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EZB wird sich im Herbst mit Reduzierung des Anleiheankaufvolumens beschäftigen
21.07.17 09:24
National-Bank AG
Essen (www.anleihencheck.de) - Die EZB will sich mit einer Entscheidung über den Ausstieg aus dem QE-Programm Zeit lassen, berichten die Analysten der National-Bank AG.
Laut Aussagen von Mario Draghi sei darüber noch nicht einmal auf der Tagung des EZB-Rats diskutiert worden. Bevor Entscheidungen getroffen würden, müssten umfangreiche und umfassende Informationen vorliegen, so jedenfalls der Notenbankchef. Für die Bekanntgabe des weiteren geldpolitischen Kurses nach der Septembertagung sprächen die dann vorzustellenden, aktualisierten Konjunkturprognosen der EZB. Ende Oktober hätten die Notenbanker aber noch mehr Informationen zur Verfügung, und die Wahlen in Deutschland und Österreich wären gelaufen, sodass sich die EZB nicht mit dem Argument auseinander setzen müsse, ihre Politik hätte Einfluss auf die Wahlen genommen.
Da Draghi zugleich mehrfach davon gesprochen habe, man müsse geduldig sein, spreche einiges für den Oktobertermin, zumal die EZB dann eventuell bereits die ersten Auswirkungen der Reduzierung der Bilanz der FED in die Überlegungen einbeziehen könne. Eilig mit einer Änderung der Geldpolitik schien es die EZB gestern jedenfalls nicht zu haben, so die Analysten der National-Bank AG.
Die Wortwahl in der Presseerklärung sei unverändert geblieben. Der EZB-Chef habe bei aller Zufriedenheit über den konjunkturellen Verlauf am aktuellen Rand im Euroraum betont, dass der umfangreiche geldpolitische Stimulus weiterhin notwendig sei. Außerdem habe er die Regierungen der Euroländer einmal mehr sehr deutlich aufgefordert, ihren Beitrag für Verfestigung des Aufschwungs zu leisten. Es sehe danach aus, als ob die EZB über die bisherigen Beiträge frustriert sei.
Immerhin könne man an der Spreadentwicklung italienischer, portugiesischer und spanischer Anleihen im Vergleich zu Bunds ablesen, dass die Botschaft am Kapitalmarkt angekommen sei. Die EZB kaufe weiter. Ein Endtermin für die Käufe stehe nicht fest. Entsprechend hätten sich die Spreads teils deutlich eingeengt. Ob Dragi auf der Notenbanktagung in Jackson Hole Ende August deutlicher werde als gestern, sei nicht zu erwarten. Denkbar sei allenfalls, dass er verschiedene Möglichkeiten für die Reduzierung des QE-Volumens und anschließender geldpolitischer Maßnahmen skizziere. Wie der Umschwung in der Geldpolitik konkret aussehen würde, dürfte völlig offen bleiben. Eines hätten die Aussagen auf der Pressekonferenz auch noch klar gemacht: Ein rein mechanistisches Vorgehen bei der Reduzierung des QE-Volumens dürfte es wohl nicht geben. Vermutlich werde die Notenbank auch die Reaktionen der Investoren in ihr Vorgehen einbeziehen.
Heute werde vermutlich die Nachlese der Pressekonferenz auf der Agenda stehen, auch die Reaktion des Euro. Diese dürfte jedoch zu einem Großteil dem Regierungschaos in den USA geschuldet sein. Die Glaubwürdigkeit in die Administration werde ja nahezu täglich erschüttert. Außerdem sei der Phili FED-Indikator eingebrochen. Die Blicke dürften sich in Ermangelung von neuen Wirtschaftsinformationen auch in Richtung FED richten: Vorbereitungen der Reduzierung der Notenbankbilanz und Aussagen zum Thema Inflation dürften die Themen sein, die die Investoren interessieren würden. Vielleicht werde man sich aufgrund der Probleme der Republikaner, einen Konsens zu wichtigen Fragestellungen zu finden, mit dem nächsten großen Thema auseinander setzen: Spätestens Anfang Oktober werde die Verschuldungsobergrenze erreicht. Mit Blick auf die Bepreisung der US-T-Bills scheinen die Märkte nicht ganz auszuschließen, dass es zu einem Stillstand in der Verwaltung kommen wird, so die Analysten der National-Bank AG.
Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sollte den letzten Handelstag der Woche kaum verändert beginnen. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 161,20 und 162,55 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,22% und 2,32% schwanken. (21.07.2017/alc/a/a)
Laut Aussagen von Mario Draghi sei darüber noch nicht einmal auf der Tagung des EZB-Rats diskutiert worden. Bevor Entscheidungen getroffen würden, müssten umfangreiche und umfassende Informationen vorliegen, so jedenfalls der Notenbankchef. Für die Bekanntgabe des weiteren geldpolitischen Kurses nach der Septembertagung sprächen die dann vorzustellenden, aktualisierten Konjunkturprognosen der EZB. Ende Oktober hätten die Notenbanker aber noch mehr Informationen zur Verfügung, und die Wahlen in Deutschland und Österreich wären gelaufen, sodass sich die EZB nicht mit dem Argument auseinander setzen müsse, ihre Politik hätte Einfluss auf die Wahlen genommen.
Da Draghi zugleich mehrfach davon gesprochen habe, man müsse geduldig sein, spreche einiges für den Oktobertermin, zumal die EZB dann eventuell bereits die ersten Auswirkungen der Reduzierung der Bilanz der FED in die Überlegungen einbeziehen könne. Eilig mit einer Änderung der Geldpolitik schien es die EZB gestern jedenfalls nicht zu haben, so die Analysten der National-Bank AG.
Immerhin könne man an der Spreadentwicklung italienischer, portugiesischer und spanischer Anleihen im Vergleich zu Bunds ablesen, dass die Botschaft am Kapitalmarkt angekommen sei. Die EZB kaufe weiter. Ein Endtermin für die Käufe stehe nicht fest. Entsprechend hätten sich die Spreads teils deutlich eingeengt. Ob Dragi auf der Notenbanktagung in Jackson Hole Ende August deutlicher werde als gestern, sei nicht zu erwarten. Denkbar sei allenfalls, dass er verschiedene Möglichkeiten für die Reduzierung des QE-Volumens und anschließender geldpolitischer Maßnahmen skizziere. Wie der Umschwung in der Geldpolitik konkret aussehen würde, dürfte völlig offen bleiben. Eines hätten die Aussagen auf der Pressekonferenz auch noch klar gemacht: Ein rein mechanistisches Vorgehen bei der Reduzierung des QE-Volumens dürfte es wohl nicht geben. Vermutlich werde die Notenbank auch die Reaktionen der Investoren in ihr Vorgehen einbeziehen.
Heute werde vermutlich die Nachlese der Pressekonferenz auf der Agenda stehen, auch die Reaktion des Euro. Diese dürfte jedoch zu einem Großteil dem Regierungschaos in den USA geschuldet sein. Die Glaubwürdigkeit in die Administration werde ja nahezu täglich erschüttert. Außerdem sei der Phili FED-Indikator eingebrochen. Die Blicke dürften sich in Ermangelung von neuen Wirtschaftsinformationen auch in Richtung FED richten: Vorbereitungen der Reduzierung der Notenbankbilanz und Aussagen zum Thema Inflation dürften die Themen sein, die die Investoren interessieren würden. Vielleicht werde man sich aufgrund der Probleme der Republikaner, einen Konsens zu wichtigen Fragestellungen zu finden, mit dem nächsten großen Thema auseinander setzen: Spätestens Anfang Oktober werde die Verschuldungsobergrenze erreicht. Mit Blick auf die Bepreisung der US-T-Bills scheinen die Märkte nicht ganz auszuschließen, dass es zu einem Stillstand in der Verwaltung kommen wird, so die Analysten der National-Bank AG.
Der Bund-Future (ISIN DE0009652644 / WKN 965264) sollte den letzten Handelstag der Woche kaum verändert beginnen. Im Tagesverlauf sollte er sich zwischen 161,20 und 162,55 bewegen. Die Rendite der 10-jährigen US-Treasuries sollte zwischen 2,22% und 2,32% schwanken. (21.07.2017/alc/a/a)
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| Kurs | Vortag | Veränderung | Datum/Zeit | |
| 125,717 € | 125,3577 € | 0,3593 € | +0,29% | 01.01./01:00 |
| ISIN | WKN | Jahreshoch | Jahrestief | |
| DE0009652644 | 965264 | 131,95 € | 124,26 € | |


