Express-Anleihe auf SAP: Umsatzprognose gekappt und Doppelspitze abgeschafft


25.07.13 16:59
ZertifikateJournal

Schwarzach am Main (www.anleihencheck.de) - Die Experten vom "ZertifikateJournal" stellen in ihrer aktuellen Ausgabe eine Express-Anleihe der LBBW auf die SAP-Aktie vor.

SAP habe seine Prognose für das laufende Jahr kassiert. Zwar würden die Geschäfte in Europa und Nordamerika gut laufen, doch in der Region Asien-Pazifik-Japan seien die Umsatzerlöse um sieben Prozent zurückgegangen. Wegen der Unsicherheit über die wirtschaftliche Entwicklung in Fernost würden viele Unternehmen ihre Investitionen auf die lange Bank schieben, so SAP-Co-Chef Jim Hagemann Snabe. Das gelte insbesondere für Japan und Australien, zwei der größten Märkte von SAP in der Region.

Mit einer Verbesserung rechne der Konzern erst im kommenden Jahr. Deswegen sollten die Umsätze im Produkt- und Servicebereich 2013 statt elf bis 13 Prozent nur noch mindestens zehn Prozent zulegen. Dabei habe das Unternehmen zu Beginn des Monats die Prognose noch bestätigt. Immerhin würden die Walldorfer an ihrer Gewinnerwartung festhalten. Sie würden weiterhin ein Betriebsergebnis zwischen 5,85 und 5,95 Mrd. Euro anpeilen.

Die Produkt- und Serviceumsätze seien im zweiten Quartal - dank einer starken Nachfrage in den USA und Südamerika - um sechs Prozent geklettert. Die Lizenzverkäufe seien allerdings zurückgegangen. Der Gesamtumsatz von April bis Juni habe um vier Prozent auf 4,06 Mrd. Euro zugelegt. Das Betriebsergebnis - um Währungseffekte bereinigt – sei um zehn Prozent auf 1,22 Mrd. Euro geklettert. Damit habe SAP eine operative Marge von 24,3 Prozent erzielt, vor einem Jahr habe sie noch bei 23,6 Prozent gelegen. Unterm Strich habe der DAX-Konzern mit 724 Mio. Euro rund zehn Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres verdient.

Das Cloud-Geschäft werde für den Konzern immer wichtiger. Im zweiten Quartal habe SAP die Erlöse aus dem Cloud-Geschäft um 166 Prozent auf 183 Mio. Euro gesteigert. Mittlerweile zähle der Konzern 30 Mio. Nutzer für die eigenen Cloud-Anwendungen. Aber SAP wolle mehr: Aufs Jahr hochgerechnet wolle der Konzern die Umsatzmarke von einer Milliarde Euro knacken. Beeindruckend: 2011 hätten die Walldorfer mit dem Cloud-Geschäft gerade mal einen Jahreserlös von 18 Mio. Euro erwirtschaftet. 2015 solle das Cloud-Geschäft gar einen Erlösbeitrag von zwei Milliarden Euro liefern. Damit läge der Anteil am Gesamtumsatz aktuellen Schätzungen zufolge bei 9,4 Prozent.

Nicht nur die korrigierte Umsatzprognose habe bei den Anlegern für Nervosität gesorgt, auch der geplante Vorstandsumbau stoße auf wenig Gegenliebe. SAP gebe seine Doppelspitze auf. Snabe werde seinen Posten als Vorstandssprecher bei der Hauptversammlung im Mai 2014 niederlegen, so das Unternehmen. Er werde aus persönlichen Gründen in den Aufsichtsrat wechseln. Sein Kollege Bill McDermott solle von da an - sofern die Hauptversammlung zustimme - den Konzern alleine leiten.

Ein Paukenschlag: Bis zuletzt habe Snabe die Doppelspitze gegen jegliche Kritik verteidigt. Die Machtverlagerung schüre die Debatte über einen Bedeutungsverlust Deutschlands. Aber SAP müsse sich neu erfinden. Die USA seien der größte Softwaremarkt der Welt. Nirgends sei die Nachfrage nach Cloudanwendungen größer als jenseits des Atlantiks - und McDermott solle SAP auf diesem Markt positionieren.

So richtig würden Anleger dem Braten nicht trauen - und erst mal Kasse machen. Die Aktie habe auf Wochensicht rund 3,4 Prozent verloren. Aktuell werde der Titel für Preise um 55,00 Euro gehandelt. Hier verlaufe eine markante Unterstützungslinie, an der sich die Aktie zuletzt mehrmals gefangen habe. Sollte sie jedoch reißen, könne es zügig Richtung 50,00 Euro gehen. Kein Problem für eine neue Express-Anleihe der LBBW.

Das Papier zahle halbjährlich einen Zins von 3,0 Prozent p.a. - und das unabhängig von der Kursentwicklung der SAP-Aktie. Zudem hätten Anleger an jedem der Stichtage die Chance auf eine vorzeitige Tilgung, nämlich dann, wenn die Aktie über ihrem Referenzwert notiere. Komme es während der Laufzeit zu keiner vorzeitigen Rückzahlung, entscheide im August 2017 eine Barriere von 66 Prozent des Startwerts darüber, ob das Papier zur Nominale von 1.000 Euro oder - entsprechend dem Bezugsverhältnis - in Aktien getilgt werde. (Ausgabe 29/2013) (25.07.2013/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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