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EZB behält ihre Geldpolitik unverändert bei
17.03.17 11:48
Weberbank
Berlin (www.anleihencheck.de) - Die Finanzmärkte stehen im Bann der Notenbanken, so Sören Wiedau, CEFA bei der Weberbank.
Mit großer Spannung seien die Zinsentscheidungen der amerikanischen Notenbank (FED) sowie der Europäischen Zentralbank (EZB) erwartet worden. Analysiere man die zuletzt veröffentlichten Konjunkturdaten, so seien die Entscheidungen der Notenbanken nicht überraschend ausgefallen. Die amerikanischen Wirtschaftsdaten würden insgesamt ein freundliches Bild zeigen. Insbesondere der Arbeitsmarkt habe sich von seiner starken Seite präsentiert. Mit einem Plus von 235.000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft seien die bereits hohen Erwartungen der Marktteilnehmer übertroffen worden. Die Arbeitslosenrate sei auf 4,7 Prozent gesunken, während sich gleichzeitig das Lohnwachstum erholt habe. Für eine positive Überraschung habe auch die US-Industrie gesorgt. Hier hätten sich die Auftragseingänge gegenüber dem Vormonat verbessern können. Rechne man den volatilen Transportgütersektor aus den Daten heraus, so würden die Auftragseingänge bereits seit mehreren Monaten steigen und damit eine spürbare Belebung der amerikanischen Industrie bestätigen.
Vonseiten der Stimmungsindikatoren habe der viel beachtete ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe geglänzt. Er sei auf ein Niveau gestiegen, welches er zuletzt im Jahr 2014 erreicht habe. Vor dem Hintergrund der positiven Konjunkturdaten habe die US-Notenbank ihren Leitzins um 0,25% angehoben. Außerdem gehe sie noch von zwei weiteren Zinserhöhungen in diesem Jahr aus. Insgesamt bestätigen die Konjunkturzahlen die positive Einschätzung der Analysten der Weberbank der amerikanischen Wirtschaft. Daher sollten ihres Erachtens auch zwei Zinserhöhungen gerechtfertigt sein.
In Europa seien die Konjunkturdaten eher gemischt ausgefallen. Während sich in Deutschland die Industrieproduktion und der Außenhandel positiv entwickelt hätten, hätten die Auftragseingänge und die Einzelhandelsumsätze für Enttäuschung gesorgt. Die vom ZEW erhobenen Konjunkturerwartungen hätten sich für Deutschland zwar verbessern können, aber unter den Erwartungen der Marktteilnehmer gelegen. Ein ähnliches Bild zeige die Bewertung der aktuellen Konjunktur, auch diese sei leicht angestiegen. Trotz der jüngsten Entwicklungen gehen die Analysten der Weberbank weiter von einem moderat positiven Wirtschaftswachstum in Europa aus.
Im Gegensatz zur amerikanischen Notenbank habe die EZB ihre Geldpolitik unverändert gelassen. Sowohl der Leitzins als auch der Einlagesatz würden bei 0,0 bzw. -0,4 Prozent bleiben. Das Anleihekaufprogramm solle bis mindestens Ende Dezember 2017 oder - wenn nötig - auch länger fortgesetzt werden. Ab April würden die monatlichen Käufe der Anleihen von 80 Mrd. auf 60 Mrd. Euro reduziert. Insbesondere die politische Unsicherheit in Europa und vor allem die immer noch geringe Kerninflation (Inflation ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) würden die Hauptgründe für die Entscheidung darstellen.
Die Kerninflation in der Eurozone liege mit 0,9 Prozent weit unterhalb des von der EZB angestrebten inoffiziellen Zielwertes von knapp unter 2 Prozent. Des Weiteren habe die EZB ihre Prognosen für das europäische Wirtschaftswachstum und die Inflation leicht nach oben angepasst und sehe für die Zukunft geringere Abwärtsrisiken als bisher. Insgesamt sei die EZB-Sitzung unspektakulär ausgefallen. Allerdings seien nach der Pressekonferenz Diskussionen unter Marktteilnehmern aufgetreten, die Notenbank könne noch in der Auslaufphase ihres Anleihekaufprogramms Anpassungen bei den Zinssätzen (z.B. Einlagesatz) vornehmen. Die Analysten der Weberbank gehen davon nicht aus und erwarten ein vorsichtiges Agieren seitens der EZB.
Die europäischen Rentenmärkte hätten vor den Sitzungen der Notenbanken unter Druck gestanden. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen habe kurzfristig das erste Mal seit Anfang 2016 die Marke von 0,50 Prozent überschritten, sei dann aber wieder zurückgefallen. Die Analysten der Weberbank ziehen weiter Unternehmens- und Schwellenländeranleihen aufgrund der attraktiveren Renditen den Bundesanleihen vor.
