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EZB-Präsident Draghi schockt die Märkte
19.06.19 09:00
Deutsche Bank
Frankfurt (www.anleihencheck.de) - In den USA und in Europa befinden sich die Inflationserwartungen seit Monaten auf Talfahrt, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".
Nachdem sie in Europa seit Jahresbeginn um 50 Basispunkte gefallen seien, seien sie durch die gestrigen Kommentare von EZB-Präsident Draghi wieder um elf Basispunkte gestiegen. In seiner Rede auf der EZB-Konferenz in Sintra habe Draghi angemerkt, dass die Risiken speziell im Verarbeitenden Gewerbe Europas weiterhin auf der Unterseite lägen. Zusätzlicher Stimulus sei notwendig, wenn sich das aktuelle Konjunkturumfeld nicht verbessere. Potenzielle weitere Zinssenkungen würden zum "Werkzeugkasten" der EZB gehören und erneute Anleihekäufe seien eine Option.
Die ohnehin schon dramatischen Renditerückgänge an den europäischen Rentenmärkten hätten sich daraufhin verschärft, zehnjährige Bundesanleiherenditen seien auf minus 0,3 und diejenigen ihrer italienischen Pendants auf nur noch plus 2,1 Prozent gefallen. Devisenhändler hätten den Euro verkauft, Aktienhändler hätten die Weltwirtschaftsschwäche ausgeblendet und Draghis Kommentare mit satten Kursgewinnen quittiert. Heute Abend müsse Jerome Powell die Markterwartungen treffen und zukünftige Leitzinssenkungen andeuten, sonst würden Enttäuschungen am Aktien- und Rentenmarkt drohen. (19.06.2019/alc/a/a)
Nachdem sie in Europa seit Jahresbeginn um 50 Basispunkte gefallen seien, seien sie durch die gestrigen Kommentare von EZB-Präsident Draghi wieder um elf Basispunkte gestiegen. In seiner Rede auf der EZB-Konferenz in Sintra habe Draghi angemerkt, dass die Risiken speziell im Verarbeitenden Gewerbe Europas weiterhin auf der Unterseite lägen. Zusätzlicher Stimulus sei notwendig, wenn sich das aktuelle Konjunkturumfeld nicht verbessere. Potenzielle weitere Zinssenkungen würden zum "Werkzeugkasten" der EZB gehören und erneute Anleihekäufe seien eine Option.
Die ohnehin schon dramatischen Renditerückgänge an den europäischen Rentenmärkten hätten sich daraufhin verschärft, zehnjährige Bundesanleiherenditen seien auf minus 0,3 und diejenigen ihrer italienischen Pendants auf nur noch plus 2,1 Prozent gefallen. Devisenhändler hätten den Euro verkauft, Aktienhändler hätten die Weltwirtschaftsschwäche ausgeblendet und Draghis Kommentare mit satten Kursgewinnen quittiert. Heute Abend müsse Jerome Powell die Markterwartungen treffen und zukünftige Leitzinssenkungen andeuten, sonst würden Enttäuschungen am Aktien- und Rentenmarkt drohen. (19.06.2019/alc/a/a)


