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FED könnte Reduktion der Anleihenkäufe um weitere 10 Mrd. USD pro Monat ankündigen


29.01.14 15:02
Bankhaus Ellwanger & Geiger

Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Ein Kurseinbruch in Höhe von 2,50 Prozent an den internationalen Aktienmärkten - ein Ereignis, das schon lange nicht mehr auftrat und das eigentlich an den stabil aufwärtsgerichteten und von unendlich scheinender Liquidität getragenen Märkten verbannt schien, so die Analysten vom Bankhaus Ellwanger & Geiger.

Nun könnte es aber sein, dass Ben Bernanke in seiner letzten Sitzung als FED-Präsident seiner Nachfolgerin Janet Yellen den Start etwas erleichtern möchte und eine Reduktion der FED-Anleihenkäufe um weitere 10 Mrd. USD pro Monat ankündigen werde. Die Ankündigung dieser Maßnahmen habe bereits Mitte 2013 zu einem starken Kapitalabfluss aus den Emerging Markets geführt, die sich nach der ersten Umsetzung im Dezember nun zu einer veritablen Emerging-Markets-Krise auszuwachsen gedroht habe. Insbesondere Währungen von Ländern, die hohe Leistungsbilanzdefizite aufweisen würden und auf Auslandskapital angewiesen seien oder unter politischen Krisen leiden würden, seien in einen freien Fall übergegangen.

Nachdem nun die Zentralbanken der am meisten betroffenen Länder wie Indien, Brasilien und gestern die Türkei mit Leitzinsanhebungen reagiert hätten, habe dieser Trend gestoppt beziehungsweise sogar umgekehrt werden können. Die Zinsanhebungen könnten zwar wirtschaftliche Nachteile mit sich bringen. Die Devisenreserven dieser Länder seien aber in der Regel zu gering, um dauerhaft an den Märkten intervenieren zu können.

Die deutliche Abwertung vieler Schwellenländer-Währungen sorge dagegen für eine steigende Wettbewerbsfähigkeit der betroffenen Volkswirtschaften. Die Aktienkursrückgänge hätten zu einer Normalisierung vieler Schwellenländer-Bewertungen auf ein faires bis günstiges Niveau geführt. Zumindest die etablierten Industrieländer-Aktienmärkte würden als Reaktion auf die Zinsanhebungen wieder haussieren und hätten die Kursrückgänge der vergangenen Woche egalisiert.

Insgesamt dürfte dies aber ein Vorgeschmack auf die steigenden Volatilitäten der nächsten Monate sein. Es dürfte zu einem Wettstreit von hoffentlich positiven Wirtschaftsdaten und den Unsicherheiten im Verbund mit der Eingrenzung der Liquiditätsversorgung der US-amerikanischen Notenbank FED um die Beeinflussung der Investorenstimmung kommen. (29.01.2014/alc/a/a)