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FOMC-Protokoll könnte die "falkenhafte Haltung" bei der letzten FED-Sitzung erklären


05.07.23 14:15
XTB

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die FED beschloss auf ihrer Juni-Sitzung, die Zinssätze im Einklang mit den Markterwartungen unverändert zu lassen, so die Experten von XTB.

Dies sei das erste Mal gewesen, dass die FED die Zinsen unverändert gelassen habe, nachdem sie in den letzten 15 Monaten zehn aufeinanderfolgende Zinserhöhungen vorgenommen habe. Während eine Reihe von Marktteilnehmern davon ausgegangen seien, dass es das Ende eines Zinserhöhungszyklus in den Vereinigten Staaten sein könnte, habe die FED ihre Prognosen deutlich restriktiver korrigiert und deute nun auf zwei weitere Zinserhöhungen in diesem Jahr hin. Werde das Protokoll die Maßnahmen der FED erläutern?

Powell habe kürzlich mehrmals wiederholt, dass die jüngsten Maßnahmen der FED nur eine weitere Verlangsamung des Straffungszyklus seien. Die FED habe die Zinsen zunächst um 75 Basispunkte pro Sitzung erhöht, sie später auf 50 Basispunkte und dann auf 25 Basispunkte verlangsamt. Derzeit werde bei jeder zweiten Sitzung eine Zinserhöhung um 25 Basispunkte erwartet. Die FED sei zunächst davon ausgegangen, dass die Inflation schneller sinken würde, sie bleibe jedoch auf einem relativ hohen Niveau, insbesondere die PCE-Kerninflation, die das Ziel der FED sei.

Darüber hinaus scheine die Wirtschaft widerstandsfähiger gegen Zinserhöhungen zu sein als zunächst angenommen, und eine allgemeine Abschwächung sei bislang nicht zu erkennen. Natürlich habe sich die Produktionsaktivität abgeschwächt, aber der breit angelegte Dienstleistungssektor oder der Immobiliensektor würden sich recht stabil halten.

Das FOMC-Protokoll könnte zeigen, dass die jüngste Haltung des FED-Chefs Powell ein Kompromissversuch zwischen Falken und Tauben sei. Die erstere Gruppe möchte mit den Zinserhöhungen fortfahren, während die letztere lieber abwarte und die Auswirkungen bereits durchgeführter Straffungen abschätze. Sollten die Protokolle jedoch zeigen, dass FOMC-Mitglieder künftige Zinserhöhungen als datenabhängig ansehen würden, könnten die Märkte dies als einen gemäßigten Hinweis sehen. Aus diesem Grund würden der kommende NFP-Bericht am Freitag dieser Woche und der CPI-Bericht am Dienstag nächster Woche genau beobachtet. (05.07.2023/alc/a/a)