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EZB: Geldpolitik zu behäbig?


11.06.19 12:15
Deutsche Bank

Frankfurt (www.anleihencheck.de) - Der Markt zeigte sich enttäuscht von den Beschlüssen der jüngsten EZB-Ratssitzung, so die Deutsche Bank AG in einer aktuellen Ausgabe "MÄRKTE am Morgen".

Die Hoffnungen auf eine Lockerung der Geldpolitik seien von den Euro-Währungshütern nicht bestätigt worden. Allerdings seien manche Ratsmitglieder in der EZB zu weiteren Schritten in eine expansivere Richtung bereit gewesen. Die jüngsten Zahlen zur deutschen Industrieproduktion scheinen diese Ansicht zu stützen, so die Deutsche Bank AG. Der Rückgang um 1,9 Prozent im April habe deutlich unter den Erwartungen von -0,4 Prozent gelegen. Ein Blick in die Zusammensetzung verdeutliche dabei die anhaltende Schwäche im exportabhängigen Verarbeitenden Gewerbe. So sei die Produktion ohne Energie und Bausektor um 2,5 Prozent gefallen, im Automobilsektor habe sie um 5,6 Prozent nachgegeben. Kaum verwunderlich, dass die Bundesbank ihre Wachstumsprognose für 2019 von 1,6 auf 0,6 Prozent gekürzt habe.

Die schwachen US-Arbeitsmarktzahlen hätten dem Euro zwar wieder zu einem Rückenwind und einem Plus von rund einem halben Prozent gegenüber dem US-Dollar verholfen, doch scheine immer mehr auf eine baldige Zinssenkung in den USA hinzudeuten. Ob sich die EZB einer geldpolitischen Lockerung noch lange verweigern könne, erscheine zunehmend fraglich. (11.06.2019/alc/a/a)