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EZB: Nur kleine Zinsmaßnahme oder ein ganzes Maßnahmenbündel an expansiven Geldpolitikschritten?


21.05.14 16:50
Bankhaus Ellwanger & Geiger

Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Das kurzzeitige Überschreiten eines neuen DAX-Rekordhochs Ende vergangener Woche ist schon wieder nahezu vergessen, so die Analysten vom Bankhaus Ellwanger & Geiger.

Zwar wachse die US-amerikanische Wirtschaft in zufriedenstellender Weise und Inflation sei weder jenseits noch diesseits des großen Teiches ein Thema. Einzig der ein oder andere Unternehmensgewinnausweis habe etwas unter den Erwartungen gelegen. Ein Wermutstropfen in den an sich ebenfalls befriedigenden Wirtschaftsdaten des Euro-Raumes sei jedoch die weiter bestehende Spreizung der Entwicklungen gewesen. Den überaus positiven Daten aus Deutschland stehe das Quasi-Nullwachstum in den südeuropäischen Peripherie-Staaten gegenüber.

Die wichtigste Diskussion entzünde sich derzeit an der künftigen Verhaltensweise der Europäischen Zentralbank (EZB). Würden die Notenbanker nur eine kleine Zinsmaßnahme vorbereiten oder sogar ein ganzes Maßnahmenbündel an expansiven Geldpolitikschritten? Da dies in einer Zeit diskutiert werde, in der die geldpolitischen Zeichen im angelsächsischen Raum eher darauf deuten würden, dass die Versorgung mit billigem Geld eingeschränkt werde, neige der Euro derzeit eher zur Schwäche.

Insbesondere, wenn die ungewöhnliche Maßnahme eines negativen Einlagenzinses für Banken Realität werden sollte, um die rückläufige Kreditvergabe in Europa zu stärken, werde ein weiteres Ziel der EZB erreicht werden - den Euro zu schwächen. Die schwächelnden Peripheriestaaten würden sich einen niedrigeren Euro-Kurs wünschen, um ihren Erholungskurs weiter fortsetzen zu können.

Die Abschmelzung der Renditespreads von Peripherie-Anleihen sei zumindest zum Stillstand gekommen und erhöhe sich derzeit wieder etwas. Noch sei keine generelle Trendumkehr zu sehen, eher eine Beruhigung beziehungsweise Normalisierung der Marktbedingungen. Mittelfristig müssten diese Staaten aber weitere Reform- und Wachstumsfortschritte zeigen, um ein Wiederaufleben der Euroschuldenkrise zu vermeiden. Ein schwächerer Euro könnte hierbei sehr hilfreich sein. (21.05.2014/alc/a/a)