Erweiterte Funktionen

EZB: Zinsschritt im Januar?


29.10.21 08:45
Candriam

London (www.anleihencheck.de) - Die Oktobersitzung der Europäischen Zentralbank war nicht die am meisten erwartete, so Nicolas Forest, Global Head of Fixed Income bei Candriam.

Dennoch sei diese Sitzung eine gute Gelegenheit gewesen, sowohl die "Forward Guidance" als auch Markterwartungen zu diskutieren. Die Anleihen- und Geldmärkte würden mit einer raschen Reduzierung der EZB-Anleihenkäufe und einer ersten Zinserhöhung im Jahr 2022 rechnen - im Widerspruch zur Rede von Christine Lagarde.

Infolgedessen habe die Präsidentin eingeräumt, dass die Markterwartungen nicht mit ihrem Fahrplan übereingestimmt hätten. Diese Diskrepanz zwischen den Erwartungen hänge mit der überraschenden Entwicklung der Inflation zusammen, die für den EZB-Rat aktuell die Hauptsorge darstelle.

Die Inflationsprognosen würden auf der Dezembersitzung sicherlich nach oben korrigiert werden. Vor diesem Hintergrund dürften die Märkte die Zentralbank in den kommenden Wochen auf die Nachhaltigkeit des Inflationsdrucks testen. Als Reaktion darauf seien die Kurzfristzinsen im Anschluss an die Sitzung deutlich gestiegen, was die Widersprüchlichkeit noch verstärkt habe; eine Widersprüchlichkeit, die früher oder später aufgelöst werden müsse. Diese Pressekonferenz habe dies nicht zugelassen. (Ausgabe vom 28.10.2021) (29.10.2021/alc/a/a)