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EZB: Lagarde will übermäßigen Optimismus vermeiden
08.03.24 11:07
Neuberger Berman
New York (www.anleihencheck.de) - Die EZB hat die Tür für eine erste Zinssenkung im Juni geöffnet, so Patrick Barbe, Head of European Investment Grade Fixed Income bei dem US-amerikanischen Vermögensverwalter Neuberger Berman.
Gleichzeitig halte sie jedoch an ihrer restriktiven Zinspolitik fest, etwa der Verlangsamung der Lohnsteigerungen. Infolgedessen dürften sich die deutschen 5-10-jährigen Bundesrenditen zwischen 2,25 und 2,5 Prozent stabilisieren. Ein für die Eurozone noch immer hohes Niveau. Es sei unwahrscheinlich, dass dies zu einer Belebung der Wirtschaft ausreiche, was das Risiko einer Rezession in diesem Jahr erhöhe. Es sei zu erwarten, dass die Inflation weiter sinke, und zwar auf ein niedrigeres Niveau als von den Märkten und der EZB prognostiziert.
Die Abwärtskorrektur ihrer Wirtschaftsprognose sei die wichtigste Nachricht der gestrigen EZB-Sitzung gewesen. Die langfristige Inflationsprognose habe das 2-Prozent-Ziel erreicht, sodass die EZB mit der Senkung ihrer Leitzinsen beginnen könne. Dennoch habe Frau Lagarde erklärt, dass weitere Daten notwendig seien. Die Währungshüter seien noch nicht "hinreichend zuversichtlich", dass die Inflation in Richtung ihres Ziels falle. Die EZB beäuge insbesondere die Entwicklung der Löhne und Gewinne weiterhin skeptisch. Überraschenderweise habe Frau Lagarde die Tatsache heruntergespielt, dass die EZB-Politik "datenabhängig" sei. Die Bedingungen für eine Zinssenkung scheinen also gegeben und der Markt wird mit niedrigeren Zinssätzen und Kreditspreads reagieren, so die Experten von Neuberger Berman. Mittelfristig bedeute das, dass die EZB ihren Leitzins in diesem Jahr um mindestens 125 Basispunkte senken werde, was zu einer Versteilerung der Renditekurve führen dürfte.
In der Fragerunde habe Frau Lagarde versucht, die neuen, pessimistischen Wirtschaftsprognosen der EZB wieder zu relativieren, um im Gegenzug eine übermäßige Markterholung zu vermeiden: Sie habe erklärt, dass die EZB weiterhin mehr Informationen über ihre eigenen Prognosen hinaus haben möchte, wie z.B. Lohnsteigerungen und Gewinnspannen der Unternehmen. (08.03.2024/alc/a/a)
Gleichzeitig halte sie jedoch an ihrer restriktiven Zinspolitik fest, etwa der Verlangsamung der Lohnsteigerungen. Infolgedessen dürften sich die deutschen 5-10-jährigen Bundesrenditen zwischen 2,25 und 2,5 Prozent stabilisieren. Ein für die Eurozone noch immer hohes Niveau. Es sei unwahrscheinlich, dass dies zu einer Belebung der Wirtschaft ausreiche, was das Risiko einer Rezession in diesem Jahr erhöhe. Es sei zu erwarten, dass die Inflation weiter sinke, und zwar auf ein niedrigeres Niveau als von den Märkten und der EZB prognostiziert.
Die Abwärtskorrektur ihrer Wirtschaftsprognose sei die wichtigste Nachricht der gestrigen EZB-Sitzung gewesen. Die langfristige Inflationsprognose habe das 2-Prozent-Ziel erreicht, sodass die EZB mit der Senkung ihrer Leitzinsen beginnen könne. Dennoch habe Frau Lagarde erklärt, dass weitere Daten notwendig seien. Die Währungshüter seien noch nicht "hinreichend zuversichtlich", dass die Inflation in Richtung ihres Ziels falle. Die EZB beäuge insbesondere die Entwicklung der Löhne und Gewinne weiterhin skeptisch. Überraschenderweise habe Frau Lagarde die Tatsache heruntergespielt, dass die EZB-Politik "datenabhängig" sei. Die Bedingungen für eine Zinssenkung scheinen also gegeben und der Markt wird mit niedrigeren Zinssätzen und Kreditspreads reagieren, so die Experten von Neuberger Berman. Mittelfristig bedeute das, dass die EZB ihren Leitzins in diesem Jahr um mindestens 125 Basispunkte senken werde, was zu einer Versteilerung der Renditekurve führen dürfte.
In der Fragerunde habe Frau Lagarde versucht, die neuen, pessimistischen Wirtschaftsprognosen der EZB wieder zu relativieren, um im Gegenzug eine übermäßige Markterholung zu vermeiden: Sie habe erklärt, dass die EZB weiterhin mehr Informationen über ihre eigenen Prognosen hinaus haben möchte, wie z.B. Lohnsteigerungen und Gewinnspannen der Unternehmen. (08.03.2024/alc/a/a)


