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Emerging Markets-Hartwährungsanleihen bei Anlegern unterrepräsentiert
20.11.17 12:15
Fisch Asset Management
Zürich (www.anleihencheck.de) - Unternehmensanleihen in Hartwährung aus Schwellenländern hatten bisher ein gutes Jahr: Gemessen am J.P. Morgan CEMBI Broad Diversified Index (währungsgesichert in Euro) konnten sie per Ende Oktober eine Rendite von 6 Prozent erzielen. Hannes Boller, Senior Portfolio Manager bei Fisch Asset Management in Zürich, beobachtet aufgrund dieser erfreulichen Wertentwicklung ein zunehmendes Interesse an Schwellenländer-Investments.
Trotzdem sehe er eine Unterallokation in professionellen Portfolios: "Institutionelle Anleger halten nicht Schritt mit den positiven Marktentwicklungen in den Schwellenländern. Beispielsweise machen Unternehmensanleihen in Hartwährung bereits 20 Prozent des globalen Corporate-Bond-Markts aus. Professionelle Investoren sind dennoch häufig substanziell unterallokiert und lassen sich interessante Opportunitäten entgehen. Es gibt mehrere Gründe, diesen Zustand zu hinterfragen: Das Wirtschaftswachstum zieht in den Schwellenländern markant an und im Vergleich zu den entwickelten Staaten sind die Staatsbilanzen zahlreicher Schwellenländer weit besser ausbalanciert."
Zu diesen guten Rahmenbedingungen geselle sich die Tatsache, dass Unternehmen aus den Schwellenländern durchschnittlich deutlich weniger stark verschuldet seien als ihre Wettbewerber aus den Industriestaaten. Und dennoch würden ihre Anleihen über alle Rating-Kategorien hinweg eine höhere Entschädigung bieten. "Diesen Renditeaufschlag sollte man sich nicht entgehen lassen. Dazu kommt bei qualitativ hochwertigen Emerging Markets-Corporates, das heißt Firmen mit einem Investment- Grade-Rating, die deutlich negative Korrelation zwischen Risikoprämien (Spreads) und Zinsen. Solche Anleihen werden einen Zinsanstieg viel besser abfedern, weil die Risikoprämie rund doppelt so hoch ist wie bei vergleichbaren europäischen Schuldnern. Insgesamt stellen Schwellenländer-Anleihen also eine sinnvolle Ergänzung in der gesamten Asset Allokation dar", sage Boller.
Schwellenländer-Anleihen hätten auch hinsichtlich der Marktreife und Marktgröße eine eindrückliche Entwicklung hinter sich. Dazu meine Boller: "Das Marktvolumen von Emerging Markets-Corporates ist in den vergangenen zehn Jahren über 600 Prozent gewachsen - damit haben sie alle anderen Anlageklassen in den Schatten gestellt. Dieses Wachstum setzt sich eindrücklich fort. Dieses Jahr werden wir bei den Neuemissionen einen neuen Rekord sehen, der den bisherigen Höchststand von 2014 übertrifft. Der Markt für Emerging Markets-Corporates in Hartwährungen hat denjenigen für US High Yield-Anleihen bereits überflügelt."
Doch wie immer beim Investieren lohne es sich auch hier, genauer hinzusehen. Es gelte potenzielle Verlustbringer zu meiden; ein aktuelles Beispiel sei die bevorstehende Zahlungsunfähigkeit Venezuelas. Auch einzelne Unternehmen sollten genau analysiert werden, um beispielsweise Firmen herauszufiltern, denen politische oder regulatorische Hürden das Leben schwermachen würden. Die Analyse spezifischer Unternehmensrisiken sei bei der Titelauswahl entscheidend. Abschließend sage Boller: "Wir beobachten bei Unternehmen enorme Fortschritte bei der Corporate Governance, die globale Konjunktur läuft rund und für 2018 sehen wir aus fundamentaler Sicht kaum Wolken am Himmel. Für Investoren sind dies gute Gründe, die Vorzüge von Schwellenländer-Anleihen genauer unter die Lupe zu nehmen." (20.11.2017/alc/a/a)
Trotzdem sehe er eine Unterallokation in professionellen Portfolios: "Institutionelle Anleger halten nicht Schritt mit den positiven Marktentwicklungen in den Schwellenländern. Beispielsweise machen Unternehmensanleihen in Hartwährung bereits 20 Prozent des globalen Corporate-Bond-Markts aus. Professionelle Investoren sind dennoch häufig substanziell unterallokiert und lassen sich interessante Opportunitäten entgehen. Es gibt mehrere Gründe, diesen Zustand zu hinterfragen: Das Wirtschaftswachstum zieht in den Schwellenländern markant an und im Vergleich zu den entwickelten Staaten sind die Staatsbilanzen zahlreicher Schwellenländer weit besser ausbalanciert."
Schwellenländer-Anleihen hätten auch hinsichtlich der Marktreife und Marktgröße eine eindrückliche Entwicklung hinter sich. Dazu meine Boller: "Das Marktvolumen von Emerging Markets-Corporates ist in den vergangenen zehn Jahren über 600 Prozent gewachsen - damit haben sie alle anderen Anlageklassen in den Schatten gestellt. Dieses Wachstum setzt sich eindrücklich fort. Dieses Jahr werden wir bei den Neuemissionen einen neuen Rekord sehen, der den bisherigen Höchststand von 2014 übertrifft. Der Markt für Emerging Markets-Corporates in Hartwährungen hat denjenigen für US High Yield-Anleihen bereits überflügelt."
Doch wie immer beim Investieren lohne es sich auch hier, genauer hinzusehen. Es gelte potenzielle Verlustbringer zu meiden; ein aktuelles Beispiel sei die bevorstehende Zahlungsunfähigkeit Venezuelas. Auch einzelne Unternehmen sollten genau analysiert werden, um beispielsweise Firmen herauszufiltern, denen politische oder regulatorische Hürden das Leben schwermachen würden. Die Analyse spezifischer Unternehmensrisiken sei bei der Titelauswahl entscheidend. Abschließend sage Boller: "Wir beobachten bei Unternehmen enorme Fortschritte bei der Corporate Governance, die globale Konjunktur läuft rund und für 2018 sehen wir aus fundamentaler Sicht kaum Wolken am Himmel. Für Investoren sind dies gute Gründe, die Vorzüge von Schwellenländer-Anleihen genauer unter die Lupe zu nehmen." (20.11.2017/alc/a/a)


