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FED: Höher für länger oder höher für den Moment
29.04.24 09:52
Janus Henderson Investors
London (www.anleihencheck.de) - Anfang 2024 stand weitgehend im Zeichen der Beseitigung allzu aggressiver erwarteter FED-Senkungen, so John Kerschner, Head of US Securitised Products und Portfolio Manager von Janus Henderson Investors.
Powells "dovishe" Haltung Ende 2023 sei auf anhaltenden Inflationsdruck und ein robusteres und stabileres US-Wachstumsumfeld gestoßen. Die jüngsten stärker als erwartet ausgefallenen Inflationsdaten hätten die Märkte verunsichert und die Zinsen hätten 2024 Höchststände erreicht und würden eine extreme Volatilität aufweisen. Die FED konzentriere sich wieder auf die "Daten", um ihre Entscheidung zu treffen.
Somit gewinne jeder neue Inflationswert an Bedeutung und der Markt habe einen "im Rahmen bleibenden" Wert gebraucht, der zeige, dass die FED diesen Kampf nicht zu verlieren beginne. Die gute Nachricht: Der von der US-Notenbank bevorzugte Indikator für die Kerninflation (Core PCE) habe bestätigt, dass die Inflation zwar weiter anhalte, sich aber nicht wie von einigen befürchtet verstärke. Die Zahl habe mit 2,8% auf Vormonatsniveau gelegen. Der Monatsvergleich sei ebenfalls stabil bei 0,3% geblieben, ähnlich wie im Vormonat. Tatsache sei, dass die FED monatliche Daten von durchschnittlich 0,15% bis 0,2% benötige, um ihr erklärtes 2%-Ziel zu erreichen, was derzeit noch in weiter Ferne zu liegen scheine. Obwohl die Inflation für die FED immer noch zu hoch sei, könnte es bei weiteren Verbesserungen immer noch vernünftig sein, 2024 eine, vielleicht zwei Zinssenkungen vorzunehmen. Konkret sei die Dienstleistungsinflation ohne die volatileren Bereiche Wohnungsbau und Energie um 0,4% gegenüber dem Vormonat gestiegen, also eine leichte Steigerung gegenüber dem letzten Monat davor.
Das solide Arbeitsmarktbild, die derzeitige Wachstumsstärke der USA und die sich verlangsamende, aber anhaltende Inflation würden Janus Henderson zuversichtlich stimmen, dass die Geduld der FED der richtige Ansatz sei. Ein wichtiger, aber wenig beachteter Indikator sei der Citi Economic Surprise Index, der Datenüberraschungen im Vergleich zu den Markterwartungen messe. Dieser Indikator sei in den letzten Monaten stetig gesunken, was darauf hindeuten könnte, dass ein höherer Leitzins die US-Makrodaten negativ beeinflussen könnte. Unabhängig davon, ob der Leitzins höher für länger oder höher für den Moment sei, sollten Anleger die Vorteile der hohen Renditen des letzten Jahrzehnts nutzen und wie die FED weiterhin die Daten beobachten. (Ausgabe vom 26.04.2024) (29.04.2024/alc/a/a)
Powells "dovishe" Haltung Ende 2023 sei auf anhaltenden Inflationsdruck und ein robusteres und stabileres US-Wachstumsumfeld gestoßen. Die jüngsten stärker als erwartet ausgefallenen Inflationsdaten hätten die Märkte verunsichert und die Zinsen hätten 2024 Höchststände erreicht und würden eine extreme Volatilität aufweisen. Die FED konzentriere sich wieder auf die "Daten", um ihre Entscheidung zu treffen.
Somit gewinne jeder neue Inflationswert an Bedeutung und der Markt habe einen "im Rahmen bleibenden" Wert gebraucht, der zeige, dass die FED diesen Kampf nicht zu verlieren beginne. Die gute Nachricht: Der von der US-Notenbank bevorzugte Indikator für die Kerninflation (Core PCE) habe bestätigt, dass die Inflation zwar weiter anhalte, sich aber nicht wie von einigen befürchtet verstärke. Die Zahl habe mit 2,8% auf Vormonatsniveau gelegen. Der Monatsvergleich sei ebenfalls stabil bei 0,3% geblieben, ähnlich wie im Vormonat. Tatsache sei, dass die FED monatliche Daten von durchschnittlich 0,15% bis 0,2% benötige, um ihr erklärtes 2%-Ziel zu erreichen, was derzeit noch in weiter Ferne zu liegen scheine. Obwohl die Inflation für die FED immer noch zu hoch sei, könnte es bei weiteren Verbesserungen immer noch vernünftig sein, 2024 eine, vielleicht zwei Zinssenkungen vorzunehmen. Konkret sei die Dienstleistungsinflation ohne die volatileren Bereiche Wohnungsbau und Energie um 0,4% gegenüber dem Vormonat gestiegen, also eine leichte Steigerung gegenüber dem letzten Monat davor.
Das solide Arbeitsmarktbild, die derzeitige Wachstumsstärke der USA und die sich verlangsamende, aber anhaltende Inflation würden Janus Henderson zuversichtlich stimmen, dass die Geduld der FED der richtige Ansatz sei. Ein wichtiger, aber wenig beachteter Indikator sei der Citi Economic Surprise Index, der Datenüberraschungen im Vergleich zu den Markterwartungen messe. Dieser Indikator sei in den letzten Monaten stetig gesunken, was darauf hindeuten könnte, dass ein höherer Leitzins die US-Makrodaten negativ beeinflussen könnte. Unabhängig davon, ob der Leitzins höher für länger oder höher für den Moment sei, sollten Anleger die Vorteile der hohen Renditen des letzten Jahrzehnts nutzen und wie die FED weiterhin die Daten beobachten. (Ausgabe vom 26.04.2024) (29.04.2024/alc/a/a)


