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EZB auf Kurs zum neutralen Zins
24.01.25 15:00
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Am 30. Januar 2025 steht die nächste Sitzung der EZB an, bei der eine Leitzinssenkung sehr wahrscheinlich ist, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank.
Etwa 95% der EZB-Ratsmitglieder würden eine solche Maßnahme befürworten, während kein Mitglied explizit dafür plädiert habe, das aktuelle Zinsniveau beizubehalten. Diese Einschätzung geht aus unserer Analyse der entsprechenden Reden und Interviews der letzten Wochen hervor, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank.
Die Analysten würden noch zwei Zinssenkungen von jeweils 25 Basispunkten im Januar und März dieses Jahres prognostizieren. Danach werde es vermutlich erstmal keine weiteren Senkungen mehr geben und die EZB werde das dann erreichte Zinsniveau von 2.50% beibehalten.
Mehr als deutlich, dass die EZB kommende Woche erneut die Zinspolitik etwas lockern werde, habe auch der Kommentar von EZB-Präsidentin Christine Lagarde in dieser Woche gemacht. Sie habe betont: "Die Richtung ist sehr klar. Das Tempo werden wir sehen, es hängt von den Daten ab. Aber […] eine schrittweise Bewegung ist sicherlich etwas, was nahe zu liegen scheint."
Ähnlich habe sich auch der slowakische Zentralbankchef Peter Kažimír geäußert: "Was die nächste Woche angeht, so ist das für mich persönlich eine ausgemachte Sache", womit er eine weitere Zinssenkung gemeint habe. Auch der spanische Vertreter im EZB-Rat José Luis Escrivá habe betont, dass die Märkte eine weitere Senkung von 25 Basispunkten erwarten würden und dass es sich so anfühle, "als ob dies das wahrscheinlichste Szenario ist."
Dass die EZB nächste Woche die Zinsen erneut senken werde, werde auch durch die Tatsache gestützt, dass es seitens der EZB-Ratsmitglieder keine Bestrebungen gegeben habe, die Markterwartungen durch ihre Reden zu dämpfen. Hätten sie es gewollt, hätten sie in ihren öffentlichen Äußerungen klarere Signale gesendet, um die Erwartungen zu korrigieren. Stattdessen hätten sie die Marktteilnehmer in dem Glauben gelassen, dass eine moderate Zinssenkung bevorstehe.
Die Finanzmärkte hätten eine Senkung bei der nächsten Sitzung bereits vollständig eingepreist. Dennoch würden sie nur noch drei bis vier anstatt vier bis fünf Senkungen in diesem Jahr erwarten, was auch mit der Unsicherheit über einen möglichen Handelskrieg zwischen den USA und Europa liege. Die "Terminal Rate" nach Markterwartungen läge demnach bei 2% im Dezember 2025.
Die EZB-Mitglieder hätten sich geschlossen zuversichtlich gezeigt, dass der Disinflationsprozess auf einem guten Weg sei und das Ziel einer Inflation um die 2% in 2025 erreicht werden könne. Das Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel habe jedoch gewarnt: "Die Fortsetzung des Disinflationsprozesses hängt sehr stark davon ab, was mit der Dienstleistungsinflation passiert. Unsere Erwartung ist jedoch, dass sie in diesem Jahr deutlich sinken wird."
Besonders die "dovishen" Mitglieder im EZB-Rat wie z.B. François Villeroy de Galhau (Frankreich), Mário Centeno (Portugal) und Yannis Stournaras (Griechenland) hätten Bedenken geäußert, dass das 2-Prozent-Ziel angesichts einer zu restriktiven Geldpolitik und der an Schwung verlierenden Konjunktur unterschritten werden könnte.
Viele EZB-Mitglieder hätten sich in letzter Zeit auch zum neutralen Zinsniveau geäußert. Der Konsens scheine bei einem Wert zwischen 2 und 3% zu liegen, wobei sich die "dovishen" Mitglieder eher am unteren Rand (also 2%) einordnen würden. Weiterhin bestehe Einigkeit im EZB-Rat darüber, dass je näher man diesem Wert komme, desto schwieriger werde es, das richtige Maß und die Geschwindigkeit weiterer Zinssenkungen zu bestimmen.
