Eurozone: Nahrungsmittel- und Servicepreise schieben Inflation an


07.01.20 08:30
HSBC Trinkaus & Burkhardt

Düsseldorf (www.anleihencheck.de) - Im Oktober 2019 hatte die Inflation in der Eurozone mit nur 0,7% gg. Vj. noch ein Dreijahrestief verzeichnet, so die Analysten von HSBC Trinkaus & Burkhardt.

Im Dezember dürfte sich die allgemeine Rate auf 1,3% erhöht haben. Das spürbare Anziehen der Jahresrate werde vor allem durch Basiseffekte hervorgerufen, die von den zum Jahresende 2018 stark gesunkenen Energiepreisen herrühren würden. Der Anstieg der Nahrungsmittel- und Dienstleistungspreise im aktuellen Berichtsmonat wirke sich zudem preistreibend auf den gesamten Warenkorb aus.

Die Kernrate dürfte indes im Dezember leicht von 1,3% auf 1,2% zurückgegangen sein, was verdeutliche, dass der generelle Preisdruck ohne die recht volatilen Komponenten "Nahrungsmittel" und "Energie" weiterhin gering ausfalle. Im Gesamtjahr 2020 würden die Analysten lediglich mit einem moderaten Anziehen der durchschnittlichen Teuerung von 1,2% auf 1,3% gg. Vj. rechnen.

Eine steigende Inflationsrate im gemeinsamen Währungsraum zum Jahreswechsel 2019/20 dürfte den Druck auf die EZB verringern, über weitere geldpolitische Expansivmaßahmen nachzudenken. Die Analysten würden in diesem Jahr in der Eurozone mit einem unveränderten Leitzinsniveau und der Beibehaltung der Nettokäufe am Anleihemarkt von monatlich 20 Mrd. EUR rechnen. Somit dürften die Renditen an den europäischen Staatsanleihemärkten niedrig bleiben. (07.01.2020/alc/a/a)