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Entwicklung in Zypern ist gesund
28.03.13 11:35
GECAM
Wangen (www.anleihencheck.de) - In den deutschen Medien wird sehr aufgeregt darüber diskutiert, ob nun die kleinen Sparer und Rentner für Banken haften sollen, so die Experten von GECAM.
Die Gegenfrage laute - wer denn sonst?
Zunächst einmal würden bei einer Unternehmensinsolvenz - und nichts anderes sei eine Bankenschieflage - die Eigentümer haften, in dem ihre Beteiligung oder Aktien wertlos würden. Darüber hinaus müssten diejenigen ihre Forderungen abschreiben, die einem Unternehmen Waren geliefert bzw. Geld geliehen hätten. Das Fremdkapital einer Bank setze sich zusammen aus Anleihen, die die Bank begeben habe und die Anleger würden und Einlagen in Form von diversen Sparprodukten zeichnen. Auch für Sparprodukte gelte, man gebe seiner Bank einen Kredit und bekomme Zinsen dafür. Wie bei jedem Geld, das man verleihe, müsse man sich vorher Gedanken machen, ob dieses auch wieder zurückgezahlt werden könne.
Nun sei es fast schon zu einem Sport geworden, Banken zu suchen, die möglichst hohe Zinsen bieten würden. Man müsse nicht Betriebswirtschaft studiert haben, um zu wissen, dass wenn eine Bank höhere Zinsen zahlen müsse, wohl sonst nicht an Geld komme - somit offenbar nicht ganz gesund sei. Wer solch einer Bank sein Geld anvertraue, sei selbst schuld. Oder sollte man der Meinung sein, dass lieber deutsche Steuerzahler für die Verluste zyprischer Banken aufkommen sollten, anstatt derer, die dort ihre Geld angelegt und hohe Zinsen kassiert hätten, ohne darüber hinaus auch noch Steuern auf die Zinsen zu zahlen (in Zypern gebe es keine Kapitalertragssteuer/Abgeltungssteuer)?
Konkret hätten Anleger bei einer zyprischen Bank im Schnitt über die letzten fünf Jahre 24 Prozent Zinsen kassiert. Aus 100.000 Euro seien somit 124.000 Euro geworden. Wäre es wirklich so schlimm, diese Summe mit einer einmaligen Abgabe von 6,75 bzw. 9,9 Prozent, wie im ersten Entwurf der Rettungsmaßnahme vorgesehen, zu belasten?
Selbst beim Höchstsatz wären dem Anleger immer noch knapp 112.000 Euro geblieben. Es wäre mehr als gerecht gewesen, einen Teil der erhaltenen Zinsen wieder abzugeben. Der Fall wäre erledigt und jeder könnte weiterleben und weiterwirtschaften! Doch jetzt würden durch politische Willkür und vermeintliches Gutmenschentum viele Anleger weitaus größere Teile ihres Vermögens verlieren. Vielleicht auch der Rentner, der sich durch lebenslanges Sparen zwei- oder dreihunderttausend Euro zurückgelegt habe. Oder das Unternehmen, das Liquidität von mehreren Hunderttausend Euro vorhalten müsse, um Rechnungen zu bezahlen, gehe jetzt durch einen unsinnigen Schuldenschnitt von 40 bis 80 Prozent mit hoher Wahrscheinlichkeit pleite und Arbeitsplätze würden verloren gehen.
Zypern habe nach seinem Betritt zur Währungsunion 2007 ein Geschäftsmodell aufgebaut, das auf niedrigen Unternehmenssteuern (10 Prozent) und keinen Kapitalertragssteuern aufgebaut habe. Dies alles in einer international anerkannten und harten Währung - dem Euro - und bei viel höheren Zinsen als in der restlichen Währungsunion. Dadurch seien viele internationale Gelder angezogen worden (zum Teil aus nicht ganz durchsichtigen außereuropäischen Geschäften) und der Bankensektor des kleinen Landes sei auf das achtfache des Bruttoinlandsproduktes aufgebläht worden.
Die Banken hätten versucht das viele Geld gewinnbringend - also zu noch höheren Zinsen als man den Anlegern gezahlt habe - anzulegen. Viel davon sei in griechische Staatsanleihen geflossen und beim Zusammenbruch seien diese Banken natürlich in Schieflage gekommen. Wer bei solchen Banken anlegt, weil diese hohe Zinsen zahlen, keine Steuern anfallen und möglicherweise Gelder gewaschen werden, der kann auch dafür haften, so die Experten von GECAM.
