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FED-Entscheidung: Weitere Zinserhöhung erwartet


13.12.17 14:00
M&G Investments

London (www.anleihencheck.de) - Die US-Notenbank wird heute Abend ihren aktuellen Zinsentscheid bekannt geben - Marktbeobachter rechnen mit einer Erhöhung, so die Experten von M&G Investments.

Wichtiger für die langfristigen wirtschaftlichen Aussichten allerdings sei die Rendite der 2-jährigen US-Treasuries, sage Tristan Hanson, Manager des M&G Global Target Return Fund.

Die vielleicht wichtigste, aber am wenigsten diskutierte Entwicklung 2017 sei der Anstieg der Rendite der 2-jährigen US-Staatsanleihe gewesen, die 1,8 Prozent erreicht habe, nachdem sie das Jahr knapp unter 1,2 Prozent begonnen habe. Wie sich die 2-jährige Rendite in den USA 2018 entwickele, könnte einen wesentlichen Einfluss auf die globalen Marktaussichten im nächsten Jahr haben.

Warum sei das wichtig? Die Steigung der 2-jährigen Rendite spiegele eine Reihe von Zinserhöhungen im Jahr 2017 wider - heute werde eine weitere Zinserhöhung erwartet. Der Markt impliziere weitere Zinserhöhungen der Federal Reserve in den Jahren 2018 und 2019, um den Bargeldzins in Richtung 2 Prozent zu erhöhen. Andererseits scheine die Entwicklung von länger laufenden Anleihen eine gewisse Skepsis zu widerspiegeln, ob ein positives wirtschaftliches Umfeld über diesen Horizont hinaus anhalten werde. Zur Veranschaulichung: Die Rendite der zehnjährigen Treasuries in den USA sei im Laufe des Jahres 2017 gesunken, trotz des Anstiegs der 2-jährigen Renditen. Diese Abflachung der US-Kurve habe dieses Jahr viel Aufsehen erregt.

Es scheine, dass sich die Märkte einer kritischen Phase nähern würden. Wenn die 2-jährige Rendite im nächsten Jahr weiter ansteigen sollte, wie sie es bisher tue, dann wahrscheinlich deshalb, weil Anleger ihre Erwartungen für das mittelfristige Wachstum in den USA nach oben korrigiert hätten und nun Zinssätze über 2 Prozent für längerfristig realistisch einstufen würden. Dies hätte erhebliche Auswirkungen auf die Weltmärkte, da die Rentenmärkte und bestimmte Aktiensektoren, die von niedrigeren Zinsen profitiert hätten, unter Druck geraten könnten.

Wenn die seit einem Jahrzehnt andauernde Niedrigzinsphase anhalte und die Anleger keinen Anlass sehen würden, ihre Konjunkturprognosen zu verbessern, dann sei es unwahrscheinlich, dass die Rendite für die zweijährigen US-Staatsanleihen noch viel weiter steige. In diesem Umfeld könnten Wachstumstitel, die sich 2017 gut entwickelt hätten, unter Druck geraten.

In einem Jahr werden wir wissen, welche Zinserwartungen den Sieg davongetragen haben, so die Experten von M&G Investments. In der Zwischenzeit sollten Anleger die 2-jährige Rendite aufmerksam beobachten. (13.12.2017/alc/a/a)