FED-Monetary Report bietet nichts Neues - US-Jobmotor läuft


10.07.17 09:01
National-Bank AG

Essen (www.anleihencheck.de) - Aufgrund des US-Arbeitsmarktberichtes wurden die durchaus positiven Nachrichten aus dem Euroraum kaum beachtet: Die Industrieproduktion in Deutschland und in Frankreich zog im Mai an, berichten die Analysten der National-Bank AG.

Dementsprechend stünden die Zeichen gar nicht schlecht, dass es im abgelaufenen Quartal erneut ein vergleichsweise starkes Wirtschaftswachstum gegeben haben könnte. Die deutschen Außenhandelsdaten, die heute Morgen veröffentlicht würden, dürften das bestätigen. Am Freitag habe jedoch eindeutig der US-Arbeitsmarktbericht im Fokus gestanden. Es seien erheblich mehr Stellen geschaffen worden, als es erwartet worden sei. Zugleich sei die Zahl der neuen Arbeitsplätze der Vormonate ebenfalls nach oben revidiert worden.

Die Lohnentwicklung sei jedoch, fast wie gewohnt, hinter den Schätzungen zurückgeblieben. Die Lohndynamik sei nach wie vor gering, obwohl es in den USA Vollbeschäftigung geben solle. Trotz der hohen Zahl neu geschaffener Stellen sei die Arbeitslosenquote ebenso wie die Unterbeschäftigungsquote gestiegen. Es deute also einiges daraufhin, dass es eine erhebliche Arbeitskräftereserve gebe, die bislang noch nicht auf den Arbeitsmarkt geströmt sei. Aufgrund der starken Nachfrage nach Arbeitskräften komme die Arbeitskräftereserve nun jedoch langsam auf den Arbeitsmarkt. Wahrscheinlich handle es sich bei diesen Arbeitskräften um solche, die lange keine Berufstätigkeit mehr ausgeübt hätten und dementsprechend erst einmal mit schlecht bezahlten Arbeitsplätzen im Dienstleistungsbereich vorlieb nehmen müssten. Das könnte ein Ansatz sein, um die geringe Lohndynamik zu erklären. Der positive Effekt sei ein Anstieg der Gesamteinkommen, was den privaten Verbrauch stabilisieren/stärken sollte.

Insofern seien die optimistischen Aussagen im Monetary Report der FED, den Janet Yellen im Laufe der Woche im Kongress vorstellen werde, gut nachzuvollziehen. Ansonsten biete der Bericht nichts Neues. Die Aussagen der meisten US-Notenbanker seien in den vergangenen Wochen sowieso eher optimistisch gewesen. Nichtsdestotrotz würden die Investoren erst einmal vorsichtig agieren und die Aussagen von Janet Yellen im Laufe der Woche genau verfolgen.

Heute Morgen seien bereits Preisdaten aus China veröffentlicht worden. Sowohl die Konsumenten- als auch die Erzeugerpreise seien im Rahmen der Schätzungen ausgefallen, sodass sie kaum Wirkung entfalten würden. Neben dem US-Arbeitsmarktbericht, den die Kapitalmärkte in Anbetracht der Bewegung auf den Aktienmärkten wohl als positiv einstufen würden, werde es um die Bewertung des G20-Treffens gehen. Immerhin drohe kein unmittelbarer Einschnitt im Handel, auch wenn die unterschiedlichen Einschätzungen deutlich würden. Immerhin biete die Position der USA auch Chancen, sofern sich die anderen Länder auf gemeinsame Regeln verständigen würden und tatsächlich bereits seien, den Handel zu fördern.

Außerdem sei mehr oder weniger in letzten Minuten verhindert worden, dass Griechenland Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen könne. ECOFin habe der Freigabe der neuen Mittel nämlich nur unter Auflagen zugestimmt, die jedoch von der griechischen Seite erst am Freitag erfüllt gewesen seien.

Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) dürfte kaum verändert in die Handelswoche starten. Er bleibe angeschlagen. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 159,80 und 161,45 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,31% und 2,45% schwanken. (10.07.2017/alc/a/a)





hier klicken zur Chartansicht

Aktuelle Kursinformationen mehr >
Kurs Vortag Veränderung Datum/Zeit
125,717 € 125,3577 € 0,3593 € +0,29% 01.01./01:00
 
ISIN WKN Jahreshoch Jahrestief
DE0009652644 965264 131,95 € 124,26 €