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FED-Sitzung: Jetzt geht’s los….
17.09.24 10:12
nordIX AG
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Die US-amerikanische Notenbank FED hat abweichend von der EZB mit nur einem zwei monetären Ziele: unter Sicherstellung eines stabilen Inflationsumfeldes einen maximalen US-Beschäftigungsgrad und die Gewährleistung stabiler Preise für Waren und Dienstleistungen, so Jens Franck, Leiter Portfoliomanagement bei dem Hamburger Fixed Income-Spezialisten nordIX AG.
Um das zu garantieren, habe die FED einen großen Baukasten an monetären "Tools" zur Verfügung, die an das makroökonomische Umfeld angepasst eingesetzt würden.
Die FED werde am 18. September 2024 das erste Mal nach vier Jahren einen sicheren Zinssenkungsschritt beschließen, zumal dieses Treffen durch die FED eigenen "Summary of Economic Projections" unterstützt werde. Letztlich habe FED-Chair Jerome H. Powell mit dem Hinweis "Es ist an der Zeit" auf dem August-Treffen der internationalen Zentralbanken in Jackson Hole einen Schritt bereits angekündigt. Das trotz langsam ansteigender Banken-Kreditvergabe restriktive Zinsniveau mit positiver Realverzinsung lasse eine nach CME FedWatch Tool voll eingepreiste Senkung um 25 Basispunkte von aktuell 525 bis 550 Basispunkte target-rate auf 500 bis 525 Basispunkte zu. Die seit längerem aufkommende Kritik, dass die FED zu spät agiere und damit einen Kontrollverlust erleide, sei ernst zu nehmen. Das größte "Gut" einer erfolgreichen Notenbankpolitik sei das Vertrauen in die Fähigkeit, den Zins bzw. den Preis des Geldes zu "beherrschen" und die Märkte auf diesem Weg "an die Hand zu nehmen".
Das zukünftig erwartete Inflationsgeschehen, untermauert durch aktuelle Konsumenten-Inflation von 2,50 Prozent, und die FED gewollte, möglicherweise zu starke Abkühlung der US-Konjunktur mit normalisierten Arbeitsmärkten zur Bekämpfung des gefühlt seit Jahren vorhandenen Inflationsumfeldes würden es zulassen, jetzt zu handeln. Am Ende sei es nicht entscheidend, ob die US-Notenbank 25- oder teileingepreiste 50 Basispunkte senke. Franck ordne einen ersten 25 Basispunkte-Schritt als kredibilitätsfördernd ein, zumal das geopolitische Umfeld und die anstehenden Wahlen in den USA eine vorsichtige Vorgehensweise geradezu verlangen und den seit letzter Zins-Erhöhung im Juli 2023 kommunizierten Kurs legitimieren würden. Gleichwohl sei die amerikanische Notenbank als eine entschlossene, scharf agierenden Notenbank in der Kapitalmarkthistorie aufgefallen. Die zunehmende Schärfe des US-Wahlkampfs lasse politische Überlegungen - wenn auch nicht offiziell - zu, zwischenzeitlich zu pausieren und erst wieder im Dezember aktiv zu werden. Daher sollte es niemanden überraschen, wenn die FED in einem ersten Schritt mehr liefere und die Zinsen um 50 Basispunkte senke. Das müsse allerdings nach der Zinsentscheidung in der folgenden Frage- und Antwort Runde an Chair Powell glaubhaft begründet werden und jeden Verdacht politischer Überlegungen ausräumen.
Die FED und die EZB seien im Zinssenkungsmodus angekommen. Beide Notenbanken würden Datenabhängig und zwischenzeitlich pausierend von Sitzung zu Sitzung entscheiden und auf der Suche nach einem neuen Gleichgewichtszustand der Zinsen wahrscheinlich bis in die Mitte 2025 rein das Notenbankzinsniveau in drei bis vier Schritten um ca. 75 bis 100 Basispunkte senken. Das sei Grund genug, den in Konkurrenz stehenden Assetklassen Rückenwind zu geben und somit konstruktiv in die seriös prognostizierbare Kapitalmarktzukunft zu schauen. Solange das makroökonomische Soft-Landing der großen Volkswirtschaften als Grundvoraussetzung für stabile Kapitalmärkte gelinge und die Unternehmen Geld verdienen würden, würden die Risiken in weiteren Eskalationsstufen der geopolitischen Auseinandersetzungen mit negativen Inflationseffekten und im Ausgang der US-Wahlen liegen. Daher begrüße Franck eine vorsichtige bedachte, die Risken abwägende Vorgehensweise beider Notenbanken. (Ausgabe vom 16.09.2024) (17.09.2024/alc/a/a)
Um das zu garantieren, habe die FED einen großen Baukasten an monetären "Tools" zur Verfügung, die an das makroökonomische Umfeld angepasst eingesetzt würden.
Das zukünftig erwartete Inflationsgeschehen, untermauert durch aktuelle Konsumenten-Inflation von 2,50 Prozent, und die FED gewollte, möglicherweise zu starke Abkühlung der US-Konjunktur mit normalisierten Arbeitsmärkten zur Bekämpfung des gefühlt seit Jahren vorhandenen Inflationsumfeldes würden es zulassen, jetzt zu handeln. Am Ende sei es nicht entscheidend, ob die US-Notenbank 25- oder teileingepreiste 50 Basispunkte senke. Franck ordne einen ersten 25 Basispunkte-Schritt als kredibilitätsfördernd ein, zumal das geopolitische Umfeld und die anstehenden Wahlen in den USA eine vorsichtige Vorgehensweise geradezu verlangen und den seit letzter Zins-Erhöhung im Juli 2023 kommunizierten Kurs legitimieren würden. Gleichwohl sei die amerikanische Notenbank als eine entschlossene, scharf agierenden Notenbank in der Kapitalmarkthistorie aufgefallen. Die zunehmende Schärfe des US-Wahlkampfs lasse politische Überlegungen - wenn auch nicht offiziell - zu, zwischenzeitlich zu pausieren und erst wieder im Dezember aktiv zu werden. Daher sollte es niemanden überraschen, wenn die FED in einem ersten Schritt mehr liefere und die Zinsen um 50 Basispunkte senke. Das müsse allerdings nach der Zinsentscheidung in der folgenden Frage- und Antwort Runde an Chair Powell glaubhaft begründet werden und jeden Verdacht politischer Überlegungen ausräumen.
Die FED und die EZB seien im Zinssenkungsmodus angekommen. Beide Notenbanken würden Datenabhängig und zwischenzeitlich pausierend von Sitzung zu Sitzung entscheiden und auf der Suche nach einem neuen Gleichgewichtszustand der Zinsen wahrscheinlich bis in die Mitte 2025 rein das Notenbankzinsniveau in drei bis vier Schritten um ca. 75 bis 100 Basispunkte senken. Das sei Grund genug, den in Konkurrenz stehenden Assetklassen Rückenwind zu geben und somit konstruktiv in die seriös prognostizierbare Kapitalmarktzukunft zu schauen. Solange das makroökonomische Soft-Landing der großen Volkswirtschaften als Grundvoraussetzung für stabile Kapitalmärkte gelinge und die Unternehmen Geld verdienen würden, würden die Risiken in weiteren Eskalationsstufen der geopolitischen Auseinandersetzungen mit negativen Inflationseffekten und im Ausgang der US-Wahlen liegen. Daher begrüße Franck eine vorsichtige bedachte, die Risken abwägende Vorgehensweise beider Notenbanken. (Ausgabe vom 16.09.2024) (17.09.2024/alc/a/a)


