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Eine Zinssenkung ohne Senkung der Zinsen
01.04.25 12:00
Eric Sturdza Investments
Genf (www.anleihencheck.de) - Die US-Arbeitsmarktdaten im Februar waren enttäuschend, die Verbraucherausgaben sinken und Marktstimmungsindikatoren weisen alarmierende Signale auf, so Eric Vanraes, Head of Fixed Income bei Eric Sturdza Investments.
Die Inflation sei leicht zurückgegangen, aber diese sei nicht mehr die Hauptsorge. Die Marktteilnehmer würden nun nach anderen Parametern schauen, da Rezessionsängste wieder aufgekommen seien. Alle wichtigen Wirtschaftsindikatoren und konventionellen Signale seien eindeutig: Es gebe keine unmittelbare Bedrohung durch eine Rezession. Es bleibe jedoch abzuwarten, wie sich das schwindende Vertrauen auswirke. Wenn sich die Stimmung verschlechtere, schrumpfe die Wirtschaftstätigkeit, und der daraus resultierende Abschwung könne unterschiedlich stark ausfallen.
Die FED-Sitzung sei daher mit Spannung erwartet worden. Die Mitglieder des FOMC seien nach wie vor unsicher, was die Entwicklung der US-Wirtschaft angehe, dennoch seien die Wachstumsprognosen deutlich gesenkt worden. Damit seien die Stagflationserwartungen von der Zentralbank stillschweigend bestätigt worden, und die quantitative Straffung sei, wie von Eric Sturdza Investments vorhergesagt, stark zurückgefahren worden. Das dovishe Lager sei durch eine Zinssenkung effektiv besänftigt worden, wenn auch ohne eine tatsächliche Senkung der Zinsen.
Die jüngsten Inflationszahlen seien enttäuschend gewesen, und theoretisch sollte die FED die geldpolitischen Zügel in diesem Jahr nicht lockern. Trotz dieser schlechten Nachrichten seien weiterhin zwei Zinssenkungen zu erwarten, und die Renditen von Staatsanleihen seien gefallen. In einer "normalen Welt", wenn die Inflation zum Thema werde, würden sowohl Aktien als auch Anleihen fallen. Im aktuellen Umfeld, das nicht "normal" sei, würden die Aktien aufgrund der Inflation und der Zölle fallen, aber die Anleihen würden immer noch wie ein sicherer Hafen wirken, weil ihre hauptsächliche Sorge eine mögliche Rezession sei. Darüber hinaus habe der US-Finanzminister Scott Bessent bekräftigt, dass das Hauptziel der Trump-Administration darin bestehe, die Rendite der 10-jährigen Staatsanleihen zu senken.
Geopolitische Spannungen seien nach wie vor eine wichtige treibende Kraft für die Märkte, aber weit weniger als die Trumponomics. Die Zölle seien derzeit für den Finanzmarkt entscheidender als jede geopolitische Bedrohung. Wenn der FED-Vorsitzende Jerome Powell in seiner Rede mehrmals sage: "Ich weiß es nicht", bedeute dies, dass selbst die Zentralbank Probleme habe, die Entwicklung der US-Wirtschaft vorherzusagen. Die FED glaube, dass die Auswirkungen der Zölle auf Inflation und Wachstum "vorübergehend" sein würden, aber die Märkte sagen uns würden, dass dies unwahrscheinlich sei.
Die wichtigste geopolitische Frage, die sich heute auf die Märkte auswirke, habe nichts mit einem Konflikt auf der Welt zu tun. Es gehe um die neue Rolle der USA in der Weltpolitik. Die Reaktionen Europas seien beispielsweise enorm. Noch vor zwei Monaten wäre es undenkbar gewesen, dass Deutschland sein Bekenntnis zur fiskalischen Orthodoxie aufgeben würde. Und doch liege die zehnjährige deutsche Bundesanleihe heute näher bei 3% als bei 2%, was vor zwei Monaten in einem Marktumfeld mit geringem Wachstum und sinkender Inflation in der Region das theoretische Niveau gewesen sei.
Die Anleihemärkte würden von dieser Ungewissheit getrieben, und es werde sehr schwierig, eine auf Duration basierende Strategie mit großer Überzeugung umzusetzen. Die Spreads bei Krediten würden sich ausweiten, und trotz einiger kurzfristiger Turbulenzen seien die Aktienmärkte weiterhin gut aufgestellt. Anleihe- und Aktienmärkte könnten in naher Zukunft Anlagechancen bieten. (01.04.2025/alc/a/a)
Die Inflation sei leicht zurückgegangen, aber diese sei nicht mehr die Hauptsorge. Die Marktteilnehmer würden nun nach anderen Parametern schauen, da Rezessionsängste wieder aufgekommen seien. Alle wichtigen Wirtschaftsindikatoren und konventionellen Signale seien eindeutig: Es gebe keine unmittelbare Bedrohung durch eine Rezession. Es bleibe jedoch abzuwarten, wie sich das schwindende Vertrauen auswirke. Wenn sich die Stimmung verschlechtere, schrumpfe die Wirtschaftstätigkeit, und der daraus resultierende Abschwung könne unterschiedlich stark ausfallen.
Die FED-Sitzung sei daher mit Spannung erwartet worden. Die Mitglieder des FOMC seien nach wie vor unsicher, was die Entwicklung der US-Wirtschaft angehe, dennoch seien die Wachstumsprognosen deutlich gesenkt worden. Damit seien die Stagflationserwartungen von der Zentralbank stillschweigend bestätigt worden, und die quantitative Straffung sei, wie von Eric Sturdza Investments vorhergesagt, stark zurückgefahren worden. Das dovishe Lager sei durch eine Zinssenkung effektiv besänftigt worden, wenn auch ohne eine tatsächliche Senkung der Zinsen.
Geopolitische Spannungen seien nach wie vor eine wichtige treibende Kraft für die Märkte, aber weit weniger als die Trumponomics. Die Zölle seien derzeit für den Finanzmarkt entscheidender als jede geopolitische Bedrohung. Wenn der FED-Vorsitzende Jerome Powell in seiner Rede mehrmals sage: "Ich weiß es nicht", bedeute dies, dass selbst die Zentralbank Probleme habe, die Entwicklung der US-Wirtschaft vorherzusagen. Die FED glaube, dass die Auswirkungen der Zölle auf Inflation und Wachstum "vorübergehend" sein würden, aber die Märkte sagen uns würden, dass dies unwahrscheinlich sei.
Die wichtigste geopolitische Frage, die sich heute auf die Märkte auswirke, habe nichts mit einem Konflikt auf der Welt zu tun. Es gehe um die neue Rolle der USA in der Weltpolitik. Die Reaktionen Europas seien beispielsweise enorm. Noch vor zwei Monaten wäre es undenkbar gewesen, dass Deutschland sein Bekenntnis zur fiskalischen Orthodoxie aufgeben würde. Und doch liege die zehnjährige deutsche Bundesanleihe heute näher bei 3% als bei 2%, was vor zwei Monaten in einem Marktumfeld mit geringem Wachstum und sinkender Inflation in der Region das theoretische Niveau gewesen sei.
Die Anleihemärkte würden von dieser Ungewissheit getrieben, und es werde sehr schwierig, eine auf Duration basierende Strategie mit großer Überzeugung umzusetzen. Die Spreads bei Krediten würden sich ausweiten, und trotz einiger kurzfristiger Turbulenzen seien die Aktienmärkte weiterhin gut aufgestellt. Anleihe- und Aktienmärkte könnten in naher Zukunft Anlagechancen bieten. (01.04.2025/alc/a/a)


