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EUR Corporates mit attraktivem Renditevorteil
05.03.24 12:30
Swisscanto
Zürich (www.anleihencheck.de) - Die bedeutenden Notenbanken haben sich zu Jahresbeginn bezüglich des Zeitpunkts von Zinssenkungen noch nicht in die Karten blicken lassen und sich gegen einen voreiligen Abbau der restriktiven Geldpolitik ausgesprochen, so die Experten von Swisscanto.
In einem robusten konjunkturellen Umfeld wollten die Währungshüter noch mehr Gewissheit erlangen, dass sich die Inflation in den Bereich des Notenbankziels von zwei Prozent zurückbilde. An den Terminmärkten seien die erwarteten Zinssenkungen reduziert worden. Von der US-Notenbank FED würden die Märkte im Februar nur noch drei Zinssenkungen à 25 Basispunkten bis Jahresende erwarten.
Auch die Erwartungen an die Europäische Zentralbank lägen mit vier Zinssenkungen im ähnlichen Bereich. Die Experten seien der Ansicht, dass die Terminmärkte von den Notenbanken in Anbetracht der fallenden Inflation zu wenig Zinssenkungen erwarten würden. Die Ausnahme bilde die Schweizerische Nationalbank (SNB). Da sich der CH-Leitzins aktuell nicht auf einem straffen Niveau befinde, scheine eine Senkung im Umfang der Markterwartungen übertrieben, die von mehr als zwei Leitzinssenkungen à 25 Basispunkten ausgehen würden.
Seitens des FED habe es zwar einigen Widerstand hinsichtlich frühzeitiger Zinssenkungen gegeben. Das bedeute allerdings nicht zwingend ein negativeres Szenario für Anleihen. Eine länger anhaltende restriktive Geldpolitik dürfte die Inflationsrisiken senken und in der Zukunft mehr konjunkturellen Gegenwind verursachen. Damit dürfte sich ein Teil der Treasury Bill-Nachfrage in längere Laufzeiten verschieben, und die Experten würden mittelfristig weiterhin mit einem Rückgang der 10-jährigen Staatsanleihen-Renditen rechnen.
Für etwas Beruhigung sorge mittlerweile die Annahme, dass der Leitzinszyklus bald drehe und der nächste Schritt eine Leitzinssenkung darstelle. Eine erste US-Leitzinssenkung werde im 1. Halbjahr erwartet. Sowohl im Vorfeld wie auch im Nachgang der ersten Zinssenkung hätten US-Staatsanleihen jeweils positive Erträge erzielt.
Da sich das Konjunkturbild der Experten konstruktiver darstelle und Rezessionsrisiken geschwunden seien, würden etwas niedriger eingestufte Schuldner mit tieferem Credit-Rating an Attraktivität gewinnen. Der Renditevorteil (Spreads) von Unternehmensanleihen, im Vergleich zu Staatsanleihen, sei jedoch in vielen Währungsregionen geschwunden. EUR-Investment-Grade-Anleihen liefern aktuell immer noch einen überdurchschnittlichen Renditevorteil und scheinen verhältnismäßig günstig, so die Experten von Swisscanto. Im Gegensatz zu USD-Anleihen, deren Spreads nicht mehr weit von den historischen Tiefständen entfernt seien. Die Spreads in der Eurozone würden im Vergleich zum USD-Markt aktuell 20 Basispunkte höher handeln. Mit der Hoffnung auf frühere Zinssenkungen der EZB schließe sich allerdings diese Lücke fortlaufend.
Die globalen Aktienmärkte hätten auch im Februar ungewöhnlich deutlich zugelegt. Zwar hätten die Zinssenkungshoffnungen der Investoren weitere Dämpfer bekommen, aber die Wirtschaftsdaten seien robust geblieben und hätten in der Industrie sogar eine leichte Verbesserung angedeutet. Am besten hätten sich die USA und Japan sowie - getrieben durch aufkeimende Hoffnung für chinesische Aktien - die Schwellenländer entwickelt. Die besseren Konjunkturaussichten hätten für deutlich stärkere Indexanstiege der zyklischen Sektoren als bei den Defensiven gesorgt. Die Marktbreite sei allerdings gering geblieben, das heiße, die großen Wachstumsunternehmen hätten besser abgeschnitten als die Masse der Kleinunternehmen.
