Eurozone: Rückgang der Inflationsrate ebnet Weg für weitere Zinssenkungen


18.09.24 10:43
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Der Gesamt-PMI stieg im August leicht von 50,2 auf 51,0 Punkte und verharrte somit in der Expansionszone, so die Analysten von Postbank Research.

Mit unverändert 45,8 Punkten zeichne sich keinerlei Erholung der Industrie ab, während der PMI der Dienstleistungen moderat von 51,9 auf 52,9 gestiegen sei - primär aufgrund der guten Daten aus Frankreich im Umfeld der Olympischen Spiele.

Die Inflationsrate saseink im August erwartungsgemäß von 2,6 auf 2,2 Prozent gesunken, die Kerninflation von 2,9 auf 2,8 Prozent. Die Dienstleistungsinflation sei leicht auf 4,2 Prozent gestiegen.

Die Arbeitslosenquote sei im Juli von 6,5 Prozent zurück auf das Rekordtief von 6,4 Prozent gesunken. Das Wirtschaftswachstum bleibe eher schwach, das BIP sei in Q2 revidiert nur um 0,2 Prozent gestiegen.

Dass der Inflationsrückgang teils auf Basiseffekten beruht habe, die sich im Herbst wieder umkehren würden, und dass Kern- und Dienstleistungsinflation ein ganzes Stück entfernt von der Zielrate von 2,0 Prozent verharren würden, spreche für ein behutsames Lockerungstempo im Quartalsrhythmus statt für kontinuierliche Zinssenkungen an aufeinanderfolgenden Sitzungen.

Die EZB habe am 12. September den Einlagensatz erwartungsgemäß von 3,75 auf 3,5 Prozent gesenkt. Die Terminmärkte würden bis Jahresende mit 38 b.p. rund 1,5 Zinssenkungen einpreisen. Die Rendite zehnjähriger Bunds sei Anfang September bis auf rund 2,35 Prozent gestiegen, dann aber den US-Renditen zurück bis auf 2,12 Prozent gefolgt. Auf Sicht von sechs Monaten sollte die Rendite nach Ansicht der Analysten von Postbank Research moderat höher liegen. (Zinsbulletin September 2024) (18.09.2024/alc/a/a)