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Erhöht die FED die Zinsen noch stärker als gedacht?
30.09.22 12:35
LYNX Broker
Berlin (www.anleihencheck.de) - Bereits drei Mal in Folge hat die FED den Leitzins in den USA um insgesamt 300 Basispunkte erhöht, um der steigenden Inflation Einhalt zu gebieten, so Sascha Sadowski, Marktexperte vom Online-Broker LYNX.
Diese liege jedoch weiter bei einem Vielfachen des Zielwerts von zwei Prozent. Wirtschaftsexperten würden nun befürchten, dass die amerikanische Zentralbank die Zinsen noch stärker anheben könnte, als bislang prognostiziert worden sei, wie nun eine Umfrage von Reuters ergeben habe. Mehr als 70 Prozent der Befragten würden von einem weiteren Zinsschritt in Höhe von 75 Basispunkten ausgehen, gefolgt von einer weiteren Erhöhung um 50 Basispunkte im Dezember. Auch bei Wells Fargo gehe man davon aus, dass die nächsten Zinsschritte deutlich über den bisherigen 75 Basispunkten liegen könnten. Sie hätten zuvor eine Erhöhung um weitere 100 Basispunkte bis Anfang nächsten Jahres prognostiziert, würden nun aber erwarten, dass das Federal Open Market Committee (FOMC) die Zinsen um etwa 175 Basispunkte anheben werde.
"Seit die FED ihre lockere Geldpolitik beendet hat und die Zinsen wieder deutlich gestiegen sind, befinden sich die Aktienmärkte tief im Territorium der Bären - auch aus Angst vor einer Rezession, die mit jeder Zinssteigerung weiterwächst. Auch die meisten Währungen haben an Wert gegenüber dem Dollar verloren, der so stark ist wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr. Das drückt auf den Export, denn für die ausländischen Käufer werden amerikanische Produkte immer teurer. Gleichzeitig werden importierte Waren erschwinglicher, was dann aber wiederum zum Problem für die amerikanischen Hersteller werden könnte", fasse Sascha Sadowski die schwierige Situation zusammen.
Er gehe jedoch nicht davon aus, dass diese Entwicklung die Fed unter Jerome Powell zu einer Kursänderung bewegen könnte. "Jerome Powell hat bereits angekündigt, dass die Bekämpfung der Inflation schmerzhaft werden könnte und das schließt ein, dass man ein Abgleiten in die Rezession und höhere Arbeitslosenzahlen in Kauf nehmen würde", erkläre er. "Die FED wird ihr Programm daher durchziehen und alles daransetzen, die Inflation wieder an das Zwei-Prozent-Ziel herunterzuschrauben."
Doch was bedeute das strikte Vorgehen der FED für die Euro-Zone? Auch die EZB habe sich Anfang des Monats durch die anhaltend hohe Inflation gezwungen gesehen, die Zinsen deutlich zu erhöhen und habe sich damit erstmals seit 2014 wieder in positives Terrain begeben. "Die EZB befindet sich in einer schwierigeren Lage als die Fed, denn sie muss die Belange aller Euro-Länder im Blick behalten. Außerdem herrscht auch hierzulande die Angst vor einer drohenden Rezession, die durch die Energiekrise befeuert wird. Gleichzeitig ist die Energiekrise auch ein wesentlicher Treiber der Inflation. Doch genau auf diese entscheidende Stellschraube hat die EZB keinen Einfluss", fasse Sadowski die Lage in Europa zusammen.
"Jetzt kommt noch ein extrem starker Dollar, bzw. ein schwacher Euro dazu. Das mag für den Export europäischer Waren in die USA von Vorteil sein, führt aber zu weiteren Problemen, denn die meisten Rohstoffe, allen voran Öl und Gas, werden in US Dollar gehandelt und sind damit für europäische Abnehmer noch teurer - und das verschärft sowohl die Inflation als auch das Risiko einer Rezession weiter." (30.09.2022/alc/a/a)
Diese liege jedoch weiter bei einem Vielfachen des Zielwerts von zwei Prozent. Wirtschaftsexperten würden nun befürchten, dass die amerikanische Zentralbank die Zinsen noch stärker anheben könnte, als bislang prognostiziert worden sei, wie nun eine Umfrage von Reuters ergeben habe. Mehr als 70 Prozent der Befragten würden von einem weiteren Zinsschritt in Höhe von 75 Basispunkten ausgehen, gefolgt von einer weiteren Erhöhung um 50 Basispunkte im Dezember. Auch bei Wells Fargo gehe man davon aus, dass die nächsten Zinsschritte deutlich über den bisherigen 75 Basispunkten liegen könnten. Sie hätten zuvor eine Erhöhung um weitere 100 Basispunkte bis Anfang nächsten Jahres prognostiziert, würden nun aber erwarten, dass das Federal Open Market Committee (FOMC) die Zinsen um etwa 175 Basispunkte anheben werde.
Er gehe jedoch nicht davon aus, dass diese Entwicklung die Fed unter Jerome Powell zu einer Kursänderung bewegen könnte. "Jerome Powell hat bereits angekündigt, dass die Bekämpfung der Inflation schmerzhaft werden könnte und das schließt ein, dass man ein Abgleiten in die Rezession und höhere Arbeitslosenzahlen in Kauf nehmen würde", erkläre er. "Die FED wird ihr Programm daher durchziehen und alles daransetzen, die Inflation wieder an das Zwei-Prozent-Ziel herunterzuschrauben."
Doch was bedeute das strikte Vorgehen der FED für die Euro-Zone? Auch die EZB habe sich Anfang des Monats durch die anhaltend hohe Inflation gezwungen gesehen, die Zinsen deutlich zu erhöhen und habe sich damit erstmals seit 2014 wieder in positives Terrain begeben. "Die EZB befindet sich in einer schwierigeren Lage als die Fed, denn sie muss die Belange aller Euro-Länder im Blick behalten. Außerdem herrscht auch hierzulande die Angst vor einer drohenden Rezession, die durch die Energiekrise befeuert wird. Gleichzeitig ist die Energiekrise auch ein wesentlicher Treiber der Inflation. Doch genau auf diese entscheidende Stellschraube hat die EZB keinen Einfluss", fasse Sadowski die Lage in Europa zusammen.
"Jetzt kommt noch ein extrem starker Dollar, bzw. ein schwacher Euro dazu. Das mag für den Export europäischer Waren in die USA von Vorteil sein, führt aber zu weiteren Problemen, denn die meisten Rohstoffe, allen voran Öl und Gas, werden in US Dollar gehandelt und sind damit für europäische Abnehmer noch teurer - und das verschärft sowohl die Inflation als auch das Risiko einer Rezession weiter." (30.09.2022/alc/a/a)


