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EZB: Trotz Datenabhängigkeit - nächster Cut im Dezember wahrscheinlich
18.10.24 10:00
Hamburg Commercial Bank
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Wenig überraschend hat die EZB den Zinssatz für die Einlagefazilität um 25 Basispunkte auf 3,25% gesenkt (Hauptrefinanzierungssatz auf 3,40%), so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG.
Diese Entscheidung sei einstimmig getroffen worden.
Lagarde habe sich nicht auf weitere Zinssenkungen im Dezember festgelegt, sondern betont, dass alle Indikatoren für die Wirtschaftstätigkeit und die Inflation in den letzten Wochen nach unten gezeigt hätten, und habe damit eher dovish geklungen. Interessanterweise habe Lagarde dreimal den Einkaufsmanagerindex erwähnt, um ihre Argumentation zu untermauern. Eine Zinssenkung um 50 Basispunkte sei für Dezember nicht ausgeschlossen worden, jedoch habe Lagardes Antwort auf diese Frage keine nennenswerten Hoffnungen auf eine stärkere Senkung geweckt.
Die Analysten würden an ihrer Einschätzung festhalten, dass im Dezember eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte erfolgen werde. Für Januar würden sie eine weitere Senkung erwarten, und dies könnte bereits das Ende des Zyklus sein.
Die Ankündigungen im Einzelnen:
(Zitate seien in Anführungszeichen und von Christine Lagarde, es sei denn, es werde auf jemand anderen verwiesen.)
Zur Inflation: "Die inländische Inflation bleibt erhöht, da der Lohndruck … weiterhin stark ist. … Es wird erwartet, dass die Inflation in den kommenden Monaten ansteigt (aufgrund von Basiseffekten bei den Energiepreisen). … Danach sollte die Inflation im Laufe des Jahres wieder auf das angestrebte Ziel zurückgehen."
Anmerkung: Obwohl dieser Teil der EZB-Erklärung eher vorsichtig klinge, habe Lagarde bei der Pressekonferenz den Erfolg bei der Bekämpfung der Inflation sehr stark betont: "Wir haben es geschafft, die Inflation zu senken, noch nicht vollständig besiegt, aber … sie deutlich gesenkt (was zeigt), dass unsere Geldpolitik wirkt." HCOB Economics erwarte, dass die nächste Inflationsprognose im Dezember nach unten korrigiert werde.
Zu den Risiken: "Die Risiken für das Wirtschaftswachstum bleiben nach unten gerichtet."
Anmerkung: Diese Einschätzung sei unverändert geblieben und erhöhe die Wahrscheinlichkeit, dass es im Dezember zu einer weiteren Zinssenkung komme. Zudem schien Lagarde einige Abwärtsrisiken für die Inflation zu sehen, nachdem die Inflation in den letzten Monaten überschätzt wurde, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG.
Zur Einstimmigkeit der Entscheidung: "… Es gab eine einstimmige Entscheidung, die Zinsen um 25 Basispunkte zu senken."
Anmerkung: Unsere Analyse der Reden der EZB-Mitglieder im Vorfeld des Treffens zeigte, dass etwa 80% der Mitglieder eine Zinssenkung bei dieser Sitzung befürworteten, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG. Nur Robert Holzmann aus Österreich und Pierre Wunsch aus Belgien hätten sich etwas zögerlicher gezeigt. Es scheine, dass sie hätten überzeugt werden können.
Zur Zurückhaltung bei Vorfestlegungen: "Ich habe keine Tür geöffnet … wir werden die Daten anschauen … wir werden datenabhängig entscheiden. Und ich werde … keine weitere Zusage geben."
Anmerkung: Lagarde habe dies sehr klar gestellt, sodass keine Entscheidung für Dezember getroffen worden sei. Dies könnte mit den Spannungen im Nahen Osten und dem kurzfristigen Anstieg der Ölpreise Anfang Oktober zusammenhängen, der die EZB daran erinnert habe, dass ein Ölpreisschock jederzeit möglich sei. Abgesehen davon wäre es jedoch überraschend, wenn es im Dezember nicht zu einer weiteren Zinssenkung käme.
Zur Restriktivität und dem neutralen Zinssatz: "… Es besteht kein Zweifel … dass wir derzeit restriktiv sind."
Anmerkung: Auf die Frage nach dem Niveau des neutralen Zinssatzes (dem Zinssatz, bei dem die Geldpolitik weder expansiv noch restriktiv sei), habe sich Lagarde nicht auf eine konkrete Zahl festlegen wollen. Sie habe stattdessen betont, dass die Geldpolitik aktuell klar restriktiv sei, was bedeute, dass noch Spielraum für Zinssenkungen bestehe. Einige EZB-Mitglieder würden sich offener zum neutralen Zinssatz äußern und ihn im Bereich zwischen 2 und 2,5% sehen.
Zu grenzüberschreitenden Bankfusionen: "Zu Ihrer Frage der Banken-Konsolidierung … unsere Ansicht ist, dass Bankfusionen (willkommen sind) (sie sagte das Wort nicht, aber es war aus dem Kontext klar), solange sie das Bankensystem stärken und (auf der Grundlage einer Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt werden), die von den Aktionären und Interessengruppen vorgenommen wird."
