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EZB-Zinssitzung: Keine Überraschungen erwartet


18.12.25 10:12
Raiffeisen Bank International AG

Wien (www.anleihencheck.de) - Die Durststrecke an den globalen Aktienmärkten setzte sich am Mittwoch fort, so die Analysten der Raiffeisen Bank International AG (RBI).

Ausschlaggebend dafür seien vor allem die US-Arbeitsmarktdaten vom Vortag gewesen, die nicht die erhofften positiven Impulse geliefert hätten. Die nachgereichten Zahlen seien gemischt ausgefallen und hätten insgesamt eher für Ernüchterung hinsichtlich weiterer Zinssenkungen durch die US-Notenbank FED gesorgt. Eine gewisse Erleichterung für Anleger habe Christopher Waller, Gouverneur der US-Notenbank, gebracht, der oft als Vertreter einer lockeren Geldpolitik angesehen werde. Er habe erklärt, dass die Zentralbank angesichts eines sich abschwächenden Arbeitsmarktes noch Spielraum für Zinssenkungen habe. Dennoch werde aktuell von den Märkten eine FED-Zinssenkung bei der Januar-Sitzung nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 24% eingepreist. Nun würden am heutigen Donnerstag mit dem US-Verbraucherpreisindex die Inflationsdaten als zweites wichtiges Kriterium für die FED in den Fokus rücken. Der zinssensitive NASDAQ 100 habe daher gestern besonders deutlich unter den ernüchternden Zinssenkungshoffnungen gelitten und mit einem Minus von 1,93% geschlossen. Aber auch der S&P 500 und der Dow Jones hätten deutliche Verluste von 1,16% und 0,47% verkraften müssen.

Die schlechte Stimmung an der Wall Street sei auch nach Europa übergeschwappt. Gemischte Signale aus Deutschlands Wirtschaft hätten dem wenig entgegensetzen können. Zwar sei das Auftragspolster der deutschen Industrie im Oktober bereits den dritten Monat in Folge gewachsen: Der Bestand an offenen Bestellungen habe gegenüber dem Vormonat um 0,6% zugelegt, wie das Statistische Bundesamt mitgeteilt habe. Dem habe jedoch eine erneute Eintrübung der Stimmung in den Unternehmen gegenübergestanden. Das ifo-Geschäftsklima sei im Dezember um 0,4 Punkte auf 87,6 Punkte gesunken, habe das Münchner Forschungsinstitut mitgeteilt. Volkswirte hätten im Schnitt mit einem leichten Anstieg auf 88,2 Punkte gerechnet. Besonders deutlich hätten sich die Erwartungen verschlechtert: Der entsprechende Index habe um 0,8 Punkte auf 89,7 Punkte nachgegeben (Erwartungen: 90,5). Der Indikator für die aktuelle Lage habe hingegen unverändert bei 85,6 Punkten verharrt. Der DAX habe den Handelstag folglich mit einem Minus von 0,38% beendet. Der EURO STOXX 50 habe mit 0,63% noch deutlicher verloren. Der ATX sei dagegen mit +0,08% auf der Stelle getreten.

Neben den bereits erwähnten Verbraucherpreisen in den USA stehe heute auch die EZB-Zinssitzung im Datenkalender. Allerdings sei hier nicht mit Überraschungen zu rechnen. Die EZB habe seit Juni an den Leitzinsen nichts geändert und dieser Trend sollte sich auch heute fortsetzen. Im Fokus stünden daher vielmehr die aktualisierten Wirtschaftsprognosen.
Die Ölpreise hätten am Mittwoch zugelegt. Für Rückenwind habe die jüngste Eskalation im Konflikt zwischen den USA und Venezuela gesorgt. US-Präsident Donald Trump habe eine Blockade für sanktionierte Tanker angeordnet, die Venezuela anlaufen und verlassen würden. Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent koste derzeit rund USD 60. Die zunehmenden geopolitischen Unsicherheiten hätten auch dem Goldpreis gestern in die Karten gespielt. Eine Feinunze koste derzeit USD 4.300. Der Bitcoin habe hingegen etwas an Wert verloren und notiere aktuell bei rund USD 86.400. Die asiatischen Börsen würden derzeit einheitlich im roten Bereich handeln. (18.12.2025/alc/a/a)