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FED-Politik: Doch keine Rückkehr zur Normalität?
23.01.19 13:00
LYNX Broker
Berlin (www.anleihencheck.de) - Noch vor ein paar Wochen stand für die meisten Marktteilnehmer und Beobachter fest, dass es auch 2019 mindestens drei weitere Erhöhungen des Leitzinses in den USA geben würde, so die Experten von LYNX Broker.
Doch nachdem in der letzten Woche bereits FED-Präsident Jerome Powell zurückgerudert sei und in Anbetracht der Wirtschaftslage mehr Flexibilität versprochen habe, stoße nun auch John Williams, Präsident der New Yorker Zentralbank ins gleich Horn. Der unbedingte Wille der amerikanischen Notenbank, die Geldpolitik langsam aber sicher wieder zu normalisieren, scheine damit vorerst ad acta gelegt zu sein.
"Bislang stand für fast alle Beteiligten außer Frage, dass sich nach den vielen Jahren der Krisenpolitik in den kommenden Monaten eine Rückkehr zur normalen Geldpolitik anbahnen würde. Das hat auch Kritiker auf den Plan gerufen, unter anderem den amerikanischen Präsidenten. Doch jetzt sieht es so aus, als ob der bislang eingeschlagene Kurs doch nicht so strikt verfolgt werden könnte - zumindest deuten die Äußerungen von Jerome Powell und John Williams aus den vergangenen Tagen das an", erkläre Sascha Sadowski, Marktexperte beim Online-Broker LYNX. Er sehe in der nun immer stärker betonten Flexibilität der FED ein Zeichen dafür, dass die Realität die FED-Politik etwas überrumpelt haben könnte.
"Im vergangenen Jahr haben unter anderem die Steuervergünstigen der Trump-Administration dazu geführt, dass die Wirtschaft in den USA ein fulminantes Wachstum hingelegt hat. Hinzu kamen niedrige Zinsen. Um inflationäre Tendenzen zu verhindern waren die Zinserhöhungen und der kontinuierliche Abbau der Verbindlichkeiten in der Fed-Bilanz absolut richtig und wichtig", so Sadowski. Doch jetzt würden die Zahlen seiner Meinung nach eine andere Sprache sprechen: "Höhere Zinsen, der Handelskrieg mit China und ein Abflauen der positiven Effekte der Steuerreform haben insgesamt dazu geführt, dass sich das US-Wirtschaftswachstum auf einem gesunden, wenn auch niedrigeren Niveau bewegt. Auch die Gefahr einer Inflation scheint vorerst gebannt. Da sind weitere Zinserhöhungen nicht wirklich erforderlich und können auch nach hinten losgehen", so Sadowskis Warnung.
Das unterstreiche auch John Williams. Er habe vergangene Woche in New Jersey gesagt: "Wenn das Wachstum weiterhin deutlich über einem nachhaltigen Level liegt, könnten weitere Zinssteigerungen nötig werden. Wenn die Wirtschaft sich aber als weniger robust erweisen sollte, werde ich meine politischen Ansichten dementsprechend anpassen." Ähnliches habe bereits Jerome Powell angekündigt, was von einigen Beobachtern auch als ein Einknicken vor dem Druck Trumps gesehen worden sei. "Ob Einknicken oder nicht: Wichtig ist, dass die FED-Politik auch die Märkte im Auge behält. Diese wurden durch die jüngsten Aussagen jedenfalls deutlich beruhigt. Sie waren ein deutliches Zeichen, dass die Fed auch die Sorgen und Befürchtungen der Marktbeteiligten ernst nimmt, was insbesondere nach dem schlechtesten Dezemberergebnis seit der Großen Depression auch dringend nötig war", wie Sadowski ausführe. (23.01.2019/alc/a/a)
Doch nachdem in der letzten Woche bereits FED-Präsident Jerome Powell zurückgerudert sei und in Anbetracht der Wirtschaftslage mehr Flexibilität versprochen habe, stoße nun auch John Williams, Präsident der New Yorker Zentralbank ins gleich Horn. Der unbedingte Wille der amerikanischen Notenbank, die Geldpolitik langsam aber sicher wieder zu normalisieren, scheine damit vorerst ad acta gelegt zu sein.
"Im vergangenen Jahr haben unter anderem die Steuervergünstigen der Trump-Administration dazu geführt, dass die Wirtschaft in den USA ein fulminantes Wachstum hingelegt hat. Hinzu kamen niedrige Zinsen. Um inflationäre Tendenzen zu verhindern waren die Zinserhöhungen und der kontinuierliche Abbau der Verbindlichkeiten in der Fed-Bilanz absolut richtig und wichtig", so Sadowski. Doch jetzt würden die Zahlen seiner Meinung nach eine andere Sprache sprechen: "Höhere Zinsen, der Handelskrieg mit China und ein Abflauen der positiven Effekte der Steuerreform haben insgesamt dazu geführt, dass sich das US-Wirtschaftswachstum auf einem gesunden, wenn auch niedrigeren Niveau bewegt. Auch die Gefahr einer Inflation scheint vorerst gebannt. Da sind weitere Zinserhöhungen nicht wirklich erforderlich und können auch nach hinten losgehen", so Sadowskis Warnung.
Das unterstreiche auch John Williams. Er habe vergangene Woche in New Jersey gesagt: "Wenn das Wachstum weiterhin deutlich über einem nachhaltigen Level liegt, könnten weitere Zinssteigerungen nötig werden. Wenn die Wirtschaft sich aber als weniger robust erweisen sollte, werde ich meine politischen Ansichten dementsprechend anpassen." Ähnliches habe bereits Jerome Powell angekündigt, was von einigen Beobachtern auch als ein Einknicken vor dem Druck Trumps gesehen worden sei. "Ob Einknicken oder nicht: Wichtig ist, dass die FED-Politik auch die Märkte im Auge behält. Diese wurden durch die jüngsten Aussagen jedenfalls deutlich beruhigt. Sie waren ein deutliches Zeichen, dass die Fed auch die Sorgen und Befürchtungen der Marktbeteiligten ernst nimmt, was insbesondere nach dem schlechtesten Dezemberergebnis seit der Großen Depression auch dringend nötig war", wie Sadowski ausführe. (23.01.2019/alc/a/a)