Anmerkung: Es sei nicht überraschend, dass die EZB grenzüberschreitende Bankfusionen befürworte, da sie sowohl die Bankenunion als auch die Kapitalmarktunion vorantreiben wolle. Die eigentliche Überraschung sei, dass der Kanzler Olaf Scholz sich so deutlich gegen eine mögliche Übernahme der Commerzbank durch Unicredit ausgesprochen habe. Dies scheine stark mit den Wahlen im kommenden September verbunden zu sein. (18.10.2024/alc/a/a)
Diese Entscheidung sei einstimmig getroffen worden.
Lagarde habe sich nicht auf weitere Zinssenkungen im Dezember festgelegt, sondern betont, dass alle Indikatoren für die Wirtschaftstätigkeit und die Inflation in den letzten Wochen nach unten gezeigt hätten, und habe damit eher dovish geklungen. Interessanterweise habe Lagarde dreimal den Einkaufsmanagerindex erwähnt, um ihre Argumentation zu untermauern. Eine Zinssenkung um 50 Basispunkte sei für Dezember nicht ausgeschlossen worden, jedoch habe Lagardes Antwort auf diese Frage keine nennenswerten Hoffnungen auf eine stärkere Senkung geweckt.
Die Analysten würden an ihrer Einschätzung festhalten, dass im Dezember eine weitere Zinssenkung um 25 Basispunkte erfolgen werde. Für Januar würden sie eine weitere Senkung erwarten, und dies könnte bereits das Ende des Zyklus sein.
Die Ankündigungen im Einzelnen:
(Zitate seien in Anführungszeichen und von Christine Lagarde, es sei denn, es werde auf jemand anderen verwiesen.)
Zur Inflation: "Die inländische Inflation bleibt erhöht, da der Lohndruck … weiterhin stark ist. … Es wird erwartet, dass die Inflation in den kommenden Monaten ansteigt (aufgrund von Basiseffekten bei den Energiepreisen). … Danach sollte die Inflation im Laufe des Jahres wieder auf das angestrebte Ziel zurückgehen."
Anmerkung: Obwohl dieser Teil der EZB-Erklärung eher vorsichtig klinge, habe Lagarde bei der Pressekonferenz den Erfolg bei der Bekämpfung der Inflation sehr stark betont: "Wir haben es geschafft, die Inflation zu senken, noch nicht vollständig besiegt, aber … sie deutlich gesenkt (was zeigt), dass unsere Geldpolitik wirkt." HCOB Economics erwarte, dass die nächste Inflationsprognose im Dezember nach unten korrigiert werde.
Zu den Risiken: "Die Risiken für das Wirtschaftswachstum bleiben nach unten gerichtet."
Zur Einstimmigkeit der Entscheidung: "… Es gab eine einstimmige Entscheidung, die Zinsen um 25 Basispunkte zu senken."
Anmerkung: Unsere Analyse der Reden der EZB-Mitglieder im Vorfeld des Treffens zeigte, dass etwa 80% der Mitglieder eine Zinssenkung bei dieser Sitzung befürworteten, so die Analysten der Hamburg Commercial Bank AG. Nur Robert Holzmann aus Österreich und Pierre Wunsch aus Belgien hätten sich etwas zögerlicher gezeigt. Es scheine, dass sie hätten überzeugt werden können.
Zur Zurückhaltung bei Vorfestlegungen: "Ich habe keine Tür geöffnet … wir werden die Daten anschauen … wir werden datenabhängig entscheiden. Und ich werde … keine weitere Zusage geben."
Anmerkung: Lagarde habe dies sehr klar gestellt, sodass keine Entscheidung für Dezember getroffen worden sei. Dies könnte mit den Spannungen im Nahen Osten und dem kurzfristigen Anstieg der Ölpreise Anfang Oktober zusammenhängen, der die EZB daran erinnert habe, dass ein Ölpreisschock jederzeit möglich sei. Abgesehen davon wäre es jedoch überraschend, wenn es im Dezember nicht zu einer weiteren Zinssenkung käme.
Zur Restriktivität und dem neutralen Zinssatz: "… Es besteht kein Zweifel … dass wir derzeit restriktiv sind."
Anmerkung: Auf die Frage nach dem Niveau des neutralen Zinssatzes (dem Zinssatz, bei dem die Geldpolitik weder expansiv noch restriktiv sei), habe sich Lagarde nicht auf eine konkrete Zahl festlegen wollen. Sie habe stattdessen betont, dass die Geldpolitik aktuell klar restriktiv sei, was bedeute, dass noch Spielraum für Zinssenkungen bestehe. Einige EZB-Mitglieder würden sich offener zum neutralen Zinssatz äußern und ihn im Bereich zwischen 2 und 2,5% sehen.
Zu grenzüberschreitenden Bankfusionen: "Zu Ihrer Frage der Banken-Konsolidierung … unsere Ansicht ist, dass Bankfusionen (willkommen sind) (sie sagte das Wort nicht, aber es war aus dem Kontext klar), solange sie das Bankensystem stärken und (auf der Grundlage einer Kosten-Nutzen-Analyse durchgeführt werden), die von den Aktionären und Interessengruppen vorgenommen wird."
Anmerkung: Es sei nicht überraschend, dass die EZB grenzüberschreitende Bankfusionen befürworte, da sie sowohl die Bankenunion als auch die Kapitalmarktunion vorantreiben wolle. Die eigentliche Überraschung sei, dass der Kanzler Olaf Scholz sich so deutlich gegen eine mögliche Übernahme der Commerzbank durch Unicredit ausgesprochen habe. Dies scheine stark mit den Wahlen im kommenden September verbunden zu sein. (18.10.2024/alc/a/a)