Das Lieblingszitat der Analysten stamme vom Bundesbankchef Joachim Nagel: "The beast has at least been tamed [but not slain down]. We now have inflation well under control." (24.01.2025/alc/a/a)
Etwa 95% der EZB-Ratsmitglieder würden eine solche Maßnahme befürworten, während kein Mitglied explizit dafür plädiert habe, das aktuelle Zinsniveau beizubehalten. Diese Einschätzung geht aus unserer Analyse der entsprechenden Reden und Interviews der letzten Wochen hervor, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank.
Die Analysten würden noch zwei Zinssenkungen von jeweils 25 Basispunkten im Januar und März dieses Jahres prognostizieren. Danach werde es vermutlich erstmal keine weiteren Senkungen mehr geben und die EZB werde das dann erreichte Zinsniveau von 2.50% beibehalten.
Mehr als deutlich, dass die EZB kommende Woche erneut die Zinspolitik etwas lockern werde, habe auch der Kommentar von EZB-Präsidentin Christine Lagarde in dieser Woche gemacht. Sie habe betont: "Die Richtung ist sehr klar. Das Tempo werden wir sehen, es hängt von den Daten ab. Aber […] eine schrittweise Bewegung ist sicherlich etwas, was nahe zu liegen scheint."
Ähnlich habe sich auch der slowakische Zentralbankchef Peter Kažimír geäußert: "Was die nächste Woche angeht, so ist das für mich persönlich eine ausgemachte Sache", womit er eine weitere Zinssenkung gemeint habe. Auch der spanische Vertreter im EZB-Rat José Luis Escrivá habe betont, dass die Märkte eine weitere Senkung von 25 Basispunkten erwarten würden und dass es sich so anfühle, "als ob dies das wahrscheinlichste Szenario ist."
Die Finanzmärkte hätten eine Senkung bei der nächsten Sitzung bereits vollständig eingepreist. Dennoch würden sie nur noch drei bis vier anstatt vier bis fünf Senkungen in diesem Jahr erwarten, was auch mit der Unsicherheit über einen möglichen Handelskrieg zwischen den USA und Europa liege. Die "Terminal Rate" nach Markterwartungen läge demnach bei 2% im Dezember 2025.
Die EZB-Mitglieder hätten sich geschlossen zuversichtlich gezeigt, dass der Disinflationsprozess auf einem guten Weg sei und das Ziel einer Inflation um die 2% in 2025 erreicht werden könne. Das Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel habe jedoch gewarnt: "Die Fortsetzung des Disinflationsprozesses hängt sehr stark davon ab, was mit der Dienstleistungsinflation passiert. Unsere Erwartung ist jedoch, dass sie in diesem Jahr deutlich sinken wird."
Besonders die "dovishen" Mitglieder im EZB-Rat wie z.B. François Villeroy de Galhau (Frankreich), Mário Centeno (Portugal) und Yannis Stournaras (Griechenland) hätten Bedenken geäußert, dass das 2-Prozent-Ziel angesichts einer zu restriktiven Geldpolitik und der an Schwung verlierenden Konjunktur unterschritten werden könnte.
Viele EZB-Mitglieder hätten sich in letzter Zeit auch zum neutralen Zinsniveau geäußert. Der Konsens scheine bei einem Wert zwischen 2 und 3% zu liegen, wobei sich die "dovishen" Mitglieder eher am unteren Rand (also 2%) einordnen würden. Weiterhin bestehe Einigkeit im EZB-Rat darüber, dass je näher man diesem Wert komme, desto schwieriger werde es, das richtige Maß und die Geschwindigkeit weiterer Zinssenkungen zu bestimmen.
Das Lieblingszitat der Analysten stamme vom Bundesbankchef Joachim Nagel: "The beast has at least been tamed [but not slain down]. We now have inflation well under control." (24.01.2025/alc/a/a)


