FED und EZB könnten DAX beflügeln


24.11.15 10:40
BNP Paribas

Paris (www.anleihencheck.de) - Kommt sie oder kommt sie nicht? Eine zuverlässige Prognose gibt es zwar nicht, doch die Chancen, dass eine Jahresendrally auch 2015 für gute Stimmung unter den Anlegern sorgen wird, ist recht hoch, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

Fakt sei: Im Wochenverlauf hätten Anleger sicherlich keinen Grund zur Klage gehabt, habe doch etwa der DAX um fast 3 Prozent an Wert zugelegt.

Diese Rally möge den einen oder anderen Anleger auch aufgrund der womöglich bevorstehenden Zinswende in den USA irritieren. Derzeit deute vieles darauf hin, dass die US-Notenbank FED den Leitzins auf ihrer nächsten Sitzung am 16. Dezember erstmals seit rund zehn Jahren wieder erhöhen werde. An sich würden Aktienmärkte auf steigende Leitzinsen eher mit Verlusten reagieren.

Dass sich der DAX zuletzt dennoch so robust präsentiert habe, dürfte zum einen damit zu erklären sein, dass Anleger mit dem ersten Zinsschritt der FED endlich Gewissheit hätten und die Zeit des Wartens vorüber wäre. Schließlich bereite die US-Notenbank den Markt schon seit Monaten auf diesen Schritt vor. Zudem signalisiere eine Zinserhöhung den Anlegern, dass die US-Wirtschaft sich auf einem guten Weg befinde; ansonsten würde die FED diesen Schritt nicht wagen.

Dass FED-Mitglied Dennis Lockhart jüngst Aussagen getätigt habe, die einen sehr behutsamen Zinserhöhungszyklus erahnen lassen würden - also mehrere Erhöhungen in größerem Maße nicht zu erwarten seien - dürfte Anlegern ebenfalls gefallen haben. Gleiches gelte für die ZEW-Konjunkturerwartungen für Deutschland, die sich im November erstmals nach sieben Rückgängen wieder aufgehellt hätten. Im Vergleich zum Vormonat sei der entsprechende Index um 8,5 Punkte auf 10,4 Zähler gestiegen.

Rückenwind könnte der DAX in den kommenden Tagen und Wochen auch von der Europäischen Zentralbank (EZB) erhalten. Grund: EZB-Chef Mario Draghi werde nicht müde zu wiederholen, dass die EZB - falls notwendig - weitere geldpolitische Lockerungsmaßnahmen beschließen könnte. Einige Experten würden erwarten, dass die Währungshüter bereits im Dezember ihre Geldschleusen erneut öffnen könnten. (Ausgabe vom 20.11.2015) (24.11.2015/alc/a/a)