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EZB wird bis zu einem Endsatz von 3% gehen


16.12.22 11:30
Generali Investments

Köln (www.anleihencheck.de) - Die EZB hat gestern zum letzten Mal in diesem Jahr über den Leitzins entschieden - und mit einer Zinsanhebung um 0,5% die Erwartungen der Marktteilnehmer erfüllt. Dennoch sieht Martin Wolburg, Senior Economist bei Generali Investments, Interpretationsbedarf hinsichtlich der weiteren Schritte.

Auf seiner gestrigen Sitzung habe der EZB-Rat die Leitzinsen um weitere 50 Basispunkte angehoben und damit den Erwartungen entsprochen. Das gemäßigtere Tempo sei jedoch von einer Erklärung zur strafferen Geldpolitik begleitet worden. Das Hauptargument sei eine "erhebliche Aufwärtskorrektur der Inflationsaussichten", da weder die Gesamtinflation noch die Kerninflation bis 2025 an die 2%-Schwelle heranreichen dürften.

Der EZB-Rat habe alle Hoffnungen auf eine Wende in der Politik zunichte gemacht, indem er erklärt habe, dass "die Zinssätze weiterhin deutlich und stetig steigen müssen, um ein ausreichend restriktives Niveau zu erreichen", und dass er sie auf diesem Niveau halten werde, um die Inflation zu senken. Der Rat habe weiter erklärt, dass die Leitzinsen das "wichtigste Instrument zur Festlegung des geldpolitischen Kurses" seien, und Präsidentin Lagarde habe angedeutet, dass weitere Zinserhöhungen um 50 Basispunkte bevorstünden.

Die Experten würden nun eine weitere Anhebung um 50 Basispunkte im Februar erwarten, gefolgt von einer weiteren Anhebung um 50 Basispunkte danach, was zu einem Endsatz von 3,0% führen werde. (16.12.2022/alc/a/a)