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EZB: Bazooka mit Ladehemmungen?
11.12.20 11:45
Janus Henderson Investors
London (www.anleihencheck.de) - Vor einem Jahr hätte die Ankündigung von zusätzlichen Anleihekäufen in Höhe von einer halben Billion Euro als ein kühner und gewagter Schritt der EZB gegolten, so Andrew Mulliner, Global Bonds Portfolio Manager bei Janus Henderson Investors.
Angesichts von Corona und massiver geld- und fiskalpolitischer Konjunkturmaßnahmen würden diese Zahlen allmählich ihre Wirkung verlieren. Die Ankündigung von zusätzlichen Anleihekäufen in Höhe von 500 Mrd. Euro im Rahmen des Pandemic Emergency Purchase Program (PEPP) sowie die Verlängerung des Zeitfensters bis März 2022, neben anderen Mitteln für Finanzierungsprogramme, seien eine wichtige Absichtserklärung der EZB gewesen. Allerdings habe der Markt diesen Schritt aufgrund der Ankündigungen auf der letzten EZB-Pressekonferenz über eine Neuausrichtung der Politik und verschiedener Statements der EZB in den letzten ein bis zwei Monaten bereits erwartet. Die Ankündigungen würden bis auf die Verlängerung des Zeitfensters für die PEPP-Käufe bis ins Jahr 2022 - und nicht wie erwartet bis Dezember 2021 - den Konsens des Marktes widerspiegeln.
Wenn man sich die Erklärung genauer anschaue, sehe man eine EZB, die von ihrer Haltung weniger überzeugt gewesen sei, als die Schlagzeilen suggeriert hätten. Insbesondere sei darauf hingewiesen worden, dass das PEPP-Programm zwar erweitert werden könnte, aber der aktuelle Umfang der Käufe nicht vollständig ausgeschöpft werden müsse. Obwohl man nicht von den akkommodierenden Maßnahmen abrücken werde, habe in der Ankündigung wenig darauf hingedeutet, dass die EZB beabsichtige, den Umfang der Maßnahmen gegenüber dem jetzigen Stand zu erhöhen.
Die Märkte hätten die Nachricht gut aufgenommen, wobei Anleihen gegenüber dem Vortag leicht nachgegeben hätten. Im Großen und Ganzen werde die EZB ein Auge auf die Anleihemärkte und Währungen haben und feststellen, dass das Ausbleiben einer enthusiastischen Reaktion zwar etwas enttäuschend sei, die fehlende Volatilität aber darauf hindeute, dass ihre Glaubwürdigkeit in Bezug auf ihre Absicht, die günstigen Bedingungen beizubehalten, intakt sei. (11.12.2020/alc/a/a)
Angesichts von Corona und massiver geld- und fiskalpolitischer Konjunkturmaßnahmen würden diese Zahlen allmählich ihre Wirkung verlieren. Die Ankündigung von zusätzlichen Anleihekäufen in Höhe von 500 Mrd. Euro im Rahmen des Pandemic Emergency Purchase Program (PEPP) sowie die Verlängerung des Zeitfensters bis März 2022, neben anderen Mitteln für Finanzierungsprogramme, seien eine wichtige Absichtserklärung der EZB gewesen. Allerdings habe der Markt diesen Schritt aufgrund der Ankündigungen auf der letzten EZB-Pressekonferenz über eine Neuausrichtung der Politik und verschiedener Statements der EZB in den letzten ein bis zwei Monaten bereits erwartet. Die Ankündigungen würden bis auf die Verlängerung des Zeitfensters für die PEPP-Käufe bis ins Jahr 2022 - und nicht wie erwartet bis Dezember 2021 - den Konsens des Marktes widerspiegeln.
Wenn man sich die Erklärung genauer anschaue, sehe man eine EZB, die von ihrer Haltung weniger überzeugt gewesen sei, als die Schlagzeilen suggeriert hätten. Insbesondere sei darauf hingewiesen worden, dass das PEPP-Programm zwar erweitert werden könnte, aber der aktuelle Umfang der Käufe nicht vollständig ausgeschöpft werden müsse. Obwohl man nicht von den akkommodierenden Maßnahmen abrücken werde, habe in der Ankündigung wenig darauf hingedeutet, dass die EZB beabsichtige, den Umfang der Maßnahmen gegenüber dem jetzigen Stand zu erhöhen.
Die Märkte hätten die Nachricht gut aufgenommen, wobei Anleihen gegenüber dem Vortag leicht nachgegeben hätten. Im Großen und Ganzen werde die EZB ein Auge auf die Anleihemärkte und Währungen haben und feststellen, dass das Ausbleiben einer enthusiastischen Reaktion zwar etwas enttäuschend sei, die fehlende Volatilität aber darauf hindeute, dass ihre Glaubwürdigkeit in Bezug auf ihre Absicht, die günstigen Bedingungen beizubehalten, intakt sei. (11.12.2020/alc/a/a)


