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Europäische Anleihen: Mit flexiblem Ansatz durch einen stürmischen Herbst
31.08.15 12:08
AB
München (www.anleihencheck.de) - Im Spannungsfeld zwischen fallendem Ölpreis, schwächelnder chinesischer Konjunkturlage und US-Zinserwartungen werden auch die europäischen Anleihemärkte volatiler - und die Schwankungen dürften vorerst anhalten, so Markus Peters, Senior Portfolio Manager Fixed Income bei AB.
Um auf Marktereignisse schnell reagieren zu können und dadurch das Auf und Ab im Portfolio zu reduzieren, sollten Investoren auf flexible Ansätze setzen. Eine dynamische Allokation aus Anleihen mit guter Bonität und aus dem Hochzinsbereich könne attraktive laufende Erträge erzielen und das Portfolio in volatilen Marktphasen stabilisieren.
Die Politik der Zentralbanken sei ein wichtiger Einflussfaktor für Anleihemärkte, und Investoren würden noch im weiteren Jahresverlauf eine erste Zinserhöhung in den USA erwarten. Während am Markt derzeit gespannt über den Zeitpunkt des ersten Zinsschritts der FED diskutiert werde, sei es jedoch ebenso wichtig zu bemessen, wie anschließend die weitere Zinspolitik aussehen werde. Hier würden die Experten nicht damit rechnen, dass die US-Zinssätze das Durchschnittsniveau vergangener Zyklen erreichen würden. Dies würde also etwas weniger Gegenwind aus den USA für Anleiheinvestoren bedeuten.
In der Eurozone sei hingegen keine Zinserhöhung in Sicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) werde die Zinsen wohl noch längere Zeit nahe Null halten. Spannend werde es im nächsten Jahr, wenn die Anleihe-Ankäufe enden sollten. Bereits in anderen Regionen habe man gesehen, dass einem ersten Anleihekaufprogramm auch noch ein zweites folgen könne. Doch genau dieses Spannungsfeld zwischen dem Auslaufen eines Programms und der Spekulation über neuerliche Maßnahmen könnte wiederum in 2016 eine neue Quelle für Markt-Volatilität darstellen.
Klar sei: Investoren sollten sich darauf einstellen, dass die erhöhten Schwankungen ein vorerst andauerndes Phänomen sein würden. Gegenwärtig seien nach Meinung der Experten drei Kriterien für Anleiheportfolios deutscher Anleger wichtig, um das Auf und Ab auszugleichen.
Erstens würden die Experten benchmarkorientiertes Investieren für wenig sinnvoll halten. Dieses Vorgehen enthalte Risiken, für die Investoren nicht kompensiert würden. Beispielsweise umfasse der US High Yield-Index einen großen Anteil an Energietiteln, die beim aktuell niedrigen Ölpreis zunehmend von Zahlungsschwierigkeiten betroffen sein könnten. Stattdessen müssten Flexibilität und Freiheitsgrade im Portfolio erhöht werden, damit schneller auf sich ändernde Marktbedingungen reagiert und ungewünschte Risiken vermieden werden könnten.
Zweitens sollten Investoren einen größeren Liquiditätspuffer ins Portfolio einbauen und Klumpenrisiken vermeiden. Eine derartige Strategie schaffe den notwendigen Handlungsspielraum, wenn in Sektoren mit schwankender Liquidität, wie z.B. Hochzinsanleihen, investiert werde.
Drittens würden die Experten eine breitere, gegebenenfalls globalere Aufstellung für ratsam halten. Denn deutsche Bundesanleihen würden auf dem derzeitigen, sehr niedrigen Zinsniveau nicht mehr die gleiche Absicherungsqualität bei einem starken Abverkauf an den Aktienmärkten wie früher bieten. Sollten die Aktienmärkte einbrechen, würden die Zinsen keinen ausreichenden Spielraum mehr nach unten besitzen, um für einen kompensierenden Preisanstieg bei den Bundesanleihen zu sorgen.
Der europäische Hochzinsbereich stelle aus Sicht der Experten weiterhin eine interessante Anlagemöglichkeit dar. Denn er sei am wenigsten zinssensitiv und reagiere nur abgeschwächt, wenn die Renditen von Bundesanleihen plötzlich wieder steigen sollten, wie zuletzt im Juni. Gleichzeitig seien derzeit nur im Hochzinsbereich Renditen von über 4 Prozent möglich. Der jüngste Abverkauf an den Kapitalmärkten habe die Bewertungen sogar noch etwas aufgehellt.
Aktuell würden die Experten vor allem Anleihen mit einem B-Rating für deutlich attraktiver als Papiere mit dem höheren BB-Rating halten. Doch aufgrund des damit verbundenen Kreditrisikos biete sich eine weite Streuung an, und eine Vielzahl von Anleihen sollte auf der Grundlage einer ausgiebigen Emittentenüberprüfung ins Portfolio genommen werden.
Aber nicht jeder Anleger bringe die Risikoneigung mit, ausschließlich am Hochzins-Anleihenmarkt zu investieren. Aus Gründen der Diversifizierung und Portfoliobalance biete sich eine Mischung aus Hochzinsanleihen und Zinspapieren mit guter Bonität an. Historisch habe ein solcher Ansatz ein attraktives Risiko/Rendite-Verhältnis geboten.
Der Anteil, der stärker auf Zinsbewegungen reagiere, schaffe in risikoaversen Marktphasen einen Ausgleich zu den Hochzinsanleihen. Diese wiederum seien aufgrund ihrer höheren Kupons für das Erwirtschaften von attraktiven laufenden Erträgen zuständig. Zudem korreliere ein solches Mischportfolio weniger stark mit den Aktienmärkten als eine reine Hochzinsallokation. In volatilen Zeiten sei dies ein Aspekt der Gesamtportfolio-Konstruktion, der nicht zu vernachlässigen sei.
