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Evergrande: Kuponzahlung für USD-Anleihen verpasst


27.09.21 16:30
Generali Investments

Köln (www.anleihencheck.de) - Evergrande hat am Donnerstag, 23. September, eine Kuponzahlung für USD-Anleihen verpasst, so die Experten von Generali Investments.

Der chinesische Immobilienkonzern habe nun eine 30-tägige Frist, um die fälligen Beträge zu zahlen, andernfalls werde die verpasste Kuponzahlung einen technischen Ausfall der Offshore-Schuldtitel auslösen. Das Research Team von Generali Investments gebe eine erste Einschätzung zu den weiteren Konsequenzen ab.

Die Situation auf dem globalen Anleihemarkt sei angespannt. Zurzeit würden Dollar-Anleihen mit einem 75-prozentigen Abschlag bewertet, was dem Szenario einer Schuldenliquidation entspreche, während den Experten von Generali Investments eine Reprofilierung der Schulden (Laufzeitverlängerung, Debt-to-Equity-Swaps) wahrscheinlicher erscheine und zu höheren Anleihekursen führen würde.

Evergrande sei nach Meinung der Experten von Generali Investments kein Lehman-Moment: Auch wenn sie glauben würden, dass die Aktien- und Anleihegläubiger von Evergrande die Hauptlast tragen würden, würden die Experten von Generali Investments es für unwahrscheinlich halten, dass dies eine globale und systemische Krise auslösen würde, da die Art der Aktivitäten des Unternehmens weniger systemisch sei als die des Finanzsektors. Die Beträge, die abgeschrieben werden müssen, scheinen überschaubar, so die Experten von Generali Investments.

Die Evergrande-Geschichte erhöhe das Risiko einer stärkeren Abkühlung des Immobiliensektors und der chinesischen Wirtschaft insgesamt. Peking habe mehrere Maßnahmen zum Abbau der Schulden im Immobiliensektor ergriffen. Die wichtigsten Instrumente seien der "Drei-Rot-Linien"-Ansatz und die Begrenzung der Kreditvergabe durch die People's Bank of China.

Die chinesische Regierung wolle zum einem das Kreditrisiko besser bewerten und zum anderen die Immobilienspekulation und die Preise abkühlen sowie die Hauskäufer schützen. Sie wolle jedoch einen Immobiliencrash vermeiden, der sich sowohl auf die Haushalte als auch auf das Finanzsystem auswirken und die Krise systemisch machen würde. Die Anleihegläubiger würden also einen gewissen Schmerz erleiden, aber China werde hart daran arbeiten, nachteilige Ketteneffekte zu vermeiden. (27.09.2021/alc/a/a)