Eurozone: Datenflut zu Inflation und BIP - EZB-Zinserhöhungen zunehmend unwahrscheinlich


02.09.25 11:24
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Die makroökonomische Agenda der Eurozone könnte diese Woche ereignisreich sein und sowohl weiche als auch harte Daten enthalten, so die Analysten von Postbank Research.

Zu den weichen Daten würden die zweiten Werte der HCOB Einkaufsmanagerindizes für die Eurozone für August und die Flash-Schätzung für die Einkaufsmanagerindizes in Italien und Spanien (Montag) gehören. Die vorläufigen Ergebnisse der umfassenden Einkaufsmanagerindizes würden auf einen anhaltenden Anstieg der Wirtschaftsaktivität in der Eurozone hindeuten. Das zeige eine gewisse Beschleunigung des Wirtschaftswachstums, die auf die nachlassende Unsicherheit im Zusammenhang mit der US-Handelslage zurückzuführen sei. Die Freigabe des Rahmenabkommens über "Gegenseitigen, fairen und ausgewogenen Handel" habe eine gewisse Erleichterung für die europäischen Exporteure gebracht, da Pharmazeutika und Halbleiter dem Zollsatz von 15% unterworfen seien.

Unter den harten Daten werde die Flash-Schätzung der Verbraucherpreisinflation der Eurozone (Dienstag) für August viel Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Im Juli sei die Gesamtinflationsrate unverändert bei 2,0% geblieben, während die Kerninflation im dritten Monat in Folge bei 2,3% gelegen habe. Die Produzentenpreisinflation (Mittwoch) für August sollte mehr Aufschluss über den Preisdruck im Großhandel geben. Weitere wichtige Daten seien die Arbeitslosenquote (Montag) für den Euroraum im Juli, die Einzelhandelsumsätze der Eurozone (Donnerstag) und der zweite Wert des BIP der Eurozone für das 2. Quartal 2025.

Weiche und harte Daten sollten Aufschluss über die Volkswirtschaft der Eurozone geben. Während sich das Wirtschaftswachstum leicht beschleunigen dürfte, könnte die Inflation in der Eurozone vorerst nahe am EZB-Ziel von 2,0% bleiben. Vor diesem Hintergrund sollten sich die Märkte bei der Vorstellung abkühlen, dass die EZB bis zum Jahresende weitere Zinserhöhungen vornehmen werde. (Ausgabe vom 01.09.2025) (02.09.2025/alc/a/a)