Weitere Informationen über AB finde man auf www.abglobal.com oder der Facebook-Seite http://www.facebook.com/ABDeutschland (31.08.2015/alc/a/a)
Um auf Marktereignisse schnell reagieren zu können und dadurch das Auf und Ab im Portfolio zu reduzieren, sollten Investoren auf flexible Ansätze setzen. Eine dynamische Allokation aus Anleihen mit guter Bonität und aus dem Hochzinsbereich könne attraktive laufende Erträge erzielen und das Portfolio in volatilen Marktphasen stabilisieren.
Die Politik der Zentralbanken sei ein wichtiger Einflussfaktor für Anleihemärkte, und Investoren würden noch im weiteren Jahresverlauf eine erste Zinserhöhung in den USA erwarten. Während am Markt derzeit gespannt über den Zeitpunkt des ersten Zinsschritts der FED diskutiert werde, sei es jedoch ebenso wichtig zu bemessen, wie anschließend die weitere Zinspolitik aussehen werde. Hier würden die Experten nicht damit rechnen, dass die US-Zinssätze das Durchschnittsniveau vergangener Zyklen erreichen würden. Dies würde also etwas weniger Gegenwind aus den USA für Anleiheinvestoren bedeuten.
In der Eurozone sei hingegen keine Zinserhöhung in Sicht. Die Europäische Zentralbank (EZB) werde die Zinsen wohl noch längere Zeit nahe Null halten. Spannend werde es im nächsten Jahr, wenn die Anleihe-Ankäufe enden sollten. Bereits in anderen Regionen habe man gesehen, dass einem ersten Anleihekaufprogramm auch noch ein zweites folgen könne. Doch genau dieses Spannungsfeld zwischen dem Auslaufen eines Programms und der Spekulation über neuerliche Maßnahmen könnte wiederum in 2016 eine neue Quelle für Markt-Volatilität darstellen.
Klar sei: Investoren sollten sich darauf einstellen, dass die erhöhten Schwankungen ein vorerst andauerndes Phänomen sein würden. Gegenwärtig seien nach Meinung der Experten drei Kriterien für Anleiheportfolios deutscher Anleger wichtig, um das Auf und Ab auszugleichen.
Erstens würden die Experten benchmarkorientiertes Investieren für wenig sinnvoll halten. Dieses Vorgehen enthalte Risiken, für die Investoren nicht kompensiert würden. Beispielsweise umfasse der US High Yield-Index einen großen Anteil an Energietiteln, die beim aktuell niedrigen Ölpreis zunehmend von Zahlungsschwierigkeiten betroffen sein könnten. Stattdessen müssten Flexibilität und Freiheitsgrade im Portfolio erhöht werden, damit schneller auf sich ändernde Marktbedingungen reagiert und ungewünschte Risiken vermieden werden könnten.
Drittens würden die Experten eine breitere, gegebenenfalls globalere Aufstellung für ratsam halten. Denn deutsche Bundesanleihen würden auf dem derzeitigen, sehr niedrigen Zinsniveau nicht mehr die gleiche Absicherungsqualität bei einem starken Abverkauf an den Aktienmärkten wie früher bieten. Sollten die Aktienmärkte einbrechen, würden die Zinsen keinen ausreichenden Spielraum mehr nach unten besitzen, um für einen kompensierenden Preisanstieg bei den Bundesanleihen zu sorgen.
Der europäische Hochzinsbereich stelle aus Sicht der Experten weiterhin eine interessante Anlagemöglichkeit dar. Denn er sei am wenigsten zinssensitiv und reagiere nur abgeschwächt, wenn die Renditen von Bundesanleihen plötzlich wieder steigen sollten, wie zuletzt im Juni. Gleichzeitig seien derzeit nur im Hochzinsbereich Renditen von über 4 Prozent möglich. Der jüngste Abverkauf an den Kapitalmärkten habe die Bewertungen sogar noch etwas aufgehellt.
Aktuell würden die Experten vor allem Anleihen mit einem B-Rating für deutlich attraktiver als Papiere mit dem höheren BB-Rating halten. Doch aufgrund des damit verbundenen Kreditrisikos biete sich eine weite Streuung an, und eine Vielzahl von Anleihen sollte auf der Grundlage einer ausgiebigen Emittentenüberprüfung ins Portfolio genommen werden.
Aber nicht jeder Anleger bringe die Risikoneigung mit, ausschließlich am Hochzins-Anleihenmarkt zu investieren. Aus Gründen der Diversifizierung und Portfoliobalance biete sich eine Mischung aus Hochzinsanleihen und Zinspapieren mit guter Bonität an. Historisch habe ein solcher Ansatz ein attraktives Risiko/Rendite-Verhältnis geboten.
Der Anteil, der stärker auf Zinsbewegungen reagiere, schaffe in risikoaversen Marktphasen einen Ausgleich zu den Hochzinsanleihen. Diese wiederum seien aufgrund ihrer höheren Kupons für das Erwirtschaften von attraktiven laufenden Erträgen zuständig. Zudem korreliere ein solches Mischportfolio weniger stark mit den Aktienmärkten als eine reine Hochzinsallokation. In volatilen Zeiten sei dies ein Aspekt der Gesamtportfolio-Konstruktion, der nicht zu vernachlässigen sei.
Weitere Informationen über AB finde man auf www.abglobal.com oder der Facebook-Seite http://www.facebook.com/ABDeutschland (31.08.2015/alc/a/a)


