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FED wird ihren monetären Straffungskurs wie geplant fortsetzen
17.12.18 11:00
Allianz Global Investors
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Bei der Beurteilung der US-Wirtschaftsentwicklung gelangen die Märkte und die Notenbank zu sehr unterschiedlichen Einschätzungen, so Franck Dixmier, Global Head of Fixed Income bei Allianz Global Investors.
Daher komme der anstehenden FED-Sitzung eine große Bedeutung zu. Sollte die Bank die Anleger überraschen, indem sie eine Fortsetzung ihres monetären Straffungskurses ankündige, könnte dies zu höherer Volatilität und einer steileren US-Zinsstrukturkurve führen.
Die FED-Sitzung am 18. und 19. Dezember finde vor einer fast schon dramatischen Kulisse statt:
- anhaltender Handelsstreit zwischen China und den Vereinigten Staaten
- wachsende Besorgnis über das Wirtschaftswachstum der USA
- hohe Volatilität und starke Korrektur am US-Aktienmarkt
- Zweifel an der Fähigkeit der FED, ihren Straffungskurs fortzusetzen
- gesunkene Inflationserwartungen
- eine drastische Abflachung der US-Zinskurve.
Das alles spiegele sich in einer Abwärtsrevision der Zinsänderungserwartungen wider. Die Märkte würden einer Leitzinserhöhung im Dezember inzwischen nur noch eine Wahrscheinlichkeit von etwa 70 Prozent beimessen. Für das Jahr 2019 würden sie praktisch keine Zinserhöhung mehr erwarten und für 2020 würden sie sogar eine Zinssenkung einpreisen.
Die Experten würden diese Erwartungen nicht teilen. Denn eine Reihe von Indikatoren, auf die die FED ihre geldpolitischen Entscheidungen stütze, würden auf eine gesunde - ja sogar robuste - US-Wirtschaft hinweisen:
- der Einkaufsmanagerindex habe Ende November ein Niveau von 54,7 Prozent erreicht und deute damit auf eine Ausweitung der Produktionstätigkeit hin
- das Verbrauchervertrauen habe sich verbessert
- die Industrieaufträge hätten sich erholt und seien im Oktober um 3,4 Prozent gestiegen, nach 1,5 Prozent im Vormonat
- die Arbeitslosenquote liege mit 3,7 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit fast 50 Jahren
- die Löhne hätten im November um 3,1 Prozent über Vorjahr gelegen
- der Rückgang der Ölpreise stütze die Kaufkraft der Konsumenten.
Angesichts dieser robusten Daten - die sich in den offiziellen Prognosen und den jüngsten Kommentaren von FED-Mitgliedern wiederfinden würden - würden die Experten davon ausgehen, dass die Notenbank ihren monetären Straffungskurs wie geplant fortsetzen werde. Sie könnte zwar Signale senden, dass für 2019 nur noch zwei statt drei Zinserhöhungsschritte zu erwarten seien, darunter werde sie nach Erwartung der Experten aber nicht gehen.
Würden die Experten mit dieser Einschätzung Recht behalten, berge die Dezember-Sitzung der FED einiges an Überraschungspotenzial: Eine Korrektur der Markterwartungen würde vermutlich zu einer höheren Volatilität und zu einer steileren US-Zinsstrukturkurve führen.
Aber wie immer die Sitzung auch ausgehe: Die FED habe gezeigt, dass sie sich auf das neutrale Zinsniveau - einen Leitzinssatz von etwa 3 Prozent - zubewege und dass der monetäre Kurs nicht mehr auf Autopilot stehe. Bei künftigen Zinsentscheidungen würden die jeweils jüngsten makroökonomischen Entwicklungen eine größere Rolle spielen. Dies mache den Entscheidungsprozess der FED letztlich weniger berechenbar, was zu mehr Volatilität führen könne. (17.12.2018/alc/a/a)
Daher komme der anstehenden FED-Sitzung eine große Bedeutung zu. Sollte die Bank die Anleger überraschen, indem sie eine Fortsetzung ihres monetären Straffungskurses ankündige, könnte dies zu höherer Volatilität und einer steileren US-Zinsstrukturkurve führen.
Die FED-Sitzung am 18. und 19. Dezember finde vor einer fast schon dramatischen Kulisse statt:
- anhaltender Handelsstreit zwischen China und den Vereinigten Staaten
- wachsende Besorgnis über das Wirtschaftswachstum der USA
- hohe Volatilität und starke Korrektur am US-Aktienmarkt
- Zweifel an der Fähigkeit der FED, ihren Straffungskurs fortzusetzen
- gesunkene Inflationserwartungen
- eine drastische Abflachung der US-Zinskurve.
Die Experten würden diese Erwartungen nicht teilen. Denn eine Reihe von Indikatoren, auf die die FED ihre geldpolitischen Entscheidungen stütze, würden auf eine gesunde - ja sogar robuste - US-Wirtschaft hinweisen:
- der Einkaufsmanagerindex habe Ende November ein Niveau von 54,7 Prozent erreicht und deute damit auf eine Ausweitung der Produktionstätigkeit hin
- das Verbrauchervertrauen habe sich verbessert
- die Industrieaufträge hätten sich erholt und seien im Oktober um 3,4 Prozent gestiegen, nach 1,5 Prozent im Vormonat
- die Arbeitslosenquote liege mit 3,7 Prozent auf dem niedrigsten Stand seit fast 50 Jahren
- die Löhne hätten im November um 3,1 Prozent über Vorjahr gelegen
- der Rückgang der Ölpreise stütze die Kaufkraft der Konsumenten.
Angesichts dieser robusten Daten - die sich in den offiziellen Prognosen und den jüngsten Kommentaren von FED-Mitgliedern wiederfinden würden - würden die Experten davon ausgehen, dass die Notenbank ihren monetären Straffungskurs wie geplant fortsetzen werde. Sie könnte zwar Signale senden, dass für 2019 nur noch zwei statt drei Zinserhöhungsschritte zu erwarten seien, darunter werde sie nach Erwartung der Experten aber nicht gehen.
Würden die Experten mit dieser Einschätzung Recht behalten, berge die Dezember-Sitzung der FED einiges an Überraschungspotenzial: Eine Korrektur der Markterwartungen würde vermutlich zu einer höheren Volatilität und zu einer steileren US-Zinsstrukturkurve führen.
Aber wie immer die Sitzung auch ausgehe: Die FED habe gezeigt, dass sie sich auf das neutrale Zinsniveau - einen Leitzinssatz von etwa 3 Prozent - zubewege und dass der monetäre Kurs nicht mehr auf Autopilot stehe. Bei künftigen Zinsentscheidungen würden die jeweils jüngsten makroökonomischen Entwicklungen eine größere Rolle spielen. Dies mache den Entscheidungsprozess der FED letztlich weniger berechenbar, was zu mehr Volatilität führen könne. (17.12.2018/alc/a/a)


