ETC-Anleihe mit Fixkupon: EUWAX-Gold als Basiswert


20.06.13 16:31
ZertifikateJournal

Schwarzach am Main (www.anleihencheck.de) - Der Goldpreis ist eingebrochen, so die Experten vom "ZertifikateJournal".

Seit Jahresbeginn sei es für die Feinunze rund 19,8 Prozent nach unten gegangen. Vom Top würden den Preis inzwischen mehr als 30 Prozent trennen. Dabei sei das Umfeld eigentlich wie gemacht für das Edelmetall. Die Notenbanken würden das System mit Geld überschwemmen - und Gold als klassischer Schutz gegen die Geldentwertung sollte eigentlich davon profitieren. Aber gerade die Inflation sei momentan kein Thema. In Deutschland liege die Teuerungsrate aktuell bei 1,5 Prozent. Die Angst vor einem Kaufkraftverlust scheine da eher unbegründet.

Aber nicht nur deswegen stehe das Edelmetall auf der Verkaufsliste. Ein weiterer Grund: Gold werfe keine laufenden Erträge ab. Einfach gesagt: Ein Investment in das Edelmetall bringe weder Dividenden noch Zinsen. Deswegen würden Anleger ihr Erspartes derzeit lieber in Aktien oder Unternehmensanleihen stecken. Dass Gold an Investmentreiz verloren habe, lasse sich am Anlagevolumen des größten notierten Gold-ETF, dem Street Track Gold Trust ablesen. Vor einem Jahr habe der Fonds noch rund 1.281 Tonnen in seinen Tresoren gebunkert. Heute seien es nur noch rund 1.000 Tonnen.

Aber auch die Schmuckindustrie habe ihr Scherflein zur Entwicklung beigetragen, insbesondere Indien. Der größte Goldimporteur der Welt habe aus Angst vor einem weiter steigenden Leistungsbilanzdefizit die Einfuhrzölle auf das Edelmetall schrittweise nach oben geschraubt, zuletzt im Juni. Experten würden schätzen, dass die Importe im laufenden Jahr aufgrund der inzwischen auf acht Prozent gestiegenen Steuer um bis zu 20 Prozent sinken könnten.

Zuletzt habe sich die Lage beim Goldpreis etwas stabilisiert. Seit dem Kurssturz im April habe die Feinunze einen Seitwärtstrend eingeschlagen und pendle derzeit zwischen 1.330 und 1.450 USD. Gebremst werde ein weiterer Rückgang derzeit vor allem von China. Die Volksrepublik nutze das erniedrigte Niveau, um ihre Bestände aufzupeppen. Im April habe das Land 125,7 Tonnen importiert, nach 136,2 Tonnen im Rekordmonat März.

Heftige Abstürze seien bei Gold, wie auch bei anderen Edelmetallen, keine Seltenheit. Auch in absoluten Bullenmärkten kämen derartige Reaktionen immer wieder vor. Beispielsweise in den 1970ern, einem Goldjahrzehnt schlechthin. Hier habe es sieben große Korrekturen gegeben. Sie alle seien nach weniger als einem Monat vorbei gewesen. Langfristig orientierte Anleger müssten sich darum ohnehin keine Sorgen machen. Sie könnten die temporären Schwächephasen nutzen, um ihre Depotquote aufzupolieren. Denn eines sei klar: Gold habe sich als eigenständige Anlageklasse etabliert und sei damit ein Muss für jedes gut sortierte Portfolio. Dabei böten sich abseits des physischen Investments währungsgesicherte Tracker oder ETCs als Anlageinstrument an.

Die Börse Stuttgart habe Mitte 2012 einen Gold-ETC (EUWAX Gold (ISIN DE000EWG0LD1 / WKN EWG0LD)) aufgelegt. Dabei handle es sich um eine hundertprozentig mit Gold hinterlegte Schuldverschreibung, die einen Anspruch auf Wandlung des Wertpapiers in physisches Gold verbriefe, wie schon in ZJ 15.2013 beschrieben. Dabei würden neben dem Spread sowie den Transaktionskosten der Bank keine weiteren Kosten anfallen, weder für die Aufbewahrung noch für die Auslieferung innerhalb Deutschlands.

Neu sei jetzt, dass mit der Hypo-Vereinsbank ein Emittent EUWAX Gold als Basiswert für eine ETC-Anleihe heranziehe. Die Neuemission könne noch bis Freitag gezeichnet werden. Anschließend sei das Papier über die Börse Stuttgart handelbar. Das Produkt funktioniere wie eine klassische Aktienanleihe. Es zahle einen fixen Kupon von 4,6 Prozent und laufe rund ein Jahr. Notiere der Basiswert EUWAX Gold am 18. Juni 2014 auf oder über dem am Emissionstag festgestellten Basispreis, erhalte der Anleger den Nominalbetrag samt Kupon zurück. Ansonsten werde dem Investor nach dem Laufzeitende eine bestimmte Anzahl von ETCs, entsprechend dem Bezugsverhältnis, ins Depot gebucht. (Ausgabe 24/2013) (20.06.2013/alc/a/a)
Offenlegung von möglichen Interessenskonflikten:

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