Der japanische Aktienmarkt habe es geschafft: Nach über 34 Jahren sei er Ende Februar auf ein neues Allzeithoch gestiegen. Dies habe zunächst für den Nikkei 225 gegolten. Dem breiter gefassten MSCI-Index habe noch etwa ein Prozent bis zu seinem letzten Höchststand im Dezember 1989 gefehlt. Dies spiegele den seit längerem zu beobachtenden globalen Trend, dass die Large Caps stärker gefragt seien als die kleineren und mittelgroßen Unternehmen. Anders als 1989 sehe es derzeit nicht nach einer Blasenbildung an der Tokioter Börse aus. Während sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) damals bei etwa 45 bewegt habe, liege es aktuell bei 15,6.
Die Experten hätten in den vergangenen Monaten immer wieder auf die strukturellen Verbesserungen für den japanischen Markt hingewiesen. Diese würden sie als intakt erachten und vor diesem Hintergrund nach wie vor eine überdurchschnittliche Gewinnentwicklung erwarten. Zusätzlich sollte die bislang robuste globale Konjunktur den im Index dominierenden zyklischen Sektoren zugutekommen.
Aus makroökonomischer Sicht bleibe die Entwicklung des Japanischen Yen gegenüber dem US-Dollar ein Unsicherheitsfaktor. Solange er jedoch nicht deutlich aufwerte, würden die Experten keinen orkanartigen Gegenwind erwarten. Gemäß der jüngsten Tankan-Umfrage würden die Unternehmen mit einem Wechselkurs von 139 Yen für einen US-Dollar kalkulieren. Es bestehe demnach ein Puffer zum aktuellen Kurs, der erst dann schrumpfen dürfte, wenn die US-Notenbank die Zinswende vornehme.
Der Goldpreis habe im Dezember neue Allzeithochs erreicht. Seit Jahresanfang habe Gold allerdings mit mehr Gegenwind zu kämpfen. Aufgrund der robusten US-Wirtschaftsdaten verzögere sich der Start der Leitzinssenkungen. Nachdem die Zinssenkungserwartungen an die US-Notenbank bis Ende 2023 deutlich zugenommen hätten, seien sie in den vergangenen zwei Monaten wieder reduziert und in die Zukunft geschoben worden. Dies habe den Renditen von US-Staatsanleihen wie auch dem US-Dollar, in dem Gold notiere, Auftrieb gegeben und den Goldpreis Mitte Februar wieder unter die Marke von USD 2.000 pro Unze gedrückt. Seitdem habe sich der Goldpreis leicht erholt.
Aktuell bestehe das Risiko, dass sich der Zeitpunkt der ersten Zinssenkungen weiter herauszögere. Die Experten würden es allerdings nach wie vor für wahrscheinlich halten, dass die FED die Leitzinsen ab dem 2. Quartal sukzessive senken werde, was Gold im Jahresverlauf wieder auf Höchststände klettern lassen dürfte.
Anhaltende Unterstützung dürfe von den Goldkäufen der Zentralbanken erwartet werden. Global hätten diese ihre Goldbestände 2023 in etwa gleich stark ausgebaut wie im Jahr 2022, welches bis dato ein Rekordjahr dargestellt habe. Zudem seien die Käufe zunehmend von strukturellen Nachfragern getrieben. So habe China nach mehrjähriger Marktabstinenz seit November 2022 jeden Monat einen Goldaufbau verzeichnet. Gemäß den jüngsten Zahlen des World Gold Council habe das Reich der Mitte seine Goldreserven 2023 mit 225 Tonnen am stärksten erhöht.
