Erweiterte Funktionen

FED hält die Füße still


18.03.21 14:30
FONDS professionell

Wien (www.anleihencheck.de) - Trotz deutlich rosigerer Wirtschaftsprognosen hält die US-Notenbank an ihrem extrem niedrigen Leitzins fest, so die Experten von "FONDS professionell".

Die Konjunkturaussichten in den Vereinigten Staaten hätten sich massiv verbessert, vor allem dank der deutlichen Impffortschritte. Die US-Notenbank FED habe auf ihrer Sitzung am gestrigen Mittwoch (17. März) ihre Wachstumsprognose für das laufende Jahr deutlich angehoben: von 4,2 auf beachtliche 6,5 Prozent. Konsequenzen für das Zinsniveau hätten die Notenbanker daraus allerdings nicht gezogen. Das Gremium rund um Jerome Powell habe den Leitzins in der bisherigen Spanne von null bis 0,25 Prozent belassen - zur Überraschung vieler Investoren. Dass FED-Chef Powell die Zinswende trotz rosiger Konjunkturaussichten nicht vorziehe, sei "de facto eine weitere Lockerung der Geldpolitik", zitiere das "Handelsblatt" Mona Mahajan, Investmentstrategin bei Allianz Global Investors.

Auch an ihren Wertpapierkäufen in Höhe von 120 Milliarden US-Dollar pro Monat wolle die FED vorerst festhalten - bis "substanzielle weitere Fortschritte" in Bezug auf Vollbeschäftigung und Preisstabilität zu verzeichnen seien. Die Arbeitslosenquote in den USA dürfte im Jahresschnitt auf 4,5 Prozent sinken und damit einen halben Prozentpunkt stärker zurückgehen, als die FED im Dezember erwartet habe. Im Februar dieses Jahres seien wegen der Coronakrise noch 6,2 Prozent der Amerikaner ohne Job gewesen. Powell habe laut "Handelsblatt" allerdings deutlich gemacht, dass er sich bei weiteren geldpolitischen Schritten nicht auf Projektionen verlassen wolle, sondern abwarte, bis sich die Zahlen tatsächlich verbessert hätten.

Die Notenbank wolle mit ihrer weiterhin lockeren Geldpolitik ein "Taper Tantrum" wie im Jahr 2013 vermeiden. Anleger hätten damals auf die Aussicht steigender Zinsen panisch reagiert. Powell habe deshalb klargestellt, dass Investoren so bald keine höheren Zinssätze sehen würden. Bis die Wirtschaft die Pandemie komplett hinter sich gebracht habe, werde es noch eine Weile dauern, habe er erklärt. Die Notenbanker würden davon ausgehen, dass die Leitzinsen noch bis mindestens 2023 nahe null bleiben würden. Daran sollten auch höhere Inflationsraten nichts ändern. Für das laufende Jahr würden die Währungshüter eine Teuerungsrate von 2,4 Prozent und damit spürbar mehr als die angestrebten zwei Prozent erwarten. Ein kurzzeitiges Überschießen der Inflation wolle die FED aber ausdrücklich tolerieren. (18.03.2021/alc/a/a)