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EZB-Sitzung: Christine Lagarde zeigte sich sehr zurückhaltend


14.04.22 16:30
Janus Henderson Investors

London (www.anleihencheck.de) - Die heutige EZB-Sitzung wurde als Platzhalter deklariert, und das war sie auch, so Andrew Mulliner, Head of Global Aggregate Strategies und Portfolio Manager, bei Janus Henderson Investors.

Die Experten hätten angesichts der besseren Inflationsentwicklung und der ausbleibenden Eskalation des Krieges in der Ukraine mit einem hawkisheren Ton gerechnet. Christine Lagarde habe sich jedoch auf der heutigen Pressekonferenz sehr zurückhaltend gezeigt. Für die Vertreter der "Falken" habe es einige Kommentare gegeben, die in diese Richtung tendiert hätten - wenn man genau hingehört habe. Lagarde habe deutlich gemacht, dass die EZB-Definition von "einige Zeit" von einer Woche bis zu Monaten reichen könne. Dies beziehe sich auf die Zeitspanne zwischen der Beendigung der Ankäufe von Vermögenswerten und der Anhebung der Zinssätze und könnte dazu führen, dass die Zinssätze bereits im Juli angehoben würden, sollten die Ankäufe im Juli eingestellt werden.

Es sei auch darauf hingewiesen worden, dass die Aufwärtsentwicklung der Inflation zu beachten sei. Allerdings hätten weder die Pressekonferenz noch die Erklärung darauf hingedeutet, dass die EZB eine Änderung ihres derzeitigen Plans für notwendig erachte.

Alles in allem halte die EZB an ihrem im März vorgestellten Programm fest. Die EZB reduziere ihre Käufe und werde sie wahrscheinlich irgendwann im dritten Quartal 2022 beenden, wobei eine Zinserhöhung später im Jahr 2022 möglich sei. Der nächste wichtige Meilenstein würden die Prognosen der Experten im Juni sein, auf deren Grundlage die EZB ihr Konzept entsprechend überarbeiten und anpassen werde. (14.04.2022/alc/a/a)