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EZB-Anleihenkäufe gestartet


22.10.14 14:37
Bankhaus Ellwanger & Geiger

Stuttgart (www.anleihencheck.de) - Die Europäische Zentralbank (EZB) startete diese Woche ihr vieldiskutiertes Anleihenkaufprogramm, so die Analysten vom Bankhaus Ellwanger & Geiger.

Pfandbriefe und später verbriefte Kredite in Form von ABS-Strukturen würden dann das Portefeuille der EZB füllen. Inwieweit diese nachhaltig Ertrag bringen und vollständig zurückbezahlt würden, werde die Zukunft zeigen. Kurzfristig würden jedoch Bankbilanzen entlastet und das historisch niedrige Zinsniveau zementiert. Bei der nach wie vor steigenden Gesamtverschuldung vieler Staaten dürfte dies auch das vorrangige Interesse der Zentralbanken sein.

Stark steigende Kapitalmarktzinsen dürften bei den vorhandenen Schuldenbergen manchen Staat in die Bredouille bringen. Nichtsdestoweniger könnte die US-amerikanische Zentralbank FED den Weg in eine geldpolitische Normalität beschreiten. Für Mitte 2015 würden erste kleinere Leitzinserhöhungen erwartet. Dies werde jedoch nur bei robusten Konjunkturentwicklungen stattfinden. Uneinheitliche Wirtschaftsdaten hätten zuletzt für Irritationen gesorgt, die die Aktienmärkte weltweit in Mitleidenschaft gezogen hätten.

Zweifel an der Konjunkturentwicklung in Europa und die Sorge vor einem erneuten Aufflammen der Eurokrise hätten zu Ausverkaufsszenarien geführt, die lange nicht mehr gesehen worden seien. Die EZB möchte auch vor diesem Hintergrund den Kapitalmarktteilnehmern größtmögliche Sicherheit vermitteln. Die Ergebnisse des Bankenstresstests, die diesen Freitag veröffentlicht würden, sollten dazu beitragen.

Die gekaufte Zeit für die Regierungen Europas, für die die EZB gesorgt habe, halte aber nicht endlos. Entscheidende Fortschritte in den Reformvorhaben, insbesondere der südeuropäischen Peripherieländer, müssten langsam sichtbar werden. Ansonsten bröckele das mühsam aufgebaute Vertrauen in die Allheilkräfte der EZB. (22.10.2014/alc/a/a)