Grundsätzlich würden die Experten keine dauerhaft negativen Auswirkungen der Zypern-Krise befürchten. Im Gegenteil, jeder internationale Anleger, der marktwirtschaftlich denke, müsste die Beteiligung der Investoren an der Rettung begrüßen. Und natürlich könne und müsse dieses Prinzip auch für andere Länder in der Euro-Zone bei Bank-Schieflagen gelten. Das sei im Übrigen noch nie anders gewesen.
Eine Garantie für Spareinlagen sei in letzter Konsequenz somit gar nicht darstellbar, denn eine Garantie sei immer nur so gut, wie derjenige, der sie gebe. Und wenn ein Land pleite sei, könne es auch die Spareinlagen nicht garantieren. Für die Menschen und Medien in Europa scheine dies eine neue Erkenntnis zu sein. Nur so lasse sich diese große Verunsicherung erklären. In Zukunft müsse sich eben jeder Anleger überlegen, ob er bei einer türkischen, isländischen oder zyprischen Bank höhere Zinsen kassiere, oder doch lieber sein Geld bei der Sparkasse oder Volksbank um die Ecke anlege, deren Solidität auf der Wirtschaftskraft des heimischen Landkreises oder der Stadt beruhe.
Über die Bankenfrage hinaus müsse der Anleger entscheiden, ob er sein Geld lieber als Kredit verleihe (nichts anderes sei ein Sparbuch), oder ob er nicht besser in Sachwerte investiere, also Eigentum erwerbe. Dies könne eine Immobilie sein, oder die Unternehmensbeteiligung in Form einer Aktie. Auf jeden Fall sollte dieser Sachwert Erträge abwerfen, was zum Beispiel Gold und Silber nicht bieten würden.
Deutsche Aktien würden diese Erträge liefern und zwar nicht zu knapp. Im Schnitt rentiere das Eigenkapital bei deutschen DAX-Unternehmen mit 12 Prozent, wovon 3,5 Prozent als Dividende jährlich ausgeschüttet würden. Im Vergleich zu weniger als 1 Prozent Zinsen bei durchschnittlichen deutschen Staatsanleihen oder Bankeinlagen (vor Kosten, Steuern und Inflation), würden Aktien eine wahrlich starke Rendite bieten. Dem Hauptrisiko des Aktienmarktes, den mitunter heftigen Schwankungen, sollte man intelligent begegnen, indem man diese nutze und kontinuierlich - am besten mit einem Sparplan - anlege. Ein Sparplan in deutschen Aktien habe in den letzten zehn Jahren laut BVI-Statistik (Bundesverband dt. Investmentgesellschaften) eine jährliche Rendite von 5,4 Prozent gebracht, trotz einem Jahrzehnt voller Krisen. (28.03.2013/alc/a/a)
Die Gegenfrage laute - wer denn sonst?
Zunächst einmal würden bei einer Unternehmensinsolvenz - und nichts anderes sei eine Bankenschieflage - die Eigentümer haften, in dem ihre Beteiligung oder Aktien wertlos würden. Darüber hinaus müssten diejenigen ihre Forderungen abschreiben, die einem Unternehmen Waren geliefert bzw. Geld geliehen hätten. Das Fremdkapital einer Bank setze sich zusammen aus Anleihen, die die Bank begeben habe und die Anleger würden und Einlagen in Form von diversen Sparprodukten zeichnen. Auch für Sparprodukte gelte, man gebe seiner Bank einen Kredit und bekomme Zinsen dafür. Wie bei jedem Geld, das man verleihe, müsse man sich vorher Gedanken machen, ob dieses auch wieder zurückgezahlt werden könne.
Nun sei es fast schon zu einem Sport geworden, Banken zu suchen, die möglichst hohe Zinsen bieten würden. Man müsse nicht Betriebswirtschaft studiert haben, um zu wissen, dass wenn eine Bank höhere Zinsen zahlen müsse, wohl sonst nicht an Geld komme - somit offenbar nicht ganz gesund sei. Wer solch einer Bank sein Geld anvertraue, sei selbst schuld. Oder sollte man der Meinung sein, dass lieber deutsche Steuerzahler für die Verluste zyprischer Banken aufkommen sollten, anstatt derer, die dort ihre Geld angelegt und hohe Zinsen kassiert hätten, ohne darüber hinaus auch noch Steuern auf die Zinsen zu zahlen (in Zypern gebe es keine Kapitalertragssteuer/Abgeltungssteuer)?
