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EZB hält still - noch
31.01.17 08:50
BNP Paribas
Paris (www.anleihencheck.de) - Ende 2018, 2019 oder sogar erst 2020 - bis die Europäische Zentralbank den Leitzins wieder anhebt, wird es noch dauern, so die Analysten der BNP Paribas in ihrer aktuellen Ausgabe von "Märkte & Zertifikate weekly".
Kaum ein Ökonom rechne etwa derzeit damit, dass die obersten europäischen Währungshüter bereits Anfang 2018 damit beginnen würden, wieder langsam die Geldschleuse zu schließen.
In Zeiten, in denen die EZB konjunkturunterstützende Maßnahmen en masse beschlossen habe, sei es vielleicht in Vergessenheit geraten, dass sie im Gegensatz zur US-Notenbank FED dennoch nur ein Mandat habe: Für Preisstabilität sorgen. Weise die Inflationsrate einen Stand von "nahe, aber unter 2 Prozent" auf, sei dieses Ziel laut EZB-Definition erreicht. Vor allem der gestiegene Ölpreis und die extrem expansive Geldpolitik der EZB hätten die Preise zuletzt bereits kräftig in die Höhe getrieben.
In Deutschland sei die Inflationsrate im Dezember immerhin auf 1,7 Prozent geklettert, während im Euroraum die Verbraucherpreise 1,1 Prozent höher gelegen hätten als vor einem Jahr und die Inflationsrate somit den höchsten Stand seit September 2013 erreicht habe. Noch sei die Teuerungsrate damit zwar weit vom anvisierten EZB-Wert entfernt. Im Hinterkopf sollten Anleger aber behalten, dass die Inflation mit einer unerwarteten Schnelligkeit anziehen könnte. Wie zügig ein Umschwung stattfinden könne, zeige ein Blick in die Vergangenheit: "Die Inflation ist tot, sie ist so tot wie ein rostiger Nagel", habe 1968 der damalige Wirtschaftsminister Karl Schiller erklärt. Nur wenige Jahre später sei die Teuerungsrate auf rund 8 Prozent geklettert.
Auch in Zukunft könnte die Inflation zügiger und kräftiger ansteigen, als viele Experten derzeit noch vorhersagen würden. Beflügelt werden könnte sie zum einen von einer anhaltend soliden Konjunkturentwicklung. Darauf würden aktuell zahlreiche europäische Stimmungsindikatoren wie etwa die Einkaufsmanagerindizes schließen lassen, die zum Teil weit im Expansionsbereich lägen.
Auch der im vergangenen Jahr noch sehr niedrige Ölpreis könnte sich 2017 massiv auf die Verbraucherpreise auswirken. Hinzu komme eine - im Zuge eines womöglich aufwertenden Dollar - importierte Inflation. Dass die EZB daher erst 2019 oder 2020 beginnen werde, einen restriktiveren Kurs einzuschlagen, sei keineswegs in Stein gemeißelt. Ob sie damit aber bereits 2017 beginnen werde, sei angesichts der Trump-Wahl, des Brexits und der wichtigen anstehenden Wahlen in Europa ebenfalls fraglich. Anleger sollten dennoch wachsam bleiben, die Entwicklung genauestens beobachten und falls notwendig entsprechende Umschichtungen in ihrem Depot vornehmen. (Ausgabe vom 27.01.2017) (31.01.2017/alc/a/a)
Kaum ein Ökonom rechne etwa derzeit damit, dass die obersten europäischen Währungshüter bereits Anfang 2018 damit beginnen würden, wieder langsam die Geldschleuse zu schließen.
In Deutschland sei die Inflationsrate im Dezember immerhin auf 1,7 Prozent geklettert, während im Euroraum die Verbraucherpreise 1,1 Prozent höher gelegen hätten als vor einem Jahr und die Inflationsrate somit den höchsten Stand seit September 2013 erreicht habe. Noch sei die Teuerungsrate damit zwar weit vom anvisierten EZB-Wert entfernt. Im Hinterkopf sollten Anleger aber behalten, dass die Inflation mit einer unerwarteten Schnelligkeit anziehen könnte. Wie zügig ein Umschwung stattfinden könne, zeige ein Blick in die Vergangenheit: "Die Inflation ist tot, sie ist so tot wie ein rostiger Nagel", habe 1968 der damalige Wirtschaftsminister Karl Schiller erklärt. Nur wenige Jahre später sei die Teuerungsrate auf rund 8 Prozent geklettert.
Auch in Zukunft könnte die Inflation zügiger und kräftiger ansteigen, als viele Experten derzeit noch vorhersagen würden. Beflügelt werden könnte sie zum einen von einer anhaltend soliden Konjunkturentwicklung. Darauf würden aktuell zahlreiche europäische Stimmungsindikatoren wie etwa die Einkaufsmanagerindizes schließen lassen, die zum Teil weit im Expansionsbereich lägen.
Auch der im vergangenen Jahr noch sehr niedrige Ölpreis könnte sich 2017 massiv auf die Verbraucherpreise auswirken. Hinzu komme eine - im Zuge eines womöglich aufwertenden Dollar - importierte Inflation. Dass die EZB daher erst 2019 oder 2020 beginnen werde, einen restriktiveren Kurs einzuschlagen, sei keineswegs in Stein gemeißelt. Ob sie damit aber bereits 2017 beginnen werde, sei angesichts der Trump-Wahl, des Brexits und der wichtigen anstehenden Wahlen in Europa ebenfalls fraglich. Anleger sollten dennoch wachsam bleiben, die Entwicklung genauestens beobachten und falls notwendig entsprechende Umschichtungen in ihrem Depot vornehmen. (Ausgabe vom 27.01.2017) (31.01.2017/alc/a/a)


