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Emerging Markets und Unternehmensanleihen bevorzugt
18.12.20 13:15
Berenberg
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Der marktfreundliche Wahlausgang in den USA, der insbesondere außenhandelspolitisch für eine entspanntere Atmosphäre als unter der Trump-Administration sorgen dürfte, und der Vollzug des Brexit zum Jahreswechsel lassen zwei wichtige politische Unsicherheitsfaktoren verfallen, so Martin Mayer, Senior Portfolio Manager Multi Asset, Christian Bettinger, Leiter Fixed Income, und Robert Reichle, Leiter Emerging Markets Selection von der Privatbank Berenberg in der aktuellen Ausgabe von "Horizonte".
Auch angesichts anhaltender Fortschritte bei der Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen sollten Anleiheinvestoren im Risk-on-Modus in das Jahr 2021 starten und im Rahmen einer weltweit synchronen Konjunkturerholung ihren Appetit auf Risikoprämien darüber hinaus beibehalten.
Zwar sei 2020 in der Gesamtschau für nahezu alle großen Volkswirtschaften erneut ein Jahr fallender Staatsanleiherenditen gewesen, doch zeichne sich zumindest bei US-Staatsanleihen bereits eine Trendwende ab. Neben den oben genannten Faktoren würden sich hier seit dem Sommer kontinuierlich steigende Inflationserwartungen und die zunehmende Verschuldung des Staatshaushalts als Renditetreiber erweisen. Auch für britische Staats- und Bundesanleihen würden die Analysten der Privatbank Berenberg aus gleichgelagerten Gründen steigende Renditen erwarten. Die "sicheren Häfen" würden nicht mehr den gleichen Schutz wie noch vor einigen Monaten bieten, sondern seien selber mit Vorsicht zu genießen. Innerhalb der Eurozone hätten sich die Renditeaufschläge der Peripherieländer gegenüber Papieren aus den Kernstaaten deutlich eingeengt und würden nur noch wenig Potenzial als Anlagealternative aufweisen. Wir positionieren uns gegenüber dem Segment der Staatsanleihen zurückhaltend, so die Analysten der Privatbank Berenberg.
Wer hätte das nach den dramatischen Kursverlusten des ersten Quartals 2020 gedacht? Zum Jahresende könnten Unternehmensanleihen in den meisten Subsegmenten mit einer positiven Wertentwicklung glänzen. Auch für das Jahr 2021 sähen die Analysten der Privatbank Berenberg grünes Licht: Eine deutliche Erholung der Wirtschaft, gepaart mit beispiellosem Stimulus seitens der Politik, sollte die Erträge des Unternehmenssektors stabilisieren und Kreditausfälle in Schach halten. In Europa dürfte der Fokus noch etwas länger auf Bilanzreparatur liegen als beispielsweise in den USA; dabei seien Cash-Flow-Generierung, die Reduzierung unnötiger Kapazitäten und Dividendenzahlungen sowie der Abbau der Verschuldung zentrale Maßnahmen.
Nichtsdestotrotz werde der Shareholder-Fokus auch in Europa im Jahresverlauf Schritt für Schritt wieder mehr in den Mittelpunkt rücken. Als relevanter noch dürften sich für die Kreditmärkte jedoch einige technische Faktoren erweisen. So beeinflusse die EZB die europäischen Märkte gleich doppelt: Zum einen direkt durch die monatlichen Käufe in Höhe von ca. 8 Mrd. EUR und zum anderen indirekt über das negative Zinsumfeld, welches speziell institutionelle Anleger, wie zum Beispiel Versicherungen, auf der Suche nach positiver Verzinsung in das Credit-Segment treibe. Dazu würden zahlreiche Investmentbanken davon ausgehen, dass nach den Rekordemissionen im zweiten und dritten Quartal 2020 im Jahr 2021 deutlich weniger Neuemissionen an den Markt kommen würden - ein Faktor, welcher das Ungleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage noch weiter verstärken werde.
