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FED bleibt weiter bewusst hinter der Kurve


02.05.17 12:15
Allianz Global Investors

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die FED hat ihre Politikabsichten für 2017 und darüber hinaus klar formuliert, und wir erwarten, dass sich diese auch in der Stellungnahmen zum Mai-Treffen wiederfinden werden, so Franck Dixmier, Globaler Anleihenchef von Allianz Global Investors, im Vorfeld der FED-Sitzung am 3. Mai 2017.

Der Plan des Offenmarktausschusses sei es, die Zinsen in diesem Jahr zwei Mal, im Juni und September, zu erhöhen. Für 2018 würden die "Fed Dots" im Schnitt drei weitere Zinserhöhungen signalisieren. Die Experten würden keinen Grund dafür sehen, warum sich das ändern sollte.

Die Finanzmärkte hätten bislang ziemlich unbeeindruckt auf die Aussicht künftiger Zinserhöhungen reagiert und dürften auch die kommenden Nachrichten von der FED entsprechend leicht nehmen. Am guten Zustand der US-Wirtschaft gebe es allerdings nichts zu deuteln: Der Arbeitsmarkt weise nahezu Vollbeschäftigung auf und die Preisentwicklung liege in der Nähe der 2-Prozent-Zielmarke der FED.

Inoffiziell halte die FED auch die Finanzmarktstabilität im Auge, was derzeit sehr gut sei. Die Aktienmärkte seien auf Rekordhöhe und der Treasury-Markt sei stabil.

Als Ergebnis all dieser Faktoren würden die Experten erwarten, dass die FED ihre Geldpolitik nach wie vor langsam normalisieren werde, indem sie die Zinssätze in einem gemessenen Tempo anheben und höchstwahrscheinlich ab dem vierten Quartal kleine Schritte unternehmen werde, um ihre Bilanzsumme von USD 4,5 Billionen zu reduzieren.

Insgesamt bleibe die FED weiter bewusst hinter der Kurve, und erhöhe die Zinsen nicht in einem Tempo, das mit der Preisentwicklung Schritt halte. Die FED hätte bereits vor zwei Jahren alle Rechtfertigung gehabt, ihre Geldpolitik zu straffen, habe sich aber dagegen entschieden, um die Preissteigerung zu unterstützen.

Hinter den Kulissen berücksichtige die FED auch in die aggressiv lockere Geldpolitik in Japan und Europa. Die Währungshüter würden wissen, dass sie mit einer starken Straffung der Geldpolitik den US-Dollar gegen andere Währungen stärken und den Vereinigten Staaten in dem de-facto-Währungskrieg, der derzeit auf den Märkten ausgetragen werde, schaden würden. (02.05.2017/alc/a/a)