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EZB noch weit von neuen Zinssenkungen entfernt


16.12.25 10:00
Crédit Mutuel AM

Paris (www.anleihencheck.de) - Die Botschaft der Europäischen Zentralbank (EZB) dürfte sich bei ihrer Dezember-Sitzung nicht grundlegend ändern, so François Rimeu, Senior Strategist, Crédit Mutuel Asset Management.

Es werde erwartet, dass die EZB ihre Geldpolitik unverändert beibehalte und eine ähnliche Botschaft wie bei früheren Sitzungen vermittle. Jüngste Äußerungen von EZB-Vorstandsmitglied Isabel Schnabel hätten den Eindruck verstärkt, dass eine Zinssenkung in naher Zukunft höchst unwahrscheinlich sei. Sie scheine mit den aktuellen Markterwartungen, die für die nächsten zwölf Monate keine Veränderung und sogar eine geringe Wahrscheinlichkeit für Zinserhöhungen vorhersagten, recht zufrieden zu sein.

Die Erwartungen der Experten seien wie folgt:

- Der Einlagensatz dürfte bei 2 % bleiben, gestützt durch ein stabiles Wachstum und eine kontrollierte Inflation.
- Christine Lagarde dürfte die Markterwartungen bezüglich einer möglichen Zinserhöhung 2026 dämpfen.
- Dazu werde sie sich wahrscheinlich auf die neuen makroökonomischen Prognosen der EZB stützen.
- Diese Prognosen dürften auf ein besser als erwartetes Wachstumsszenario für 2025 und 2026 hindeuten, jedoch weiterhin keine Anzeichen für Inflationsdruck im Zeitraum 2026–2027 erkennen lassen.
- Letztendlich dürfte Christine Lagarde die Botschaft bekräftigen, dass die EZB ihren Ansatz, von Sitzung zu Sitzung zu entscheiden, fortsetze und die Geldpolitik auf Basis der verfügbaren Daten anpasse.

Die EZB dürfte ein besseres Wachstumsszenario als noch vor drei Monaten signalisieren und bestätigen, dass sich die Geldpolitik derzeit in einer guten Position befinde. Die bisherige dovishe Tendenz dürfte sich nicht fortsetzen. Da sich die Märkte weitgehend auf die Äußerungen von Isabel Schnabel eingestellt hätten, dürfte die Reaktion nach der EZB-Sitzung begrenzt ausfallen. Langfristig würden die aktuellen geldpolitischen Erwartungen jedoch angesichts des Wachstumspotenzials der Eurozone als zu hoch eingeschätzt. (16.12.2025/alc/a/a)