Erweiterte Funktionen

Emerging Markets: Starkes Jahr für Unternehmensanleihen


15.11.12 11:14
Fisch Asset Management

Zürich (www.anleihencheck.de) - Hannes Boller, Portfolio Manager bei Fisch Asset Management, blickt auf ein bis dato starkes Jahr für Unternehmensanleihen aus den Emerging Markets zurück.

Denn Wachstum bestimme diese Anlageklasse: "Bis zum Jahresende werden gemäß Schätzungen Volumina von mehr als 300 Milliarden US-Dollar emittiert worden sein und damit rund 50 Prozent mehr als im Vorjahr. Das ist eine erfreuliche Situation für Investoren, die von der zunehmenden Auswahl profitieren und so die Diversifikation optimieren können. Das Anlageuniversum der Anleihen in Hartwährungen ist mittlerweile eine Billion US-Dollar schwer und macht damit bereits über ein Zehntel des gesamten Universums der Unternehmensanleihen aus. Und zwei Drittel davon sind mittlerweile mit dem Rating "Investment Grade" ausgestattet, während es vor zwei Jahrzehnten annähernd ein High Yield-Segment war. Diese Entwicklung unterstreicht auch der anhaltende Upgrade-Trend der Schwellenländer. Mit der Türkei und Indonesien erfuhren zwei namhafte Nationen in diesem Jahr das Rating "Investment Grade" - zumindest von einer großen Agentur. Auch Südkorea und Peru wurden im laufenden Jahr hochgestuft."

Den Neuemissionsboom führe Boller auf die enormen Expansionsabsichten der Unternehmen in den Schwellenländern zurück. Die Firmen hätten zudem die im Jahresverlauf gesunkenen Risikoprämien genutzt, die ihnen günstigere Konditionen bei der Anleiheemission ermögliche. "Die Nachfragesituation trug ebenfalls dazu bei, dass Unternehmen Anleihen im großen Umfang platzieren konnten. Investoren, in erster Linie die Fondsindustrie, hatten und haben reges Interesse aufgrund höherer Renditen im Vergleich zu Anleihen westlicher Industrienationen - bei gleichem Risiko. Lediglich Teile der institutionellen Investoren wie etwa Pensionskassen üben sich noch in Zurückhaltung gegenüber dieser Anlageklasse", so der Portfolio Manager.

"Momentan sehen wir eine Risikoprämie von 260 Basispunkten bei Unternehmensanleihen aus den Emerging Markets mit dem Rating "Investment Grade". Das sind 100 Basispunkte mehr als bei amerikanischen und europäischen Pendants - ein historisch sehr hoher Wert. Auch Staatsanleihen der Schwellenländer bieten eine niedrigere Verzinsung, so dass man von einem doppelten Pickup sprechen kann", sage Boller.

Nicht nur das Volumen der Anlageklasse sei im Wachstum begriffen, auch die Performance lege deutlich zu. Nach zwei Jahren mit einstelligen Renditen im mittleren Bereich hätten Unternehmensanleihen der Emerging Markets im Jahr 2012 im unteren zweistelligen Bereich zugelegt. "Neben der Stabilität im Depot sorgten die Anleihen bis Ende Oktober für eine überdurchschnittliche Performance. Sinkende Kreditspreads und Zinsen waren die Hauptursachen für die Kursgewinne bei den Anleihen. Wenn die Lage an den Finanzmärkten nicht zu unruhig wird, sollten sich die Anleger also über eine stattliche Rendite freuen. In Erwartung weiterhin stabiler Zinsen und eines geringen Zinserhöhungsrisikos in den USA sind die Aussichten der Anlageklasse auch für das kommende Jahr vielversprechend", so Boller. (15.11.2012/alc/a/a)