Konkret hätten Anleger bei einer zyprischen Bank im Schnitt über die letzten fünf Jahre 24 Prozent Zinsen kassiert. Aus 100.000 Euro seien somit 124.000 Euro geworden. Wäre es wirklich so schlimm, diese Summe mit einer einmaligen Abgabe von 6,75 bzw. 9,9 Prozent, wie im ersten Entwurf der Rettungsmaßnahme vorgesehen, zu belasten?
Zypern habe nach seinem Betritt zur Währungsunion 2007 ein Geschäftsmodell aufgebaut, das auf niedrigen Unternehmenssteuern (10 Prozent) und keinen Kapitalertragssteuern aufgebaut habe. Dies alles in einer international anerkannten und harten Währung - dem Euro - und bei viel höheren Zinsen als in der restlichen Währungsunion. Dadurch seien viele internationale Gelder angezogen worden (zum Teil aus nicht ganz durchsichtigen außereuropäischen Geschäften) und der Bankensektor des kleinen Landes sei auf das achtfache des Bruttoinlandsproduktes aufgebläht worden.
Die Banken hätten versucht das viele Geld gewinnbringend - also zu noch höheren Zinsen als man den Anlegern gezahlt habe - anzulegen. Viel davon sei in griechische Staatsanleihen geflossen und beim Zusammenbruch seien diese Banken natürlich in Schieflage gekommen. Wer bei solchen Banken anlegt, weil diese hohe Zinsen zahlen, keine Steuern anfallen und möglicherweise Gelder gewaschen werden, der kann auch dafür haften, so die Experten von GECAM.
Grundsätzlich würden die Experten keine dauerhaft negativen Auswirkungen der Zypern-Krise befürchten. Im Gegenteil, jeder internationale Anleger, der marktwirtschaftlich denke, müsste die Beteiligung der Investoren an der Rettung begrüßen. Und natürlich könne und müsse dieses Prinzip auch für andere Länder in der Euro-Zone bei Bank-Schieflagen gelten. Das sei im Übrigen noch nie anders gewesen.
Eine Garantie für Spareinlagen sei in letzter Konsequenz somit gar nicht darstellbar, denn eine Garantie sei immer nur so gut, wie derjenige, der sie gebe. Und wenn ein Land pleite sei, könne es auch die Spareinlagen nicht garantieren. Für die Menschen und Medien in Europa scheine dies eine neue Erkenntnis zu sein. Nur so lasse sich diese große Verunsicherung erklären. In Zukunft müsse sich eben jeder Anleger überlegen, ob er bei einer türkischen, isländischen oder zyprischen Bank höhere Zinsen kassiere, oder doch lieber sein Geld bei der Sparkasse oder Volksbank um die Ecke anlege, deren Solidität auf der Wirtschaftskraft des heimischen Landkreises oder der Stadt beruhe.
Über die Bankenfrage hinaus müsse der Anleger entscheiden, ob er sein Geld lieber als Kredit verleihe (nichts anderes sei ein Sparbuch), oder ob er nicht besser in Sachwerte investiere, also Eigentum erwerbe. Dies könne eine Immobilie sein, oder die Unternehmensbeteiligung in Form einer Aktie. Auf jeden Fall sollte dieser Sachwert Erträge abwerfen, was zum Beispiel Gold und Silber nicht bieten würden.
Deutsche Aktien würden diese Erträge liefern und zwar nicht zu knapp. Im Schnitt rentiere das Eigenkapital bei deutschen DAX-Unternehmen mit 12 Prozent, wovon 3,5 Prozent als Dividende jährlich ausgeschüttet würden. Im Vergleich zu weniger als 1 Prozent Zinsen bei durchschnittlichen deutschen Staatsanleihen oder Bankeinlagen (vor Kosten, Steuern und Inflation), würden Aktien eine wahrlich starke Rendite bieten. Dem Hauptrisiko des Aktienmarktes, den mitunter heftigen Schwankungen, sollte man intelligent begegnen, indem man diese nutze und kontinuierlich - am besten mit einem Sparplan - anlege. Ein Sparplan in deutschen Aktien habe in den letzten zehn Jahren laut BVI-Statistik (Bundesverband dt. Investmentgesellschaften) eine jährliche Rendite von 5,4 Prozent gebracht, trotz einem Jahrzehnt voller Krisen. (28.03.2013/alc/a/a)