Gold mache nun an den Gesamtreserven einen Anteil von 4,3 Prozent aus, ein im internationalen Vergleich nach wie vor tiefer Wert. Der globale Durchschnitt belaufe sich auf 15,6 Prozent. Auch wenn China seine Goldallokation auf absehbare Zeit nicht auf ein vergleichbares Niveau erhöhen werde, zeige dies dennoch das Potenzial für weitere Zukäufe auf. Zu den strukturellen Käufern dürfe auch Polen gezählt werden, der zweitgrößte Käufer 2023. Die polnische Notenbank habe Anfang Februar die Absichten für den weiteren Goldaufbau bekräftigt. Sie habe beschlossen, den Goldanteil an den Reserven von derzeit rund 13 auf 20 Prozent zu erhöhen. (05.03.2024/alc/a/a)
In einem robusten konjunkturellen Umfeld wollten die Währungshüter noch mehr Gewissheit erlangen, dass sich die Inflation in den Bereich des Notenbankziels von zwei Prozent zurückbilde. An den Terminmärkten seien die erwarteten Zinssenkungen reduziert worden. Von der US-Notenbank FED würden die Märkte im Februar nur noch drei Zinssenkungen à 25 Basispunkten bis Jahresende erwarten.
Auch die Erwartungen an die Europäische Zentralbank lägen mit vier Zinssenkungen im ähnlichen Bereich. Die Experten seien der Ansicht, dass die Terminmärkte von den Notenbanken in Anbetracht der fallenden Inflation zu wenig Zinssenkungen erwarten würden. Die Ausnahme bilde die Schweizerische Nationalbank (SNB). Da sich der CH-Leitzins aktuell nicht auf einem straffen Niveau befinde, scheine eine Senkung im Umfang der Markterwartungen übertrieben, die von mehr als zwei Leitzinssenkungen à 25 Basispunkten ausgehen würden.
Seitens des FED habe es zwar einigen Widerstand hinsichtlich frühzeitiger Zinssenkungen gegeben. Das bedeute allerdings nicht zwingend ein negativeres Szenario für Anleihen. Eine länger anhaltende restriktive Geldpolitik dürfte die Inflationsrisiken senken und in der Zukunft mehr konjunkturellen Gegenwind verursachen. Damit dürfte sich ein Teil der Treasury Bill-Nachfrage in längere Laufzeiten verschieben, und die Experten würden mittelfristig weiterhin mit einem Rückgang der 10-jährigen Staatsanleihen-Renditen rechnen.
Für etwas Beruhigung sorge mittlerweile die Annahme, dass der Leitzinszyklus bald drehe und der nächste Schritt eine Leitzinssenkung darstelle. Eine erste US-Leitzinssenkung werde im 1. Halbjahr erwartet. Sowohl im Vorfeld wie auch im Nachgang der ersten Zinssenkung hätten US-Staatsanleihen jeweils positive Erträge erzielt.
Da sich das Konjunkturbild der Experten konstruktiver darstelle und Rezessionsrisiken geschwunden seien, würden etwas niedriger eingestufte Schuldner mit tieferem Credit-Rating an Attraktivität gewinnen. Der Renditevorteil (Spreads) von Unternehmensanleihen, im Vergleich zu Staatsanleihen, sei jedoch in vielen Währungsregionen geschwunden. EUR-Investment-Grade-Anleihen liefern aktuell immer noch einen überdurchschnittlichen Renditevorteil und scheinen verhältnismäßig günstig, so die Experten von Swisscanto. Im Gegensatz zu USD-Anleihen, deren Spreads nicht mehr weit von den historischen Tiefständen entfernt seien. Die Spreads in der Eurozone würden im Vergleich zum USD-Markt aktuell 20 Basispunkte höher handeln. Mit der Hoffnung auf frühere Zinssenkungen der EZB schließe sich allerdings diese Lücke fortlaufend.
