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EZB-Sitzung: Kein "Game Changer"
23.07.21 08:30
Janus Henderson Investors
London (www.anleihencheck.de) - Die geldpolitische Ankündigung und Pressekonferenz der EZB war die erste in der "neuen" Welt nach der Strategieüberprüfung, so Andrew Mulliner, Head of Global Aggregate bei Janus Henderson Investors
Die Wortwahl des Statements sei anders gewesen und das Format sei angepasst worden. Die großen Ankündigungen seien bereits Anfang des Monats bekannt gegeben worden, aber die Marktteilnehmer hätten auf weitere Klarheit darüber gehofft, wie die EZB auf ihr revidiertes Inflationsziel reagieren würde (symmetrische 2% von zuvor nahe bei, aber unter 2%). Letztendlich sei die wichtigste Ankündigung bei dieser Sitzung die Änderung der Forward Guidance gewesen, die besage, dass die Zinsen erst dann erhöht würden, wenn sich die Inflation innerhalb des Prognosehorizonts auf 2% eingependelt habe und erwartet werde, dass sie auf diesem Niveau verharre. Dies sei eine klarere Bekundung ihrer gemäßigten Haltung, aber auch nicht gerade eine aktive Maßnahme zur Erzielung eines Inflationsergebnisses, das seit fast einem Jahrzehnt nicht zu erreichen sei. Es sei nicht hilfreich gewesen, dass bei der Frage nach der einstimmigen Unterstützung für die Forward Guidance deutlich geworden sei, dass einige Mitglieder diese Änderung nicht unterstützt hätten, obwohl Präsidentin Lagarde die einstimmige Unterstützung für die Überprüfung und ihre Schlussfolgerungen betont habe. Alles in allem sehr EZB-typisch und kein "Game Changer".
Die Erwartungen an die Vorgaben für die Anleihekäufe seien bereits vor dieser Sitzung gedämpft worden, da offenbar keine Diskussionen darüber stattgefunden hätten, was nach dem Ende des PEPP-Programms geschehen werde und wie die EZB ein "passives" Tapering vermeiden wolle, falls keine Änderungen vorgenommen würden. Letztlich sei diese Entscheidung, über die man im September mehr hören werde, die große Entscheidung bezüglich der Frage, wie die EZB ihre "günstigen Finanzierungsbedingungen" erhalten wolle.
Was nun die Frage betreffe, ob die Anleger irgendwelche bedeutenden Schlüsse daraus ziehen könnten, so sei die Antwort klar. Die EZB werde die Zinsen für eine sehr, sehr lange Zeit nicht erhöhen - das sei einfach keine Neuigkeit. (Ausgabe vom 22.07.2021) (23.07.2021/alc/a/a)
Die Wortwahl des Statements sei anders gewesen und das Format sei angepasst worden. Die großen Ankündigungen seien bereits Anfang des Monats bekannt gegeben worden, aber die Marktteilnehmer hätten auf weitere Klarheit darüber gehofft, wie die EZB auf ihr revidiertes Inflationsziel reagieren würde (symmetrische 2% von zuvor nahe bei, aber unter 2%). Letztendlich sei die wichtigste Ankündigung bei dieser Sitzung die Änderung der Forward Guidance gewesen, die besage, dass die Zinsen erst dann erhöht würden, wenn sich die Inflation innerhalb des Prognosehorizonts auf 2% eingependelt habe und erwartet werde, dass sie auf diesem Niveau verharre. Dies sei eine klarere Bekundung ihrer gemäßigten Haltung, aber auch nicht gerade eine aktive Maßnahme zur Erzielung eines Inflationsergebnisses, das seit fast einem Jahrzehnt nicht zu erreichen sei. Es sei nicht hilfreich gewesen, dass bei der Frage nach der einstimmigen Unterstützung für die Forward Guidance deutlich geworden sei, dass einige Mitglieder diese Änderung nicht unterstützt hätten, obwohl Präsidentin Lagarde die einstimmige Unterstützung für die Überprüfung und ihre Schlussfolgerungen betont habe. Alles in allem sehr EZB-typisch und kein "Game Changer".
Die Erwartungen an die Vorgaben für die Anleihekäufe seien bereits vor dieser Sitzung gedämpft worden, da offenbar keine Diskussionen darüber stattgefunden hätten, was nach dem Ende des PEPP-Programms geschehen werde und wie die EZB ein "passives" Tapering vermeiden wolle, falls keine Änderungen vorgenommen würden. Letztlich sei diese Entscheidung, über die man im September mehr hören werde, die große Entscheidung bezüglich der Frage, wie die EZB ihre "günstigen Finanzierungsbedingungen" erhalten wolle.
Was nun die Frage betreffe, ob die Anleger irgendwelche bedeutenden Schlüsse daraus ziehen könnten, so sei die Antwort klar. Die EZB werde die Zinsen für eine sehr, sehr lange Zeit nicht erhöhen - das sei einfach keine Neuigkeit. (Ausgabe vom 22.07.2021) (23.07.2021/alc/a/a)


