dem Abschwung der Exporte könnte sich der Trend zur Deindustrialisierung nun auch in Deutschland verschärfen", habe ein Volkswirt geäußert.
Agrar: Die Preise für pflanzliche Erzeugnisse seien im Juni um 20,0% im Vergleich zum Juni 2024 eingebrochen, während die für Tiere und tierische Erzeugnisse um 12,7% gestiegen seien. Besonders für Speisekartoffeln sei weniger verlangt worden (-64,2%). Auch Blumenkohl (-30,2%) und Gurken (-24,9%) seien deutlich günstiger zu haben gewesen. Die Erzeugerpreise für Obst seien im Juni um 14,2% höher als ein Jahr zuvor gewesen. Deutliche Anstiege habe es u.a. bei Tafeläpfeln mit 23,8% gegeben. Der Milchpreis habe um 17,0% höher als im Vorjahresmonat gelegen. Bei Eiern sei es zu einer Preissteigerung von 8,0% gekommen, bei Rindern von 43,5%. Bei Schlachtschweinen seien die Preise hingegen um 5,1% gesunken.
Wochenausblick: Mit dem NAHB-Index und den Zahlen zu Baubeginnen und Baugenehmigungen starte die Woche im Zeichen des US-Immobilienmarkts. Spannend werde es zur Wochenmitte auch mit der Veröffentlichung des FOMC-Protokolls und mehreren FED-Reden. In Europa stünden am Donnerstag die vorläufigen PMI-Daten im Fokus und damit insbesondere Hinweise darauf, ob die jüngsten handelspolitischen Entwicklungen in den Etagen europäischer Einkaufsabteilungen ähnlich eingewertet würden, wie zuvor bereits in den stimmungsbasierten Umfragen an den Finanzmärkten. Im geldpolitischen Kontext nicht zu vergessen sei zudem das jährliche Symposium in Jackson Hole. Mit Sicherheit werde Jerome Powells Rede am Freitag dabei die meiste Aufmerksamkeit unter Beobachtern binden. (18.08.2025/alc/a/a)