Daher würden die Analysten der Privatbank Berenberg damit rechnen, dass Investoren die mittlerweile nicht mehr günstigen Bewertungen aus Mangel an Alternativen zunächst in Kauf nehmen würden. Die Analysten der Privatbank Berenberg würden ihre Übergewichtung in Unternehmensanleihen deshalb vorerst beibehalten. Sie würden eine Aufholbewegung in zyklischen Sektoren, beispielsweise bei Automobilen oder Investitionsgütern erwarten. Daneben würden sie Beimischungen wie Nachrang- und Hochzinsanleihen bevorzugen, da sie davon ausgehen würden, dass beide bei der Suche nach positiven Ertragsmöglichkeiten verstärkt in den Fokus der Anleger geraten würden.
Das vierte Quartal habe Anleihen aus den Emerging Markets sowohl in Hart- als auch in Lokalwährung eine Fortsetzung der freundlichen Entwicklung des Sommers beschert, wenn auch in abgemilderter Form. Steigende Rohölpreise, ein schwächerer US-Dollar und stark steigende Kapitalzuflüsse in die Anlageklasse seien dafür hauptsächlich verantwortlich gewesen. Im Rahmen ihrer positiven Wachstumserwartung würden die Analysten der Privatbank Berenberg für das Jahr 2021 mit einem graduellen Anstieg von US-Staatsanleihe-Renditen sowie günstigeren Rahmenbedingungen für viele Schwellenländer rechnen. Daher sähen sie die aktuellen Risikoaufschläge für Staats- und Unternehmensanleihen ungeachtet der seit dem ersten Quartal 2020 beeindruckenden Erholung weiterhin als attraktiv an.
Mit Blick auf Bonitäten sei mit einer Outperformance des Hochzinssegments gegenüber seinem Pendant aus dem Investment Grade-Bereich zu rechnen. Ebenso würden die Analysten der Privatbank Berenberg das Lokalwährungssegment als lohnenswert einstufen, nach zuletzt schwierigen Jahren hätten Lokalwährungen nun deutliches Aufhol- und Aufwertungspotenzial. Sie sollten besonders von einer Intensivierung der internationalen Handelsaktivitäten und einer Fortsetzung der US-Dollar-Schwäche profitieren.
Wie von uns erwartet, war das vierte Quartal für sichere Staatsanleihen schwieriges Terrain, so die Analysten der Privatbank Berenberg. Das werde sich auch im neuen Jahr nicht ändern. Die Anlageklasse bleibe für Neuinvestments unattraktiv und dürfte lediglich in temporären Unsicherheitsphasen vorübergehend gefragt sein. Eine erfolgversprechendere Perspektive würden europäische Unternehmensanleihen bieten, die zwar im historischen Vergleich nur noch durchschnittlich bewertet seien, jedoch vom expansiven monetären Umfeld und geringerer Neuemissionstätigkeit profitieren sollten.
Die überzeugendste Aussicht genießen wir auf Schwellenländerpapiere, insbesondere im Lokalwährungssegment, neben den dortigen Hochzinsanleihen sind sie in einem Umfeld internationaler Wirtschafts- und Handelsbelebung sowie bei einem schwächeren US-Dollar unsere Favoriten, so die Analysten der Privatbank Berenberg. (Ausgabe Q1/2021) (18.12.2020/alc/a/a)
Auch angesichts anhaltender Fortschritte bei der Entwicklung von Covid-19-Impfstoffen sollten Anleiheinvestoren im Risk-on-Modus in das Jahr 2021 starten und im Rahmen einer weltweit synchronen Konjunkturerholung ihren Appetit auf Risikoprämien darüber hinaus beibehalten.
Zwar sei 2020 in der Gesamtschau für nahezu alle großen Volkswirtschaften erneut ein Jahr fallender Staatsanleiherenditen gewesen, doch zeichne sich zumindest bei US-Staatsanleihen bereits eine Trendwende ab. Neben den oben genannten Faktoren würden sich hier seit dem Sommer kontinuierlich steigende Inflationserwartungen und die zunehmende Verschuldung des Staatshaushalts als Renditetreiber erweisen. Auch für britische Staats- und Bundesanleihen würden die Analysten der Privatbank Berenberg aus gleichgelagerten Gründen steigende Renditen erwarten. Die "sicheren Häfen" würden nicht mehr den gleichen Schutz wie noch vor einigen Monaten bieten, sondern seien selber mit Vorsicht zu genießen. Innerhalb der Eurozone hätten sich die Renditeaufschläge der Peripherieländer gegenüber Papieren aus den Kernstaaten deutlich eingeengt und würden nur noch wenig Potenzial als Anlagealternative aufweisen. Wir positionieren uns gegenüber dem Segment der Staatsanleihen zurückhaltend, so die Analysten der Privatbank Berenberg.
