Europäische Inflationsraten sind von Interesse


07.01.20 08:45
Helaba

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Die politische Verunsicherung, ausgelöst durch die Zuspitzung des Konflikts zwischen den USA und dem Iran, ist ein wichtiger Faktor für die Entwicklung an den Finanzmärkten, so die Analysten der Helaba.

Die zu Jahresbeginn dominierende Flucht in "sichere Häfen" bleibe das bestimmende Thema. Gleichwohl sollten eingehende Konjunktur- und Preiszahlen nicht unbeachtet bleiben. Vor allem die europäischen Inflationsraten seien am Vormittag von Interesse. Die Indikationen vonseiten der vorläufigen deutschen und französischen Verbraucherpreise würden auf einen sichtbaren Anstieg der Jahresinflationsrate hinweisen. Dass die Konsensschätzung dabei übertroffen werde, würden die Analysten aber nicht erwarten.

Bezüglich der Kerninflation sei zu beachten, dass diese auf EWU-Ebene zuletzt bereits merklich gestiegen sei. In Deutschland würden die Daten einen weiteren, leichten Anstieg auf 1,4% gg. VJ signalisieren. Somit sollte dies auch bei der EWU-Schnellschätzung nicht ausgeschlossen werden. Alles in allem würden Spekulationen auf weitere Lockerungsmaßnahmen der EZB wohl nicht forciert, zumal die überwiegend positiven Stimmungswerte der Dienstleistungssektoren eine Unterstützung für die konjunkturelle Entwicklung liefern würden und die Schwäche des Verarbeitenden Gewerbes somit nicht zu einer Rezession der Gesamtwirtschaft führe.

Die Zweiteilung der Dynamik zwischen schwacher Industrie einerseits und soliden Dienstleistungen auf der anderen Seite sei nicht nur in Europa zu beobachten, sondern auch in den USA. Dort habe der ISM-Index des Verarbeitenden Gewerbes jüngst mit einem Zehnjahrestief enttäuscht, während die Indikationen für das Nicht-Verarbeitende Gewerbe per saldo freundlich seien. Einige regionale Serviceumfragen würden positive Signale senden und auch die Konsumentenstimmung sei solide. So habe die Zahl derer abgenommen, die verschlechterte Wirtschaftsbedingungen erwarten würden. Alles in allem würden die Analysten mit einem Anstieg des ISM-Serviceindexes rechnen, der somit deutlich im Expansionsbereich liegen sollte. Die Konsensschätzung erscheine den Analysten dabei angemessen. (07.01.2020/alc/a/a)