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EZB-Sitzung: Keine Veränderungen der Zinssätze erwartet
09.04.24 11:45
nordIX AG
Hamburg (www.anleihencheck.de) - Am 11. April trifft sich die europäische Notenbank EZB, so Jens Franck, Leiter Portfoliomanagement bei dem Hamburger Fixed Income-Spezialisten nordIX AG.
Die Experten würden keine Veränderungen der aktuellen Notenbankzinssätze erwarten, gleichwohl werde der Rat die Märkte auf der Basis der aktuellen Inflationszahlen für die Eurozone (Gesamtinflation bei 2,40% und Kerninflation bei 2,90%) auf einen ersten Zinssenkungsschritt im Juni weiter einstimmen. Das entspreche inzwischen den breiten Erwartungen und sei gut ablesbar an den aktiv gehandelten Geldmarktsätzen auf die verschiedenen Termine der anstehenden Notenbanksitzungen. Per 06/2024 sei ein -25BP Schritt nahezu vollständig eingepreist.
Dennoch werde es nach Auffassung der Experten keinen klaren Pfad über die weiteren Schritte und ein mögliches Auslaufen des Zinssenkungspfads geben. Die EZB betone fortwährend ihren datenabhängigen Ansatz, was eine Prognose über die weiteren Schritte deutlich erschwere. Die Experten würden zwar als nächsten Schritt auch eine Senkung sehen, aber eine sehr zaghafte weitere Entwicklung erwarten. Solange das inflations- und makroökonomische Muster noch mit Unsicherheiten belegt sei, würden die Notenbanken vorsichtig mit zu frühen Zinssenkungsschritten sein. Man werde in jedem Fall einen sogenannten "Policy-Mistake" durch eine zu frühe Senkung verhindern wollen.
Das sei aus Sicht der Experten nicht Marktkonsens und werde, nicht zuletzt durch die "Fallhöhe" aller Assetklassen, zu einem gesunden "Durchatmen" der Märkte führen. Konkret bedeute das höhere Diskontierungsfaktoren an den Aktienmärkten und länger als erwartet hohe Fremdkapitalkosten zur Investitionsfinanzierung. Somit würden die Zinsen wie erwartet "High for Longer" bleiben, und Kreditrisikoprämien könnten sich aufgrund eines Anstiegs der impliziten Volatilitäten an den Aktienmärkten wieder leicht ausweiten.
In der Summe ändere das dennoch nichts am großen Muster: Zwischenzeitliche "gesunde" Schwächephasen sollten zur Aufnahme neuer Positionen genutzt werden. Am Ende werde sich der disinflationäre Basistrend, wenn auch mit klar höheren Gleichgewichtszuständen, durchsetzen. Das bedeute Rückenwind für alle Assetklassen über eine "Verbilligung" des Preises des Geldes. Risiken dieses Hauptszenarios lägen in unerwarteten geopolitischen Verschiebungen über eine Eskalation der Konflikte in Gaza und in der Ukraine und dem Ausgang der US-Wahlen mit einer wieder erstarkten Abschottung der USA gegen den Rest der Welt.
Es höre sich nach einer Sitzung mit Enttäuschungspotenzial an. (09.04.2024/alc/a/a)
Die Experten würden keine Veränderungen der aktuellen Notenbankzinssätze erwarten, gleichwohl werde der Rat die Märkte auf der Basis der aktuellen Inflationszahlen für die Eurozone (Gesamtinflation bei 2,40% und Kerninflation bei 2,90%) auf einen ersten Zinssenkungsschritt im Juni weiter einstimmen. Das entspreche inzwischen den breiten Erwartungen und sei gut ablesbar an den aktiv gehandelten Geldmarktsätzen auf die verschiedenen Termine der anstehenden Notenbanksitzungen. Per 06/2024 sei ein -25BP Schritt nahezu vollständig eingepreist.
Das sei aus Sicht der Experten nicht Marktkonsens und werde, nicht zuletzt durch die "Fallhöhe" aller Assetklassen, zu einem gesunden "Durchatmen" der Märkte führen. Konkret bedeute das höhere Diskontierungsfaktoren an den Aktienmärkten und länger als erwartet hohe Fremdkapitalkosten zur Investitionsfinanzierung. Somit würden die Zinsen wie erwartet "High for Longer" bleiben, und Kreditrisikoprämien könnten sich aufgrund eines Anstiegs der impliziten Volatilitäten an den Aktienmärkten wieder leicht ausweiten.
In der Summe ändere das dennoch nichts am großen Muster: Zwischenzeitliche "gesunde" Schwächephasen sollten zur Aufnahme neuer Positionen genutzt werden. Am Ende werde sich der disinflationäre Basistrend, wenn auch mit klar höheren Gleichgewichtszuständen, durchsetzen. Das bedeute Rückenwind für alle Assetklassen über eine "Verbilligung" des Preises des Geldes. Risiken dieses Hauptszenarios lägen in unerwarteten geopolitischen Verschiebungen über eine Eskalation der Konflikte in Gaza und in der Ukraine und dem Ausgang der US-Wahlen mit einer wieder erstarkten Abschottung der USA gegen den Rest der Welt.
Es höre sich nach einer Sitzung mit Enttäuschungspotenzial an. (09.04.2024/alc/a/a)


