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EZB könnte Richtung vorgeben


09.11.15 11:42
BNP Paribas

Paris (www.anleihencheck.de) - Es ist nicht überraschend, dass der Aktienmarkt in der abgelaufenen Woche das Bild der vielzitierten Schaukelbörse abgab: Positive Nachrichten wechselten sich mit negativen ab, und das sowohl auf makroökonomischer als auch auf Unternehmensebene, berichten die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".

So habe auf der einen Seite etwa die Auftragslage deutscher Unternehmen die Stimmung belastet: Im September seien die Bestellungen gegenüber dem Vormonat um 1,7 Prozent zurückgegangen - dabei sei der im Zuge des VW-Abgasskandals zu erwartende Rückgang noch gar nicht darin enthalten. Auch vor diesem Hintergrund sei das Minus überraschend; Experten hätten mit einem Zuwachs von rund einem Prozent gerechnet.

Auf der anderen Seite würden die weltweiten Einkaufsmanagerindices ein freundliches Bild abgeben: In den USA sei etwa der ISM-Index der Einkaufsmanager im Verarbeitenden Gewerbe etwas besser ausgefallen als erwartet. Auch aus Europa seien in diesem Zusammenhang positive Daten gekommen: Der Einkaufsmanagerindex der Industrie Großbritanniens sei im Oktober überraschend stark um 3,7 auf 55,5 Punkte gestiegen, auf den höchsten Stand seit 16 Monaten. Der Einkaufsmanagerindex des Verarbeitenden Gewerbes in Deutschland sei auf 52,1 gestiegen, der für die gesamte Eurozone auf 52,3 - beide Zahlen hätten oberhalb der Prognosen gelegen.

Das gemischte Bild habe sich auch bei den Ergebnissen der deutschen Unternehmen für das jüngst abgelaufene Quartal gezeigt: Auf der einen Seite hätten Gewinnwarnungen wie bei der Deutschen Bank oder bei HUGO BOSS für Enttäuschung gesorgt, auf der anderen Seite hätten Unternehmen wie adidas und BMW mit guten Zahlen und Aussichten positiv zu überraschen gewusst.

Das Zünglein an der Waage für die weitere Entwicklung von DAX und Co dürfte daher in den kommenden Wochen wieder einmal die Europäische Zentralbank (EZB) sein: Die zuvor schon angedeutete Bereitschaft, die Geldschleusen im Dezember gegebenenfalls noch weiter zu öffnen, sei von EZB-Chef Draghi am Donnerstag erneut bekräftigt worden - nach wie vor sei den Währungshütern die Inflation in der Eurozone zu gering. (Ausgabe vom 06.11.2015) (09.11.2015/alc/a/a)