Der japanische Aktienmarkt habe es geschafft: Nach über 34 Jahren sei er Ende Februar auf ein neues Allzeithoch gestiegen. Dies habe zunächst für den Nikkei 225 gegolten. Dem breiter gefassten MSCI-Index habe noch etwa ein Prozent bis zu seinem letzten Höchststand im Dezember 1989 gefehlt. Dies spiegele den seit längerem zu beobachtenden globalen Trend, dass die Large Caps stärker gefragt seien als die kleineren und mittelgroßen Unternehmen. Anders als 1989 sehe es derzeit nicht nach einer Blasenbildung an der Tokioter Börse aus. Während sich das Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) damals bei etwa 45 bewegt habe, liege es aktuell bei 15,6.
Die Experten hätten in den vergangenen Monaten immer wieder auf die strukturellen Verbesserungen für den japanischen Markt hingewiesen. Diese würden sie als intakt erachten und vor diesem Hintergrund nach wie vor eine überdurchschnittliche Gewinnentwicklung erwarten. Zusätzlich sollte die bislang robuste globale Konjunktur den im Index dominierenden zyklischen Sektoren zugutekommen.
Aus makroökonomischer Sicht bleibe die Entwicklung des Japanischen Yen gegenüber dem US-Dollar ein Unsicherheitsfaktor. Solange er jedoch nicht deutlich aufwerte, würden die Experten keinen orkanartigen Gegenwind erwarten. Gemäß der jüngsten Tankan-Umfrage würden die Unternehmen mit einem Wechselkurs von 139 Yen für einen US-Dollar kalkulieren. Es bestehe demnach ein Puffer zum aktuellen Kurs, der erst dann schrumpfen dürfte, wenn die US-Notenbank die Zinswende vornehme.
Der Goldpreis habe im Dezember neue Allzeithochs erreicht. Seit Jahresanfang habe Gold allerdings mit mehr Gegenwind zu kämpfen. Aufgrund der robusten US-Wirtschaftsdaten verzögere sich der Start der Leitzinssenkungen. Nachdem die Zinssenkungserwartungen an die US-Notenbank bis Ende 2023 deutlich zugenommen hätten, seien sie in den vergangenen zwei Monaten wieder reduziert und in die Zukunft geschoben worden. Dies habe den Renditen von US-Staatsanleihen wie auch dem US-Dollar, in dem Gold notiere, Auftrieb gegeben und den Goldpreis Mitte Februar wieder unter die Marke von USD 2.000 pro Unze gedrückt. Seitdem habe sich der Goldpreis leicht erholt.
Aktuell bestehe das Risiko, dass sich der Zeitpunkt der ersten Zinssenkungen weiter herauszögere. Die Experten würden es allerdings nach wie vor für wahrscheinlich halten, dass die FED die Leitzinsen ab dem 2. Quartal sukzessive senken werde, was Gold im Jahresverlauf wieder auf Höchststände klettern lassen dürfte.
Anhaltende Unterstützung dürfe von den Goldkäufen der Zentralbanken erwartet werden. Global hätten diese ihre Goldbestände 2023 in etwa gleich stark ausgebaut wie im Jahr 2022, welches bis dato ein Rekordjahr dargestellt habe. Zudem seien die Käufe zunehmend von strukturellen Nachfragern getrieben. So habe China nach mehrjähriger Marktabstinenz seit November 2022 jeden Monat einen Goldaufbau verzeichnet. Gemäß den jüngsten Zahlen des World Gold Council habe das Reich der Mitte seine Goldreserven 2023 mit 225 Tonnen am stärksten erhöht.
Gold mache nun an den Gesamtreserven einen Anteil von 4,3 Prozent aus, ein im internationalen Vergleich nach wie vor tiefer Wert. Der globale Durchschnitt belaufe sich auf 15,6 Prozent. Auch wenn China seine Goldallokation auf absehbare Zeit nicht auf ein vergleichbares Niveau erhöhen werde, zeige dies dennoch das Potenzial für weitere Zukäufe auf. Zu den strukturellen Käufern dürfe auch Polen gezählt werden, der zweitgrößte Käufer 2023. Die polnische Notenbank habe Anfang Februar die Absichten für den weiteren Goldaufbau bekräftigt. Sie habe beschlossen, den Goldanteil an den Reserven von derzeit rund 13 auf 20 Prozent zu erhöhen. (05.03.2024/alc/a/a)