Wer hätte das nach den dramatischen Kursverlusten des ersten Quartals 2020 gedacht? Zum Jahresende könnten Unternehmensanleihen in den meisten Subsegmenten mit einer positiven Wertentwicklung glänzen. Auch für das Jahr 2021 sähen die Analysten der Privatbank Berenberg grünes Licht: Eine deutliche Erholung der Wirtschaft, gepaart mit beispiellosem Stimulus seitens der Politik, sollte die Erträge des Unternehmenssektors stabilisieren und Kreditausfälle in Schach halten. In Europa dürfte der Fokus noch etwas länger auf Bilanzreparatur liegen als beispielsweise in den USA; dabei seien Cash-Flow-Generierung, die Reduzierung unnötiger Kapazitäten und Dividendenzahlungen sowie der Abbau der Verschuldung zentrale Maßnahmen.
Daher würden die Analysten der Privatbank Berenberg damit rechnen, dass Investoren die mittlerweile nicht mehr günstigen Bewertungen aus Mangel an Alternativen zunächst in Kauf nehmen würden. Die Analysten der Privatbank Berenberg würden ihre Übergewichtung in Unternehmensanleihen deshalb vorerst beibehalten. Sie würden eine Aufholbewegung in zyklischen Sektoren, beispielsweise bei Automobilen oder Investitionsgütern erwarten. Daneben würden sie Beimischungen wie Nachrang- und Hochzinsanleihen bevorzugen, da sie davon ausgehen würden, dass beide bei der Suche nach positiven Ertragsmöglichkeiten verstärkt in den Fokus der Anleger geraten würden.
Das vierte Quartal habe Anleihen aus den Emerging Markets sowohl in Hart- als auch in Lokalwährung eine Fortsetzung der freundlichen Entwicklung des Sommers beschert, wenn auch in abgemilderter Form. Steigende Rohölpreise, ein schwächerer US-Dollar und stark steigende Kapitalzuflüsse in die Anlageklasse seien dafür hauptsächlich verantwortlich gewesen. Im Rahmen ihrer positiven Wachstumserwartung würden die Analysten der Privatbank Berenberg für das Jahr 2021 mit einem graduellen Anstieg von US-Staatsanleihe-Renditen sowie günstigeren Rahmenbedingungen für viele Schwellenländer rechnen. Daher sähen sie die aktuellen Risikoaufschläge für Staats- und Unternehmensanleihen ungeachtet der seit dem ersten Quartal 2020 beeindruckenden Erholung weiterhin als attraktiv an.
Mit Blick auf Bonitäten sei mit einer Outperformance des Hochzinssegments gegenüber seinem Pendant aus dem Investment Grade-Bereich zu rechnen. Ebenso würden die Analysten der Privatbank Berenberg das Lokalwährungssegment als lohnenswert einstufen, nach zuletzt schwierigen Jahren hätten Lokalwährungen nun deutliches Aufhol- und Aufwertungspotenzial. Sie sollten besonders von einer Intensivierung der internationalen Handelsaktivitäten und einer Fortsetzung der US-Dollar-Schwäche profitieren.
Wie von uns erwartet, war das vierte Quartal für sichere Staatsanleihen schwieriges Terrain, so die Analysten der Privatbank Berenberg. Das werde sich auch im neuen Jahr nicht ändern. Die Anlageklasse bleibe für Neuinvestments unattraktiv und dürfte lediglich in temporären Unsicherheitsphasen vorübergehend gefragt sein. Eine erfolgversprechendere Perspektive würden europäische Unternehmensanleihen bieten, die zwar im historischen Vergleich nur noch durchschnittlich bewertet seien, jedoch vom expansiven monetären Umfeld und geringerer Neuemissionstätigkeit profitieren sollten.
Die überzeugendste Aussicht genießen wir auf Schwellenländerpapiere, insbesondere im Lokalwährungssegment, neben den dortigen Hochzinsanleihen sind sie in einem Umfeld internationaler Wirtschafts- und Handelsbelebung sowie bei einem schwächeren US-Dollar unsere Favoriten, so die Analysten der Privatbank Berenberg. (Ausgabe Q1/2021) (18.12.2020/alc/a/a)


