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Ex-Krisenstaaten liefern positive Renditen


28.10.20 12:45
Quant.Capital Management

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Es sind die Nachwehen der Euro-Krise: Portugal, Italien, Irland, Griechenland und Spanien müssen zumindest in langen Laufzeiten noch immer für frisches Geld bezahlen, während die meisten anderen Euro-Länder mittlerweile über fast alle Laufzeiten negative Zinsen ausweisen, so die Experten von Quant.Capital Management.

"Da wegen der Pandemie jetzt aber ein Einstieg in die Vergemeinschaftung der Schulden geschafft ist, könnten sich auch diese Zinsdifferenzen bald noch angleichen", sage Ivan Mlinaric, Geschäftsführer der Quant.Capital Management GmbH.

Italien liege dabei nach Daten des Zins-Trackers (www.zins-tracker.de) mit 1,63 Prozent Rendite für die 30-jährigen Papiere an der Spitze, gefolgt von Spanien, Portugal und Irland, das nur noch bei 0,38 Prozent liege. "Griechische Anleihen mit Laufzeiten ab 15 Jahren weisen Renditen von über einem Prozent auf", sage Mlinaric. So liege die Rendite fast gleichauf mit Italien, die kürzeren sogar darüber. "Insofern ist durchaus zu interpretieren, dass am langen Ende das Risiko griechischer Anleihen noch als höher gesehen wird - mit entsprechend höheren Renditen", so Mlinaric.

In den vergangenen Monaten hätten sich dabei die Schwankungen etwas geglättet. "Durch die Pandemie und ihre wirtschaftliche Bekämpfung ist so viel Geld in den Markt gepumpt worden, dass viele Kennzahlen ihre Aussagekraft eingebüßt haben", sage Mlinaric. Das gelte umso mehr, weil die EU den weltweit lange erwarteten Schritt hin zu einer gemeinsamen Schuldenaufnahme gegangen sei. "Auch wenn die entsprechenden Bestimmungen noch sehr weich sind: Die Richtung wird als Ziel genommen und davon werden auch die Ex-Krisenstaaten profitieren", so Mlinaric.

Dabei habe es mit Irland ein Staat bereits sehr weit geschafft, sich aus der Krise heraus- und an die Renditeniveaus der anderen EU-Staaten heranzuarbeiten. "Während bei den anderen Ex-Krisenstaaten auch kürzere Laufzeiten teilweise noch positiv rentieren, ist es bei Irland anders: Nur die längsten Laufzeiten sind noch im positiven Bereich, alles andere zeigt bereits ein Minus", so Mlinaric. Damit habe es Irland geschafft, ungefähr auf das Niveau Frankreichs zu kommen.

Wer also EU-weit auf der Suche nach positiven Renditen sei, werde in den Ex-PIIGS noch fündig. "Allerdings ist zu erwarten, dass sich die Renditen weiter angleichen, je länger die Pandemie und damit auch die Geldschwemme dauert", so Mlinaric. Für risikobereite Investoren, die auf die Durchhaltekraft der EZB vertrauen würden, also eine gute Chance, auf Kurssteigerungen zu hoffen. "Für viele eher konservative Investoren sinkt damit allerdings neuerlich die Attraktivität, wenn Renditen nicht mehr das gefühlte Risiko der Staaten abbilden", sage Mlinaric. (28.10.2020/alc/a/a)