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EZB-Asset Quality Review im Fokus


27.10.14 13:49
MFS Investment Management

Boston (www.anleihencheck.de) - Die Fortschritte in Richtung einer echten Bankenunion in der Eurozone konnten bislang nur in kleinen, schleppenden Schritten, denn in großen Sprüngen nach vorne gemessen werden, berichten die Experten von MFS Investment Management.

Die "Asset Quality Review" (AQR) und die Stresstests der Europäischen Zentralbank und der europäischen Bankenaufsicht seien kennzeichnend für diesen Weg und sollten zu einem reibungslosen Übergang des Europäischen Bankensystems in Richtung einer einzelnen Autorität beitragen - welche die nationalen Bankenaufsichten auf ein nationenübergreifendes Level hebe. Dennoch könne diese aufkeimende Bankenunion schlussendlich nicht vollständig gelingen, ohne den Willen für eine zumindest teilweise gemeinsame Verwaltung der Staatsschulden innerhalb der Eurozone. Dies müsse zugleich mit dem Aufbau substanzieller Rücklagen unterstützt werden. Andernfalls könnte der Wunsch einer Bankenabwicklung und Einlagensicherung auf der Ebene der Eurozone unerfüllt bleiben.

Die gute Nachricht sei, dass die Ergebnisse der AQR und der Stresstests ein Segen für die wenigen Banken sein könnten, die unbeschadet durch diesen Prozess gesegelt seien. Für die verbliebenen angeschlagenen Banken werde damit ein Anreiz geschaffen, mehr Vorteile aus dem angestrebten längerfristigen Refinanzierungsgeschäft zu ziehen. Doch mit den noch kommenden stärkeren Maßnahmen wie Regularien, Aufsicht und Überwachung werde die Kreditangebotsseite wahrscheinlich schwach bleiben. Darüber hinaus liege die größte Schwäche in der Kreditnachfrage der Eurozone und die aktuellen Ergebnisse würden nichts an dieser Dynamik ändern. Aus Sicht der EZB würden die AQR und die Stresstests allein nicht die so sehr ersehnte fundamentale Glaubwürdigkeit aufbauen, die so robust sei, dass es keiner Tests mehr bedürfe. Dafür sei viel mehr Arbeit notwendig. (27.10.2014/alc/a/a)