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Erste Schwellenländer beginnen mit Zinssenkungen
11.08.23 11:15
RBC BlueBay Asset Management
London (www.anleihencheck.de) - Die US-Inflationsdaten dieser Woche bestätigten den Abwärtstrend bei der Teuerung und wurden von den Marktteilnehmern positiv aufgenommen, so Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay, RBC BlueBay Asset Management.
Allerdings liege die Inflation weiterhin deutlich über dem Zielwert der US-Notenbank Federal Reserve (FED). Der Arbeitsmarkt sei nach wie vor angespannt und das Wachstum erscheint insgesamt robust. Daher sei RBC BlueBay Asset Management der Meinung nach noch weit von niedrigeren Zinssätzen entfernt - auch wenn der Zinserhöhungszyklus nun weitgehend abgeschlossen scheine.
In China hätten die schwachen Import- und Exportdaten sowie die Entwicklung der Verbraucher- und Erzeugerpreise das schwache wirtschaftliche Umfeld bestätigt. Die drohende Zahlungsunfähigkeit von Country Garden habe zusätzlich zur negativen Stimmung beigetragen. Denn dieses Immobilienunternehmen sei von den Anlegern als einer der wahrscheinlichsten Überlebenden des angeschlagenen Sektors angesehen worden.
Die jüngsten Stützungsmaßnahmen würden auf eine Verbesserung der Binnenwirtschaft abzielen und könnten in den kommenden ein bis zwei Monaten zu positiveren Daten führen. Strukturell würden die Aussichten für die chinesische Wirtschaft aber relativ ungünstig bleiben. Die konjunkturelle Schwäche Chinas könnte ein globaler disinflationärer Faktor sein. Ein Großteil der Deflation hänge jedoch ähnlich wie in Japan in den 1990er-Jahren mit dem Immobilienmarkt zusammen. Da die Lieferketten im Zuge der Deglobalisierung und der geopolitischen Spannungen neu geordnet würden, würden die Auswirkungen wahrscheinlich geringer ausfallen.
Nichtsdestotrotz habe man zuletzt in einer Reihe von Schwellenländern eher disinflationäre Tendenzen beobachtet. Dies sei ein Katalysator für Zinssenkungen in Ländern wie Brasilien und Chile gewesen. Weitere Zentralbanken dürften folgen.
Viele dieser Volkswirtschaften würden nun davon profitieren, dass sie ihre Geldpolitik viel früher im Wirtschaftszyklus gestrafft hätten als die FED oder die Europäische Zentralbank. Da aber auch der Carry-Vorteil gegenüber dem US-Dollar schwinde, bestehe gleichzeitig das Risiko einer Währungsschwäche.
Japan stehe ebenfalls weiterhin im Fokus. Sollte sich der Yen der Marke von 145 gegenüber dem US-Dollar nähern, werde die Bank of Japan (BoJ) eine Debatte über ihre Kommunikationspolitik führen müssen. RBC BlueBay Asset Management gehe davon aus, dass Gouverneur Kazuo Ueda seinen extrem lockeren Ton zurücknehmen müsse.
RBC BlueBay Asset Management erwarte, dass die japanischen Inflationsdaten weiterhin über den Prognosen liegen würden. In diesem Fall rechne RBC BlueBay Asset Management mit einer Verringerung des Umfangs der bevorstehenden Anleihekäufe, so dass die Renditen japanischer Staatsanleihen in den nächsten Wochen ansteigen könnten. Gelinge dies nicht, hätten die Spekulanten grünes Licht, den Yen zu schwächen. Außerdem werde es für das Finanzministerium sehr schwierig, bei Währungsinterventionen glaubwürdig zu sein, wenn die BoJ die Hauptverantwortung für die Schwäche des Yen trage. (11.08.2023/alc/a/a)
Allerdings liege die Inflation weiterhin deutlich über dem Zielwert der US-Notenbank Federal Reserve (FED). Der Arbeitsmarkt sei nach wie vor angespannt und das Wachstum erscheint insgesamt robust. Daher sei RBC BlueBay Asset Management der Meinung nach noch weit von niedrigeren Zinssätzen entfernt - auch wenn der Zinserhöhungszyklus nun weitgehend abgeschlossen scheine.
In China hätten die schwachen Import- und Exportdaten sowie die Entwicklung der Verbraucher- und Erzeugerpreise das schwache wirtschaftliche Umfeld bestätigt. Die drohende Zahlungsunfähigkeit von Country Garden habe zusätzlich zur negativen Stimmung beigetragen. Denn dieses Immobilienunternehmen sei von den Anlegern als einer der wahrscheinlichsten Überlebenden des angeschlagenen Sektors angesehen worden.
Nichtsdestotrotz habe man zuletzt in einer Reihe von Schwellenländern eher disinflationäre Tendenzen beobachtet. Dies sei ein Katalysator für Zinssenkungen in Ländern wie Brasilien und Chile gewesen. Weitere Zentralbanken dürften folgen.
Viele dieser Volkswirtschaften würden nun davon profitieren, dass sie ihre Geldpolitik viel früher im Wirtschaftszyklus gestrafft hätten als die FED oder die Europäische Zentralbank. Da aber auch der Carry-Vorteil gegenüber dem US-Dollar schwinde, bestehe gleichzeitig das Risiko einer Währungsschwäche.
Japan stehe ebenfalls weiterhin im Fokus. Sollte sich der Yen der Marke von 145 gegenüber dem US-Dollar nähern, werde die Bank of Japan (BoJ) eine Debatte über ihre Kommunikationspolitik führen müssen. RBC BlueBay Asset Management gehe davon aus, dass Gouverneur Kazuo Ueda seinen extrem lockeren Ton zurücknehmen müsse.
RBC BlueBay Asset Management erwarte, dass die japanischen Inflationsdaten weiterhin über den Prognosen liegen würden. In diesem Fall rechne RBC BlueBay Asset Management mit einer Verringerung des Umfangs der bevorstehenden Anleihekäufe, so dass die Renditen japanischer Staatsanleihen in den nächsten Wochen ansteigen könnten. Gelinge dies nicht, hätten die Spekulanten grünes Licht, den Yen zu schwächen. Außerdem werde es für das Finanzministerium sehr schwierig, bei Währungsinterventionen glaubwürdig zu sein, wenn die BoJ die Hauptverantwortung für die Schwäche des Yen trage. (11.08.2023/alc/a/a)