An den Aktienmärkten hätten die Nachricht der amerikanischen Notenbank, in diesem Jahr lediglich zwei weitere Zinsschritte zu planen, sowie das Wahlergebnis in den Niederlanden für Kurssteigerungen gesorgt. Das Umfeld für die Aktienmärkte bleibe weiterhin gut unterstützt. Eine positive Wirtschaftsdynamik, steigende Unternehmensgewinne, eine weiterhin expansive europäische Notenbank, ein schwacher Euro, geplante expansive Maßnahmen aus Amerika (Steuersenkungen, Deregulierungen, Fiskalpakete) sowie fehlende Alternativen zu Aktien sollten auch mittelfristig für anziehende Aktienmärkte sorgen. Kurzfristig seien einige Aktienmärkte schon weit gelaufen, und es mache sich eine "trügerische" Sorglosigkeit breit. So sollte ein temporärer Rücksetzer in den Aktienmärkten nicht verwundern. Diese kann nach Meinung der Analysten der Weberbank aber als gute Kaufgelegenheit genutzt werden. (17.03.2017/alc/a/a)
Mit großer Spannung seien die Zinsentscheidungen der amerikanischen Notenbank (FED) sowie der Europäischen Zentralbank (EZB) erwartet worden. Analysiere man die zuletzt veröffentlichten Konjunkturdaten, so seien die Entscheidungen der Notenbanken nicht überraschend ausgefallen. Die amerikanischen Wirtschaftsdaten würden insgesamt ein freundliches Bild zeigen. Insbesondere der Arbeitsmarkt habe sich von seiner starken Seite präsentiert. Mit einem Plus von 235.000 neuen Stellen außerhalb der Landwirtschaft seien die bereits hohen Erwartungen der Marktteilnehmer übertroffen worden. Die Arbeitslosenrate sei auf 4,7 Prozent gesunken, während sich gleichzeitig das Lohnwachstum erholt habe. Für eine positive Überraschung habe auch die US-Industrie gesorgt. Hier hätten sich die Auftragseingänge gegenüber dem Vormonat verbessern können. Rechne man den volatilen Transportgütersektor aus den Daten heraus, so würden die Auftragseingänge bereits seit mehreren Monaten steigen und damit eine spürbare Belebung der amerikanischen Industrie bestätigen.
Vonseiten der Stimmungsindikatoren habe der viel beachtete ISM-Index für das Verarbeitende Gewerbe geglänzt. Er sei auf ein Niveau gestiegen, welches er zuletzt im Jahr 2014 erreicht habe. Vor dem Hintergrund der positiven Konjunkturdaten habe die US-Notenbank ihren Leitzins um 0,25% angehoben. Außerdem gehe sie noch von zwei weiteren Zinserhöhungen in diesem Jahr aus. Insgesamt bestätigen die Konjunkturzahlen die positive Einschätzung der Analysten der Weberbank der amerikanischen Wirtschaft. Daher sollten ihres Erachtens auch zwei Zinserhöhungen gerechtfertigt sein.
Im Gegensatz zur amerikanischen Notenbank habe die EZB ihre Geldpolitik unverändert gelassen. Sowohl der Leitzins als auch der Einlagesatz würden bei 0,0 bzw. -0,4 Prozent bleiben. Das Anleihekaufprogramm solle bis mindestens Ende Dezember 2017 oder - wenn nötig - auch länger fortgesetzt werden. Ab April würden die monatlichen Käufe der Anleihen von 80 Mrd. auf 60 Mrd. Euro reduziert. Insbesondere die politische Unsicherheit in Europa und vor allem die immer noch geringe Kerninflation (Inflation ohne Energie- und Nahrungsmittelpreise) würden die Hauptgründe für die Entscheidung darstellen.
Die Kerninflation in der Eurozone liege mit 0,9 Prozent weit unterhalb des von der EZB angestrebten inoffiziellen Zielwertes von knapp unter 2 Prozent. Des Weiteren habe die EZB ihre Prognosen für das europäische Wirtschaftswachstum und die Inflation leicht nach oben angepasst und sehe für die Zukunft geringere Abwärtsrisiken als bisher. Insgesamt sei die EZB-Sitzung unspektakulär ausgefallen. Allerdings seien nach der Pressekonferenz Diskussionen unter Marktteilnehmern aufgetreten, die Notenbank könne noch in der Auslaufphase ihres Anleihekaufprogramms Anpassungen bei den Zinssätzen (z.B. Einlagesatz) vornehmen. Die Analysten der Weberbank gehen davon nicht aus und erwarten ein vorsichtiges Agieren seitens der EZB.
Die europäischen Rentenmärkte hätten vor den Sitzungen der Notenbanken unter Druck gestanden. Die Rendite 10-jähriger Bundesanleihen habe kurzfristig das erste Mal seit Anfang 2016 die Marke von 0,50 Prozent überschritten, sei dann aber wieder zurückgefallen. Die Analysten der Weberbank ziehen weiter Unternehmens- und Schwellenländeranleihen aufgrund der attraktiveren Renditen den Bundesanleihen vor.
An den Aktienmärkten hätten die Nachricht der amerikanischen Notenbank, in diesem Jahr lediglich zwei weitere Zinsschritte zu planen, sowie das Wahlergebnis in den Niederlanden für Kurssteigerungen gesorgt. Das Umfeld für die Aktienmärkte bleibe weiterhin gut unterstützt. Eine positive Wirtschaftsdynamik, steigende Unternehmensgewinne, eine weiterhin expansive europäische Notenbank, ein schwacher Euro, geplante expansive Maßnahmen aus Amerika (Steuersenkungen, Deregulierungen, Fiskalpakete) sowie fehlende Alternativen zu Aktien sollten auch mittelfristig für anziehende Aktienmärkte sorgen. Kurzfristig seien einige Aktienmärkte schon weit gelaufen, und es mache sich eine "trügerische" Sorglosigkeit breit. So sollte ein temporärer Rücksetzer in den Aktienmärkten nicht verwundern. Diese kann nach Meinung der Analysten der Weberbank aber als gute Kaufgelegenheit genutzt werden. (17.03.2017/alc/a/a)


