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Eurozone: Auf der Suche nach Beruhigung


19.08.25 09:15
Postbank Research

Bonn (www.anleihencheck.de) - Es wird erwartet, dass sich die Auswirkungen der anhaltenden Unsicherheiten im Zusammenhang mit den Zollverhandlungen und den endgültigen Zollsätzen allmählich in langsameren wirtschaftlichen Fundamentaldaten niederschlagen, so die Analysten von Postbank Research.

An den Handels- und Leistungsbilanzdaten der Eurozone könnten einige Auswirkungen des rückläufigen Handels oder der Veränderung der Handelsstrukturen deutlich werden. Die endgültigen Inflationsdaten für Juli dürften die vorläufigen Werte für die Kernrate der Verbraucherpreisinflation von etwas über 2% bestätigen. Die Einkaufsmanagerindices, die am Donnerstag veröffentlicht würden, dürften leicht über der Marke von 50 liegen, was auf ein positives, aber schleppendes Wirtschaftswachstum hinweisen würde. Und nicht zuletzt werde erwartet, dass sich das Verbrauchervertrauen weiter verbessere, wenn auch nach wie vor auf niedrigem Niveau. Da sich die Risiken für das Wirtschaftswachstum nach oben und unten in etwa die Waage halten würden, überrasche es nicht, dass die EZB-Mitglieder in Bezug auf die künftige Geldpolitik völlig offen bleiben würden. Ratsmitglied Joachim Nagel habe sich folgendermaßen geäußert: "Die Leitzinsen sind derzeit auf einem sehr guten Niveau". Sie könnten beobachten, wie sich die Wirtschaft entwickele, und bei Bedarf flexibel reagieren.

Fazit: Angesichts der Unsicherheiten in Bezug auf Zölle, Geopolitik und Finanzpolitik sei noch unklar, wie sich die Dynamik des Konjunkturzyklus entwickeln werde. Die EZB halte daher an ihrem flexiblen Ansatz für Zinsänderungen fest. (Perspektiven Week up front vom 18.08.2025) (19.08.2025/alc/a/a)